Am 6. Juni diesen Jahres ist die zweite Staffel der US-amerikanischen Serie „Orange is the New Black“ auf Netflix erschienen. Diese großartige Serie findet in Deutschland (noch) wenig Beachtung. IOFP ist der Meinung, dass sich dies ändern muss und stellt Euch die Serie vor.

IOFP ist der Meinung: "Orange is the New Black" muss ins deutsche Fernsehen

IOFP ist der Meinung: „Orange is the New Black“ muss ins deutsche Fernsehen!

Vor Kurzem ist bekannt geworden, dass RTL momentan eine neue Serie drehen lässt, die in einem Frauengefängnis spielt. „Block B“ soll sie heißen, in dem Katrin Sass eine der Hauptrollen spielt. Bereits ab 1997 strahlte RTL zehn Jahre lang die Serie „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ mit Katy Karrenbauer aus. Man sieht also, dass das Thema Frauengefängnis die Menschen interessiert. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA. Dort wurde im vergangenen Jahr die Serie „Orange is the New Black“ für den Video-on-Demand-Anbieter Netflix produziert und veröffentlicht. Netflix ist vor allem für seine Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacy bekannt, die es auch ins deutsche Fernsehen auf Sat.1 geschafft hat. IOFP hat erst vor wenigen Wochen berichtet, dass „Orange is the New Black“ in den sozialen Netzwerken weltweit längst besser ankommt, als die von den Kritikern gefeierte Politk-Serie „House of Cards“. Seit dem Start der zweiten Staffel am 6. Juni diesen Jahres, haben sich die ‚Likes‘ der Gefängnisserie auf Facebook auf über zwei Millionen fast noch einmal verdoppelt. Warum also findet diese Serie in Deutschland keinen Anbieter und bekommt dadurch kaum Aufmerksamkeit? Ein Rätsel! IOFP stellt euch die Dramedy vor und zeigt auf, warum sich diese Serie anzuschauen lohnt.

„Orange is the New Black“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Piper Kerman, die von ihrer einjährigen Zeit in einem Frauengefängnis erzählt. In der Serie gibt es eine große Anzahl an Charakteren, die alle gleichermaßen an der Qualität der Serie beteiligt sind. Jede Folge ist im Prinzip gleich aufgebaut. Die Hauptgeschichte spielt sich in dem Frauengefängnis ab, während pro Folge eine Insassin dadurch genauer beleuchtet wird, dass es Rückblicke auf die Vergangenheit des weiblichen Sträflings gibt. Diese Rückblicke geben Aufschluss über die Charakterzüge der Rollen und darüber warum sie eigentlich im Gefängnis sitzen.

Piper merkt schnell, dass das Leben im Gefängnis hart wird (Foto: Lionsgate)

Piper (Mitte) merkt schnell, dass das Leben im Gefängnis hart wird (Foto: Lionsgate)

Die Geschichte beginnt mit Piper Chapman, die gespielt wird von Taylor Schilling („Argo„). Piper muss für einen Drogendeal ins Gefängnis, den sie gemeinsam mit ihrer damaligen lesbischen Lebensgefährtin Alex (Laura Prepon) vor zehn Jahren begangen hat. Piper ist inzwischen mit Larry verlobt, der von Jason Biggs („American Pie„) gespielt wird. Piper wurde zu 15 Monaten Haft verurteilt, doch sie und Larry beschließen zusammen zu bleiben und nach dem Gefängnisaufenthalt zu heiraten. Als Piper im Gefängnis ankommt, bekommt sie gleich zu spüren, dass sich ihr Leben um 180 Grad wenden wird. Sie bekommt dort nichts geschenkt und muss sich Freunde und Anerkennung hat erkämpfen. Außerdem wird ihre Situation im Gefängnis dadurch erschwert, dass ihre damalige Freundin Alex im selben Gefängnis wie sie sitzt.

