In der neuen Folge „Claimed“ geht es wieder ein wenig ruhiger zu als letzte Woche, wo alle Überlebenden behandelt wurden. Der Zuschauer erfährt mehr über die Neuankömmlinge, die in „Inmates“ den Cliffhanger bildeten.

Nachdem der Zuschauer in der letzten Woche mit dem Verbleiben der restlichen Überlebenden konfrontiert wurde und die Handlung zwischen den ganzen Grüppchen ständig hin und her sprang, konzentriert sich die Handlung von „Claimed“ auf die Grimes und Michonne auf der einen Seite und auf die Neuankömmlinge und Glenn und Tara auf der anderen Seite.

Glückliche Familie?

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Michonne gibt immer mehr über sich preis.

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Rick (Andrew Lincoln) – gefangen unter dem Bett.

Rick, Carl und Michonne haben in dem Haus einen gemeinsamen Unterschlupf. Schon im ersten Teil der vierten Staffel wurde deutlich, dass Michonne und Carl einen Draht zueinander haben – dies intensiviert sich in der aktuellen folge. Rick ist darüber sehr froh, da er in dieser Ausnahmesituation nicht Carls Vater und sein Freund sein kann. Da Rick noch sehr angeschlagen ist, ziehen Michonne und Carl allein auf Nahrungssuche los. Michonne versucht Carl aufzuheitern und für ihn eine Freundin zu sein. Während ihrer Erkundungstour öffnet sich Michonne Carl gegenüber und erzählt erstmalig von ihrem Sohn, Andre Anthony.  In der Zwischenzeit ruht Rick sich in dem Haus aus. Er ist offenbar in einen tiefen Schlaf gefallen, da er erst im letzten Augenblick realisiert, dass fremde Menschen in das Haus eingedrungen sind. Kurzerhand versteckt er sich unter dem Bett. Nach einer ganzen Weile gelingt es Rick, das Haus unbemerkt zu verlassen. Genau in diesem Moment kehren Michonne und Carl zurück und die drei fliehen gemeinsam. Sie kommen an den Gleisen an, die wir bereits letzte Woche sahen. Sie gehen ebenso wie Tyreese, Carol und die Kids in Richtung des „Terminus“, wo Überlebenden wohl geholfen wird.

Ist das Ende der Zombie-Apokalypse in Sicht?

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Glenn und Abraham haben unterschiedliche Ziele.

Die Neuankömmlinge stellen sich als Sergeant Abraham Ford (Michael Cudlitz), Rosita Espinosa und Dr. Eugene Porter heraus. Sie sind auf einer Mission: Angeblich kennt der Wissenschaftler Eugene den Grund für die Zombie-Seuche und wäre imstande, sie zu beenden und somit die Welt zu retten – dazu müssen sie nach Washintgton D.C. Eugene bleibt auf die Frage, was denn die Ursache sei, sehr geheimnisvoll – diese Information sei streng vertraulich. Glenn, Tara und das neue Trio sind gemeinsam in einem Militär-Jeep unterwegs. Glenn hat aber seine eigene Mission, er will Maggie finden. Abraham versucht ihn vom Zusammenbleiben zu überzeugen, doch Glenn lässt sich nicht überreden. Schon bald entwickelt sich die Diskussion zwischen den beiden zu einem Faustkampf. Der Lärm, den sie damit verursachen lockt eine Zombie-Herde an. Eugene schnappt sich ein Maschinengewehr und versucht die Walker zu vernichten, allerdings gelingt ihm nur das Durchsieben des Fahrzeugs, während die Beißer weiter auf ihn zu kommen. Die anderen bemerken den Angriff und schalten die Zombies gemeinsam aus. Der Jeep ist nicht mehr fahrtüchtig und das ist für Glen ein Grund mehr, sich auf die Suche nach Maggie zu machen. Aus Mangel an Alternativen folgen die anderen ihm.

Fazit:

„Claimed“ ist eine spannende Folge von „The Walking Dead„: Besonders die Sequenzen, in denen Rick sich unter dem Bett verstecken muss, lassen den Zuschauer bangen. Solche vermeintlich aussichtslosen Szenen, fanden sich in früheren Staffeln öfter – zum Beispiel als Rick im Panzer, umgeben von Zombies, in der ersten Staffel gefangen war. Allerdings fungierte so etwas immer eher als Cliffhanger und war nicht unbedingt Teil der Haupthandlung. Dass die Menschen in das Haus eindringen, schlägt eine weitere Brücke zu früheren Episoden: Es stellt sie Erinnerung daran wieder her, dass in der apokalyptischen Welt neben den Zombies, vor allem andere Menschen eine hauptsächliche Bedrohung darstellen.

Es war außerdem vorteilhaft, dass die Anzahl der Charaktere und Handlungsstränge wieder verringert wurde, denn zum Beispiel in der letzten Folge war einfach zuviel los. Je weniger Charaktere eine Rolle spielen, umso tiefgründiger kann die Story sein. Jedoch muss gesagt werden, dass Michonnes Preisgabe über ihren Sohn für den Zuschauer repetitiv war: Bereits in „After“ erfuhren wir innerhalb ihrer Traumsequenz, dass sie einen Sohn hatte. Die einzige neue Information ist sein Name. Zudem ist klar, dass ihr der Verlust ihres Kindes zu schaffen macht – auch das wurde bereits mehrfach angeschnitten. Verlust zieht sich als eines der zentralen Themen durch die gesamte Serie – was auch Sinn macht. Doch die Szene in „Claimed“, in der Michonne in einem Haus (in dem Carl und sie nach Essen  suchen) ein Kinderzimmer betritt in dem Leichen einer ganzen Familie liegen, die sich wohl selbst das Leben nahmen, nur um zu zeigen, wie sehr dies Michonne zu schaffen macht und sie an ihr eigenes Leid erinnert, ist vielleicht etwas zuviel des Guten.

Insgesamt ist „Claimed“ aber eine gute Folge, die Spannung, Zwischenmenschlichkeit und neue Charaktere vereinigt und die einige Fragen aufwirft. Der Zuschauer kann unter anderem gespannt sein, ob die Grimes und Michonne es bis zum „Terminus“ schaffen und wenn ja, ob sie dort auf Tyreese und Co. treffen werden. Zudem sind Abraham, Eugene und Rosita und vor allem ihre Mission bleibt mysteriös: Kennt Eugene wirklich den Grund der Zombie-Plage und kann er tatsächlich den Virus heilen?

Wie fandet Ihr die Folge? Wie gespannt seid Ihr, wie es weiter geht?