• 07-10-2014
  • Reviews & Meinungen

Filmkritik: „Wish I Was Here“

Zehn Jahre nach "Garden State" bringt Zach Braff endlich seinen neuen Film "Wish I Was Here" ins Kino. IOFP verrät Euch, ob der "Scrubs"-Star an seinen Indie-Hit von damals anknüpfen kann. Der gescheiterte Schauspieler Zach Braff war von 2001 bis 2010 Dr. John Dorian in der Comedy-Serie "Scrubs". Bereits nach den ersten paar Staffeln der Show wurde Braff die Möglichkeit geboten seinen ersten eigenen Kinofilm zu drehen. "Garden State" beschreibt die Rückkehr des gescheiterten Schauspielers Andrew Largeman in seine Heimatstadt New Jersey. Dort lernt er während eines Arztbesuchs die junge Sam (Natalie Portman) kennen und verliebt sich in sie. Zach Braff schrieb das Drehbuch, führte Regie und spielte die Hauptrolle in dem Film. Dieser bekam gute Kritiken und konnte auf voller Linie überzeugen. Ein Highlight des Machwerks ist der zusammengestellte Soundtrack, der Bands wie Coldplay, The Shins, Simon & Garfunkel und Zero 7 beinhaltete und mit dem Grammy als beste Compilation des Jahres ausgezeichnet wurde. Vier Jahre nach dem Ende von "Scrubs" und zehn Jahre nach "Garden State" steht nun Zach Braffs zweiter Film "Wish I Was Here" an, bei dem er wieder am Drehbuch mitgeschrieben, die Regie und die Hauptrolle übernommen hat. Nach dem letzten Erfolg sind die Erwartungen an das neue Werk dementsprechend hoch. Zach Braff wollte an "Wish I Was Here" wieder weitestgehend selbstständig arbeiten und sich von so wenig Leuten wie möglich in das Projekt reinreden lassen. Das Drehbuch verfasste er dieses Mal mit seinem Bruder Adam. Er startete eine Crowdfunding-Aktion, um das Startkapital von zwei Millionen Dollar zu sammeln. Nach drei Tagen und Spenden von über 46.000 Leuten war das Geld bereits zusammen. Man weiß nicht welche Probleme Zach Braff mit seinem Beruf hat, allerdings steht auch bei "Wish I Was Here" ein gescheiterter Schauspieler, gespielt von Braff, im Zentrum des Films. Auf der Suche nach der Liebe ist er allerdings nicht mehr, denn die hat er in Form von Kate Hudson schon zuvor gefunden. Die Geschichte handelt von Aidan Bloom, der gemeinsam mit seiner Frau Sarah und ihren beiden Kindern Grace (Joey King) und Tucker (Pierce Gagnon) in Los Angeles lebt. Während Sarah mit einem nervigen Bürojob, bei dem sie auch noch von einem Kollegen belästigt wird, dafür sorgt, dass das Geld nach Hause kommt, jagt Aidan einem Rollen-Casting nach dem anderen verzweifelt hinterher. Ihre Kinder wollen sie nicht auf eine öffentliche Schule schicken. Da das Geld für eine private Schule allerdings nicht ausreicht, übernimmt die Kosten für eine Privatschule Aidans Vater Gabe (Mandy Patinkin). Die Bedingung des Strenggläubigen dafür ist allerdings, dass es eine jüdische Schule sein muss. Der Deal zwischen Vater und Sohn bricht zusammen, als bei Gabe erneut Krebs diagnostiziert wird und er all sein Geld in eine neue Heilmethode stecken muss. Aidan und Sarah sind gezwungen ihre Kinder von der Schule zu nehmen. Weil Aidan sowieso nicht arbeitet, beschließt Sarah, dass der Vater die Kinder zu Hause unterrichten soll. Aidan merkt bereits bei der ersten Mathestunde, dass er an seine Grenzen kommt. Er gestaltet den Unterricht daher auf unkonventionelle Art. Der Schein trügt Zach Braff hat für seinen Indie-Film einen tollen Cast zusammengestellt. Er und Kate Hudson geben ein schönes Paar ab. Die 15-jährige Joey King überzeugt als Teenager auf der Suche nach sich selbst. Mandy Patinkin spielt den sterbenden Großvater sehr emotional mitreißend, mit witzigen Augenblicken. Für Gastauftritte konnte