Alex macht Leben von Piper nicht einfacher (Foto: Jill Greenberg)

Alex macht das Leben von Piper nicht einfacher (Foto: Jill Greenberg)

Doch wie gesagt, es gibt zahlreiche Charaktere, die diese Serie bereichern. Einer von ihnen ist „Red“ (Kate Mulgrew), die russische Herrin der Küche. Sie führte schon vor ihrer Zeit im Gefängnis mit ihrem Ehemann ein Lokal und daher weiß sie, wie man einen Laden führt. Durch die Macht der Küche kann sie über die anderen Insassen bestimmen, wer essen bekommt und wer nicht. Doch wer sich mit ihr anfreunden kann, dem wird das Leben im Gefängnis erleichtert. Sie kann Dinge ins Gefängnis reinschmuggeln lassen und kann den Insassinen Alltagsgegenstände besorgen, die sie im Gefängnis niemals bekommen würden.

"Red" hat das Sagen in der Küche (Foto: Jill Greenberg/Netflix)

„Red“ hat das Sagen in der Küche (Foto: Jill Greenberg/Netflix)

Durch die komplette Serie zieht sich auch die Geschichte von Dayanara (Dascha Polanco). Ihr wird das Leben im Gefängnis vor allem durch ihre Mutter erschwert, die ebenfalls im selben Gefängnis sitzen muss. Schutz findet sie bei dem Wärter John Bennett (Matt McGorry). Es kommt bei den beiden soweit, dass sie sich verlieben. Ihre Liebesgeschichte zieht sich durch beide Staffeln, in denen sie stets versuchen ihre Liebe geheimzuhalten.

Dayanara und John verlieben sich am ungünstigsten Ort (Foto: K. C. Bailey)

Dayanara und John verlieben sich am ungünstigsten Ort (Foto: K. C. Bailey)

In der zweiten Staffel geraten zunehmend die Rollen in den Mittelpunkt, die in der ersten vernachlässigt worden sind. Doch auch neue Charaktere stoßen zu der zweiten Staffel hinzu. Der wichtigste von allen: Vee (Lorraine Toussaint). Sie sieht aus wie eine fiese Whoopi Goldberg und ist die Stiefmutter von „Taystee“ die bereits in der ersten Staffel als Nebenrolle dabei ist und durch ihre Stiefmutter zunehmend mit ins Zentrum der Sendung gerückt wird. Als Vee ins Gefängis kommt, ändert sich alles. Sie sitzt nicht zum ersten mal im Gefängnis und pflegt zu „Red“ eine alte Hassliebe, denn auch sie macht Geschäfte mit Schmuggeleien. Zudem sorgt sie für zunehmende Rassentrennung im Gefängnis und hetzt sämtliche Seiten gegen sich auf. Sie gibt der zweiten Staffel den besonderen Reiz.

Vee (rechts) sorgt ab der zweiten Staffel für mächtig Ärger

Vee (rechts) sorgt ab der zweiten Staffel für mächtig Ärger

Fazit

„Orange is the New Black“ ist eine Serie in dem Frauen die Hauptrollen spielen. Es gibt einige Männer als Aufseher oder Lebensgefährten der Frauen in den Nebenrollen, doch es dreht sich alles um die Insassinen. Dies bedeutet aber nicht, dass es sich um eine reine Frauenserie handelt. Die Geschichte um Piper und die anderen Insassinen ist so gut durchdacht und umgesetzt, dass es einfach Spaß macht dem Verlauf der Serie zu folgen und hinter die Fassaden der inhaftierten Frauen zu schauen. Man könnte die Vorstellungen der Charaktere noch ein ganzes Stück weiterführen. Jeder Einzelne von ihnen macht die Serie so sehenswert. Die Spannung der Geschichte wird stets hoch gehalten durch bewegte Themen, wie Liebe, Sex, Gewalt, Tod, Drogen und Betrug. Diese Themen bestimmen die Beziehungen zwischen den inhaftierten Frauen untereinander, mit ihren Leuten außerhalb der Gefängnismauern, aber auch mit den Angestellten des Gefängnises. Eine dritte Staffel wurde bereits angekündigt und ist in Arbeit. Diese wird allerdings erst wieder Mitte nächsten Jahres erscheinen. Man kann nur hoffen, dass die Serie spätestens mit dem Start von Netflix auch in Deutschland die große Bühne findet.

Was haltet Ihr von „Orange is the New Black“? Würdet Ihr diese Serie im Fernsehen sehen? Oder wäre sie in Deutschland doch zum Scheitern verurteilt?