„Seit ich gegen die Scheibe gelaufen bin, bin ich ein Promi.“ Mit ihrem messerscharfen Verstand hat Ela Tas auf sich aufmerksam gemacht und die Herzen der Massen erobert. Oder auch nicht. Am Sonntagabend gewann sie die Wahl zur „Miss Unbeliebt“ und musste das „Promi Big Brother“-Haus verlassen. Unser Redakteur studiert auch an der Uni Hamburg und wirft einen Blick hinter die Fassade.

Endlich wieder ordentlich was essen. Ela ist draußen und freut sich auf mehr Mampf. (Foto: Sat.1.)
Endlich wieder ordentlich was essen. Ela ist draußen und freut sich auf mehr Mampf. (Foto: Sat.1.)

Promi Big Brother ist ein bisschen wie ein Verkehrsunfall. Scheußlich, eine Beleidigung für die Augen geradezu, aber man kann auch nicht weggucken. Der Archetyp der modernen deutschen Frau musste nun aber das „Promi Big Brother“-Haus verlassen: Ela Tas, Rächerin der kleinen Nutella-Packungen, war zu unbeliebt. Am Sonntagabend war Schluss. Wer wird sie nun lesen, die tollen Headlines auf Elas Facebook-Seite wie: „Überraschung: Hab jetzt bis spätestens zum 29. August mein Handy aus.“, „Nach langer Zeit.. Nur zu zweit.. Woouoowoouuw ;))“ oder „+++ Achtung Autogrammstunde ! +++“ Was der Menschheit nun alles entgeht, kaum auszudenken. 

Die angehende Langzeitstudentin scheint der Auszug bei „Promi Big Brother“ nicht sonderlich zu stören. Immerhin ist sie ja durch eine Glasscheibe zum waschechten Promi geworden. Aber was macht eigentlich das Studium? Den Kannibalen-Fall, den Nacktmull Schill ihr auftischte, eigentlich ein juristischer Standard-Fall für Strafrechtsanfänger, kannte sie schonmal nicht. „Ich bin ja auch ziemlich klug und Jura ist für mich ja nur ein Hobby.“ Könnte aber ein sehr kurzes Hobby werden. Allerspätestens nach 5 Semestern ohne Zwischenprüfung ist da nämlich Schluss an der Uni Hamburg. Und das wird eng. Schließlich möchte Doppel-D-Ela ihre Klausurenphase lieber in Miami oder St. Tropez verbringen. Am Ende wurde es aber dann doch nur Antalya. Ob vielleicht ihre Körbchengröße den Professoren ausreichen wird, um sie bestehen zu lassen? Im Rechtshaus der Uni Hamburg ist sie jedenfalls ein eher unbekannter Gast. Wenn man mit dem Bild von Ela durchs Rechtshaus rennt und die Leute fragt, ob sie die Person dort kennen, reagieren die meisten mit Schulterzucken oder Kopfschütteln. Einer der Pförtner meint, sie schonmal gesehen zu haben. Im Fernsehen. Na, wenn das nichts ist? „Aber sie braucht Jura ja eh nicht. Sie ist ja ein Star und wird bald groß rauskommen.“ Das sagt sie zumindest den Kommilitoninnen, die sich noch an sie erinnern können.

Die Hobby-Studentin und der lüsterne Ex-Richter. Klassische Situation für angehende Juristinnen. (Fotos: Sat.1)

Die Hobby-Studentin und der lüsterne Ex-Richter. Klassische Situation für angehende Juristinnen. (Fotos: Sat.1)

Ansonsten ist sie ja immerhin geradezu eine Koryphäe wenn es um Beauty und Shopping geht. Aber das kostet ja alles Geld. Ob da vielleicht ein reicher Mann Abhilfe leisten könnte? Ach nee halt, Frauen, die nen reichen Typen wollen findet Ela ja doof. Ein ungewöhnlich selbstkritischer Akt für die selbstüberzeugte ehemalige „Bachelor-Kandidatin. Aber vielleicht ist die Universität überhaupt gar nicht so der richtige Ort für eine junge Frau, die sich auf Facebook fragt, was Liebe ist und ob der Mond tatsächlich echt ist. Vielleicht wäre sie besser geeignet für die Werbe-Clips auf RTL 2 nach Mitternacht. Da heißt es doch oft  „Wähle XXXX-XXXXXX und frag nach Studentin.“ Telefonieren tut sie ohnehin gern. Und anfassen wird sie da auch keiner. Anders als im „Promi Big Brother“-Haus. Dort musste sie schließlich als Zielobjekt für sexuelle Belästigung durch zwei Frührentner herhalten. Aber das hat die arme kleine Lästernatter nun ja hinter sich. Dafür geht sie nun erstmal baden. Und Telefonieren. Vielleicht besser nicht gleichzeitig. Nur so zur Sicherheit. 

Ihren Fans bleibt Glasscheiben-Ela natürlich erhalten. Sie hat sich vor Kurzem eine Homepage eingerichtet. Schon fünf Blog-Einträge finden sich darauf. Darunter „Twitter Account Eingerichtet“ – inklusive Screenshot vom ersten Tweet „Richte gerade mein Twitter ein.“ und ähnlich illustre Themen wie „Hinweis zu Google Analytics“, „Hinweis zu Facebook Plugins“ und „Hinweis zu Twitter Funktionen“. Kurzum: Alles, was die Menschheit je über Ela wissen wollte.

Immerhin bleibt all den „Promi Big Brother“-Gaffern noch Pornosternchen Mia erhalten, die nach dem Ela-Rauswurf nachts erstmal sich und die Voyeure – will sagen: Zuschauer – mit ihrem Lieblingsvibrator verwöhnte. Na, wenn das kein deutsches Qualitäts-TV ersten Ranges ist. Da lässt der Untergang des Abendlandes sicher nicht mehr allzu lange auf sich warten.

Habt Ihr auch gegen Ela gestimmt oder seid Ihr einfach froh, dass sie weg ist? Wer wird als nächstes gehen müssen? Schreibt es uns!