Braff seine Freunde Donald Faison (Dr. Turk aus "Scrubs") und Jim Parsons (Sheldon aus "The Big Bang Theory"), der auch schon bei "Garden State" dabei war, überzeugen. Die beste Leistung des Films liefert jedoch Josh Gad ab, der Aidans Bruder Noah spielt. Gad findet sich normaler Weise in Gastauftritten bei Comedy-Serien, wie "New Girl", "Modern Family" und "Californication" wieder. In "Wish I Was Here" spielt er den freakigen Onkel, der mit seinem Vater gebrochen hat und eigentlich nur seine Nachbarin durch ein selbstgebasteltes Kostüm beeindrucken möchte. Diese Rolle spielt er in allen Belangen überzeugend und man kann sicher sein, dass man diesen Schauspieler in Zukunft öfter sieht. Wenn man die Trailer zum Film gesehen hat, sah man viele schöne Bilder zu grandioser Musik. Braff hat wieder einen klasse Soundtrack zusammengestellt, für den Acts wie Bon Iver und The Shins extra neue Songs aufgenommen haben, die im Film die Szenen optimal untermalen. Ebenso gibt es viele eindrucksvolle Bilder mit Sonnenuntergängen, die von verschiedensten Positionen aufgenommen wurden. Das Problem an Braffs Werk ist, dass die schönen Bilder und die gute Musik in der vollgepackten und langgezogenen Geschichte ein wenig untergehen. Der Film kommt nicht richtig in Gang und wenn man das Gefühl hat, dass es nun losgeht, ist es auch schon wieder vorbei. Die Gebrüder Braff haben viele Familienprobleme in diese Geschichte hineingelegt, die es alle zu erklären gilt und dem Film somit den richtigen Fluss nehmen. Bevor man schließlich die Charaktere richtig verstanden hat, war es das schon. So wurde in den Trailern eine Neugier geweckt, die im Film nicht richtig gestillt werden kann. Fazit "Garden State" ist der Film an dem sich Zach Braff messen lassen muss und als die ersten Bilder von "Wish I Was Here" veröffentlicht wurden, hatte man den Eindruck, dass der Filmemacher tatsächlich seinem Erstling noch einen drauf setzen kann. Die Geschichte des Films ist nicht schlecht, jedoch hakt sie an einigen Stellen so sehr, dass kein voller Filmgenuss entstehen kann. Es gibt viel gute Musik zu hören und viele schöne Bilder zu sehen, die sich allerdings leider im Film verlieren und so nur ein mittelmäßiger Eindruck am Ende übrig bleibt. Man kann dem sympathischen Zach Braff nur wünschen, dass er nicht sein gesamtes Pulver bei "Garden State" verschossen hat.

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  • 24-08-2014
  • Reviews & Meinungen

Floppt „Extant“ noch bevor es deutschen Boden erreicht?

Wie traurig waren wir alle über das vorzeitige Ende von "Firefly"? Sheldon weint heute noch darüber. Auch Extant, der brandneuen Sci-Fi-Serie von Steven Spielberg und CBS, könnte dieses Schicksal blühen. Erst der Sendetermin verlegt, nun wird das Ende vorgezogen: Keine guten Nachrichten für die Hoffnung auf einen neuen Stern am Sci-Fi Serienhimmel. Und das trotz Halle Berry. Aber warum eigentlich, Herr Spielberg? Es hatte doch alles so schön angefangen. Weltraum, eine privatisierte Menschheitszukunft mit Touch-Screen im Badezimmerspiegel, dazu ein Roboterkind und eine beklemmende Begegnung mit mysteriösen Außerirdischen. Ganz viel Science-Fiction auf einmal. Fast wie bei einem Überraschungsei. Und endlich mal wieder eine vielversprechende Science-Fiction Serie. Das Genre liegt ja quasi seit "Battlestar Galactica" irgendwie brach. Nun scheinen bei "Extant" schon nach den ersten Folgen die Zuschauerzahlen einzubrechen – und CBS wird nervös. Statt der Menschheit scheint eher die Serie selbst vom Aussterben bedroht. Zeit für einen Kommentar, bevor es ein Nachruf werden muss. Die Frage nach dem "Warum?" gestaltet sich schwierig. CBS fürchtet die Konkurrenz. Der US-Fernsehmarkt ist hart umkämpft, denn Serien sind schließlich die neuen Filme. So wurden die Sendezeiten verlegt, damit "Extant" nicht in denselben Slots liegt wie die etablierten Publikumsmagneten „Modern Family“ oder „Law & Order: SVU“. Aber woran liegt es, dass die Zuschauerzahlen schon von Folge 1 auf 4 um ein Drittel gefallen sind? Will "Extant" zu viel auf einmal? Oder schauen die Leute inzwischen lieber bei Big Brother irgendwelchen Heinis beim Rasieren zu, statt Halle Berry mit neuer Frisur und Schwerelosigkeit? Zuviel Handlung in zu wenig Zeit ist doch eigentlich eher der Fehler von Filmen. Extant macht diesen Fehler leider in Serie: Viele Plots werden angerissen, aber eben auch nicht mehr. Es sind zu viele um wirklich in die Tiefe zu gehen, scheint es. Dabei sind doch gerade Serien dazu da, dass sich die Handlung und die Charaktere entwickeln können. Man fühlt sich  als Zuschauer irgendwie gehetzt. Personen tauchen auf, nur um gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden. Vieles bleibt gewollt rätselhaft – was ja nicht unbedingt schlecht ist. Spätestens seit "The Walking Dead" sind wir es ja gewohnt, dass nicht immer alles erklärt wird. Aber Extant wirkt dazu auch noch irgendwie konfus. Dabei ist keines der Konzepte der Serie wirklich neu: Im Grunde wirkt es ein wenig wie "A.I.-Künstliche Intelligenz" gepaart mit "Alien", dazu ein, zwei Löffel der "Unheimlichen Begegnung der Dritten Art", einem Schuss "Taken" und einer Prise der futuristischen Welt von "Minority Report". Sind auch fast alles Produkte von Spielberg selbst, so richtig überanstrengt er hat sich da also nicht. Worum geht es denn eigentlich? Um den kleinen Robo-Pinocchio? Das Alien in Halle Berrys Bauch? Die fiese Verschwörung korrupter Konzernsoldaten um das Leben ihres japanischen Chefs zu retten? Wer genau will denn nun der Menschheit in "Extant" ans Leder? Der kleine Ethan will ein richtiger Junge sein. Ist er aber nicht. Stattdessen ist er das Produkt eines "Vaters", der glaubt, dass künstliche Intelligenz nur dann eine ausgereifte, menschenfreundliche Persönlichkeit werden kann, wenn sie auch wie ein Mensch aufwächst. Ist ja nach Skynet, Shodan und den Zylonen mal ein neuer Ansatz. Der Junge sieht auch fast so aus wie der aus A.I. Ab und an benimmt er sich zwar wie ein kleiner Hannibal Lecter, der statt Psychologe eher Ornithologe werden will, wenn er groß ist.  Doch ein paar Einstellungen später ist er wieder ganz der zuckersüße Bubi: Er hat ein Bild gemalt und möchte seine Familie vor dem Aussterben retten. Das Wort hat er im Museum gelernt. Welches Aussterben denn plötzlich? Achso, ja im Titel verändert sich das Wort "Extant" (überlebend/existent) bedeutungsschwanger-bedrohlich zu "Extinct" (ausgestorben). Mami und Papi vor dem Aussterben retten, klingt aber nicht nach Menschheit ausrotten. In "Extant" ist der künstliche Mensch also ganz lieb und fast so putzig wie Data. Meistens jedenfalls. Und die schauspielerische Leistung ist auch okay. Trotzdem fragt man sich die ganze Zeit: Warum braucht ein Setting wie in "Extant" ausgerechnet noch ein künstliches Kind? Als wäre eine von mysteriösen Außerirdischen eingeleitete Marienschwangerschaft allein nicht bemerkenswert genug. Dazukommt dann erstmal die böse Geschäftswelt in Gestalt der privatisierten und globalisierten NASA, die nun ISEA heißt. Nicht erst seit der letzten Finanzkrise sind böse Konzerne und Geschäftsleute brauchbare Bösewichte. Gucken alle nett, aber beschäftigen heimlich skrupellose Wissenschaftler und überwachen ihre Angestellten. Doch die unfreundlichen Herren der ISEA sind nicht nur ein Lidl in noch böser. Sie haben auch gewusst und geplant, dass Halle Berrys Figur dort auf der Station mitten im Wo-eigentlich eine unheimliche Begegnung haben könnte. Nebenbei hat der Konzern auch seine eigene Privatarmee - praktisch zum Angestelltejagen - und einen ausländischen Chef, der nicht sterben will. Das alles ist zwar schlecht für die Gesundheit der Mitarbeiter, aber noch nicht menschheitsbedrohlich. Vielleicht fehlt aber auch einfach nur ein kompetenter Betriebsrat. Aber den würde der ultrareiche Tiefkühlboss bestimmt, wie hierzulande üblich, auch mit Luxusreisen, Geldgeschenken und leichten Damen bestechen. Problematisch ist natürlich, dass mit all diesen Ressourcen der Weltraumkonzern ISEA für eine dreiköpfige Familie aus Robokind, einem etwas drögen Wissenschaftler und der Mutter mit 13-Monate Weltraum-Jetlag einen nahezu unbesiegbaren Gegner darstellt. Wenn also Regisseur und Drehbuchautor nicht schummeln, wäre dieser Kampf schnell entschieden. Schließlich haben wir da noch Storm - Verzeihung! - Halle Berry das Ex-Bondgirl mit Kornkreisen auf und Alienbaby im Bauch. Es ist ein bisschen so, als hätte H.R. Giger angefangen Mandalas zu malen. Getrieben von Visionen ihres verblichenen Ex-Lovers, versucht die dauerüberforderte  Mutter, die mal eben auf eine 13-Monate-Mission im Weltall geht (allein, wohlgemerkt), mit ihrer unbefleckten Empfängnis fertig zu werden. Was da in ihr heranwächst - wer weiß. Aber auch wenn sie vorher unfruchtbar war, scheint sie die Tatsache, dass sie auf einer Solomission schwanger wurde, nur ein klein bisschen zu beunruhigen. So richtig panisch will sie trotz Ohnmachtsanfällen und dem Sehen von Leuten-die-gar-nicht-da-sind aber auch nicht werden. Selbst die Hauptfigur des zweistündigen Logikfehlers namens "Prometheus" (in dem die Charaktere nicht einmal klug genug waren, zur Seite auszuweichen, wenn etwas langsam auf sie stürzt) kam wenigstens auf die Idee, sich das komische Ding, das sich da in ihrem Uterus rumwurschtelte, bei nächstbester Gelegenheit rauszuschneiden. Molly Woods (Wer hat sich in Hollywood eigentlich diesen hochkreativen Namen ausgedacht?), Halle Berrys alter Ego in "Extant" erträgt das Ganze mit stoischer Ruhe und findet die Erklärung, dass ihr heimlich von ihrem Arbeitgeber Fruchtbarkeitspräparate verabreicht wurden, ganz okay. Auch wenn dann immer noch die Frage im Raum steht, wie sie allein, mitten im Weltraum, schwanger wurde. Aber wer will denn dann eigentlich die Menschheit aussterben lassen? Vielleicht erfahren wir das noch, wenn wir weitergucken. Und CBS uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Muss es denn immer gleich das große Menschheitsaussterben sein? Klar, Außerirdischen kann man nicht trauen. Die sind ja nicht von hier. Und wer weiß, was die im Schilde führen. Aber so richtig Angst um die Menschheit kommt nicht auf, bloß weil Mollywood einen auf Ghost Whisperer macht und der Nachwuchs in ihr manchmal komisch unter ihrem Bauch zappelt, mal Kornkreise aus Haut pinselt. Zu der Zeit, bei der Molly das erste Mal ohnmächtig wird, lagen bei "Independence Day" schon Washington und New York in Schutt und Asche. Wenn es um Katastrophen geht, herrscht in Hollywood seit längerer Zeit die Gigantomanie. Stürme, Tornados, Vulkanausbrüche - all das taugt maximal noch für B-Movies. Die paar gestauchten Knöchel und fliegenden Kühe oder Haie will doch keiner mehr sehen. Großes Aussterben ist "in". Richtig schlimm sind Gefahren erst, wenn sie der ganzen Menschheit an den Kragen wollen. "2012", "The Day After Tomorrow" und so weiter. Selbst im neuesten Transformers-Schinken ("Ära des Untergangs") geht es um "Extinction". Zumindest im Titel. Denn wer genau da ausstirbt ist mir selbst nachdem ich den Film gesehen habe unklar. Die Menschheit war's jedenfalls nicht. Wenn man also die Leute ins Kino ziehen will, dann muss es immer gleich der große Tod sein, nach Möglichkeit mit 3D, Slow-Motion und ganz vielen bunten Explosionen. Für nur fünf Tote geht doch heute keiner mehr ins Kino. Sofern sie nicht berühmte Tote sind. Als würde man nur dann erkennen, dass die Bösen wirklich böse sind, wenn sie nicht nur einen, sondern gleich alle abmurksen wollen. Man will halt keine halben Sachen mehr machen. Aber vielleicht hat Herr Spielberg auch nur vergessen, dass er eine Serie und keinen Film dreht und sich gar nicht so sehr beeilen muss? "Game of Thrones" läuft seit vier Staffeln und die Weißen Wanderer sind noch immer nördlich der Mauer. Tut doch also gar nicht Not, das so übers Knie zu brechen. Vielleicht führt er uns mit dem "Extinct" auch bewusst in die Irre. Hat bei "Transformers 4" ja auch funktioniert. Da gab's das große Sterben auch nur im Filmtitel. Ist "Extant" also zu Recht in seiner Existenz bedroht? Spielbergs Serienproduktionen stehen wie zuvor unter keinem guten Stern. "The River" - abgesetzt. "Terra Nova" - abgesetzt. Und dass sich "Under the Dome" gehalten hat, lässt die Kritiker bis zum heutigen Tage noch ungläubig Löcher in die Luft starren. Aber auch "Under the Dome" hat von Staffel 1 auf Staffel 2 ein Viertel seiner Zuschauer verloren. CBS sollte es erstmal so machen wie Molly Woods: Ruhig bleiben, trotz Alienbaby. Der Serienmarkt ist halt umkämpfter als früher. Ist doch auch alles nicht so schlimm: In Österreich hat sich der ORF immerhin schon die Rechte an "Extant" gesichert. Ein Termin für einen Deutschlandstart ist allerdings noch völlig unbekannt. Vielleicht möchte Vox ja drei Folgen zeigen, bevor die Serie wieder aus dem Programm genommen wird, weil einer der Zuschauer krank wurde. Es wäre schade, denn eigentlich hat "Extant", allen berechtigten Unkenrufen zum Trotz, viel zu bieten. Nicht nur Halle Berry liefert gewohnt gutes Schauspiel, sondern auch Michael O'Neil als Mollys Vorgesetzter verkörpert seine Figur überzeugend. Die Grundidee und die gezeigte Welt haben unheimlich viel Potential. Klar, weder das Robokind, noch das bisher in der Serie schwer greifbare Frühableben der gesamten Menschheit sind neu, aber man kann so viel mit dieser Welt der näheren Zukunft machen. Selbst ohne kuschelpsycho Robot-Boy wären die Verschwörung der Weltraumagentur, die mysteriösen Außerirdischen und ihre völlig unbekannten Absichten sehenswert. Spielbergs Serien machen vor allem dann Spaß, wenn sie nicht zu viel auf einmal wollen. Beste Beispiele: "Band of Brothers": Weltkrieg, Drama, 10 Folgen, Vorhang, gut. "Taken": Entführungen, schon wieder Aliens, aber spannend, 10 Folgen, auch gut. "Terra Nova" hingegen: "Krasse No-Future-Welt, Zeitreisen, Dinosaurier, Familenprobleme?, Teenager-Loverstory??, ganz schlecht. Entweder muss Spielberg also die Serie kürzen, oder endlich einmal lernen, Geschichten etwas entspannter und ausführlicher zu erzählen, ohne sie gleich zu überladen. Vielleicht kommt die geniale, atemberaubende Storywendung ja noch im Verlauf der Staffel. Außerdem will ich doch wenigstens wissen, was sich die Autoren bei der Serie gedacht haben - und wie wir Menschen diesmal aussterben sollen.

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