Wer skurrile und schräge Filme mit einem hohen Anteil an blutigen Szenen mag, für den ist die Serie „Hellfjord“ genau das Richtige. Wir machen Lust auf mehr.

So sieht ein echter Bulle in Hellfjord aus!

So sieht ein echter Bulle in Hellfjord aus!

Der Polizist Salmander (Zahid Ali) erschießt während einer Parade zum norwegischen Nationalfeiertag sein Pferd, schlägt dann noch mit einer Tuba auf das arme Tier ein und beendet es schließlich, indem er mit dem Auto darüber fährt. Als Strafe wird er aus Oslo verbannt und in den fiktiven Ort Hellfjord im hohen Norden versetzt. Hellfjord ist die einzige norwegische Stadt, in der ausnahmslos jeder Bürger raucht, vom Säugling bis zum Komapatienten. Recht bald nach seiner Ankunft merkt Salmander, dass in Hellfjord etwas nicht stimmt. Mit ihm als Fremden wollen die Einheimischen aber nicht reden. Hilfe bekommt Salmander von Kobba (Stig Frode Henriksen), der ihn für die ersten Nächte in der örtlichen Gefängniszelle schlafen lässt. Einige Tage nach Salmanders Ankunft in Hellfjord geschieht in der örtlichen Fischfabrik „Hellfisk“ ein Mord. Mithilfe seiner neu gefundenen Freunde macht Salmander sich an die Aufklärung des Verbrechens. Unterstützung bekommt er neben Kobba noch von dessen Frau Riina (Pihla Viitala), einer heißen Finnin, die nur selten etwas sagt und Johanne (Ingrid Bolsø Berdal), der örtlichen Journalistin.

Die Geschichte beginnt wie bei „Willkommen bei den Sch’tis“: Ein Beamter baut Mist bei der Arbeit und wird in den rauen Norden zwangsversetzt. Während sich die nordischen Franzosen aber recht schnell als sehr liebenswürdig entpuppen, gelingt das den Charakteren bei „Hellfjord“ nur schwerlich. Bis zum Schluss bleiben die meisten der Figuren nahezu abstoßend. Die Serie lädt nicht dazu ein, sich mit Überhelden identifizieren zu können und ist mitunter genau deswegen sehenswert. In ihrer Tristesse ist die Welt um Hellfjord durch ihre Skurrilität erstaunlich bunt.

Produzent Tommy Wirkola ist längst kein Neuling mehr in dem Genre. 2007 drehte er die „Kill Bill“-Parodie „Kill Buljo“, die international für Aufmerksamkeit sorgte und auch „Dead Snow“, die Nazi-Zombie-Komödie, wird von Liebhabern der Genres geschätzt. „Hellfjord“ wurde aufgrund des schwarzen Humors auch mehrfach mit der amerikanischen Serie „Twin Peaks“ verglichen. Die Regie der Serie übernahmen Vegar Hoel („Dead Snow“, „Age of Heroes“), Roar Uthaug („Cold Prey- Eiskalter Tod“, „Escape – Vermächtnis der Wikinger“), Patrik Syversen („Manhunt – Backwoods Massacre“, „Prowl“) und Ole Giæver („The Mountain“). Das Drehbuch wurde von Zahid Ali, Tommy Wirkola und Stig Frode Henriksen gemeinsam geschrieben. Hellfjord wurde im Auftrag des NRKs (Norsk rikskringkasting) produziert. In einer Staffel gibt es sieben Folgen mit je 30 Minuten Spielzeit.

Will Ferrell („Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“, „Zoolander“) und Adam McKay („Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy“, „Die Stiefbrüder“) sicherten sich bereits die Remake-Rechte für den amerikanischen Markt. Der Sender Showtime plant eine Neuverfilmung. Dabei bleibt fragwürdig, ob sie an der Serie überhaupt noch etwas verbessern können.Warum sollte es nötig sein, den norwegischen Spaß amerikanisch aufzubereiten? Schon bei der Stig Larsson-Trilogie schien eine amerikanische Neuverfilmung völlig überflüssig.

Jenen, denen verschrobene Charaktere, unsinnige Dialoge und merkwürdige Handlungsmuster gefallen, sei diese Serie aus dem europäischen Norden ans Herz gelegt. Konntet Ihr bei dem finnischen Film „Helden des Polarkreises“ von Dome Karukoski hingebungsvoll lachen? Wenn ja, dann muss Euch „Hellfjord“ gefallen. Für Freunde des absoluten Nonsens ist diese Serie unbedingt etwas.

Interessiert? Dann schaut doch mal in den Trailer: