• 30-09-2014
  • Reviews & Meinungen

Heimkino-Tipp: „Blood Ties“

Der Franzose Guillaume Canet ist ein Experte auf dem Gebiet der einprägsamen Inszenierung. In seinem neuen Streifen "Blood Ties", einer Hommage an den Film Noir, versammelt eine eine ganze Schar von Hollywoods Hochkarätern und überlässt sie ihrem Schicksal. IOFP hat sich die Direct-to-DVD-Produktion einmal genauer angesehen und wundert sich ernsthaft darüber, dass es der Film hierzulande nicht in die Lichtspielhäuser schaffte. New York, 1974 Nach 9 Jahren wird Chris (Clive Owen) wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen – herzlich empfangen von seiner Schwester Marie (Lili Taylor) und seinem Vater Leon (James Caan). Sein jüngerer Bruder Frank (Billy Crudup) hingegen, der Karriere bei der New Yorker Polizei gemacht hat, verhält sich ihm gegenüber misstrauisch. Dennoch ist er bereit, Chris eine Chance zu geben: Er lässt ihn bei sich einziehen, vermittelt ihm einen Job und begleitet ihn, als Chris seine verärgerte Ex-Frau Monica (Marion Cotillard) und seine beiden Kinder besucht. Zuerst sieht es so aus, als würde Chris‘ Neustart gelingen. Er verliebt sich in seine schüchterne Kollegin Natalie (Mila Kunis), die ihn in seinem Wunsch bestärkt, seine kriminelle Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Doch dann wird Chris gefeuert und er verfällt wieder in seine alten Muster. Als Frank Chris dabei beobachtet, wie dieser einen Geldtransport überfällt, muss er sich entscheiden – für seinen Bruder oder für das Gesetz. Mit seinem Gangster-Epos "Blood Ties" bricht Regisseur und Schauspieler Guillaume Canet ("Jappeloup - Eine Legende") von Beginn an mit gängigen Sehgewohnheiten. Unter seiner Anleitung agiert ein namhafter Hollywood-Cast: Angefangen bei Clive Owen und Mila Kunis über Mario Cottilard, Billy Crudup, Zoe Saldana bis hin zu James Caan und Lili Taylor weiß der Regisseur sein großes Ensemble zu einer bemerkenswerten Einheit zusammenzuführen. Dieses manövriert der Filmemacher durch ein Skript, das, verfasst von Canet selbst sowie James Gray ("Two Lovers"), das dem Film Noir der Siebziger- und Achtzigerjahre einen beeindruckenden Tribut zollt und an Filme wie zuletzt "Gangster Squad" und "Broken City" erinnert. Untermalt von der kühlen Fotografie eines Christophe Offenstein ("Kleine, wahre Lügen") versetzt "Blood Ties" das Publikum direkt zurück in die Seventies. Dabei entwickelt sich die Spannung sukzessive - vor allem die erste Hälfte wird von eindringlichen, wenn auch sehr ausführlichen Dialogen dominiert. Für den Suspense ist dies jedoch förderlich: Erst nach und nach mündet die stetig beklemmender werdende Anspannung in einen großen Knall. Das wird vor allem das genreaffine Publikum zu schätzen wissen, die den düsteren Thriller lieben. Fazit Mit seinem düster-pessimistischen, starbesetzten Thriller "Blood Ties" gelingt dem Regie-Geheimtipp "Guillaume Canet" den Sprung an die internationale Filmemacher-Spitze. Sein zunächst behäbig erzählter Film wechselt ab der Hälfte in ein rasantes Cop-Manöver, das das Durchhaltevermögen des Zuschauers mit sehenswerten Choreographien und adrenalingeladenen Actionsequenzen belohnt. Der Cast spielt sich gegenseitig die Bälle zu und harmoniert insbesondere aufgrund in den Dialogsequenzen. Einzig die triste Inszenierung, die sich auch auf die technischen Ebenen niederschlägt. ist in Gänze fern von gängigen Sehgewohnheiten.

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen
  • 24-02-2014
  • googlenewsTV

„The Knick“: Neue Miniserie mit Clive Owen

Dass Krankenhaus-Serien wie "Dr. House" oder Urvater "Emergency Room" fast ein Erfolgsversprechen sind, ist unter Regisseuren bekannt. Die Mischung aus Drama, dem Kampf um ein Leben und einem Hauch Beziehungsdrama locken Millionen vor die Fernsehbildschirme. Mit "The Knick" steht ein weiterer Abkömmling des Genres in den Startlöchern. Die düster angehauchte Serie spielt im New York des Jahres 1900. Schauplatz ist die "Knickerbocker Klinik". An klinische Standards, wie wir sie heute kennen, ist nicht zu denken. Die Wunderwaffe Penicillin ist noch nicht entdeckt, die Sterberate ist immens hoch und chirurgische  Eingriffe sind mehr als ein nur riskantes Unterfangen. Unter diesen gegebenen Umständen versucht Clive Owen ("Sin City"), der einen Arzt mimt, die Medizin voranzutreiben und sie einen Schritt weit zu modernisieren. Verantwortlich für die Miniserie, die 10 Folgen umfasst, ist "Steven Soderbergh" ("Ocean's 13"). Clive Owen ist nicht nur einer der Hauptdarsteller, sondern wirkt auch als ausführender Produzent am Set mit. Er teilt sich die Arbeit mit Michael Begler ("Shaggy Dog")  und Jack Amil ("Der Prinz und ich"), die zudem  als Regisseure für die erste Episode verantwortlich sind. Ein erster Teaser zeigt eine Aneinanderreihung von Standbildern, die Ärzte in blutverschmierten Kitteln darbietet. Die Teaser-Bilder lassen darauf schließen, dass der Serieninhalt nicht mit Operationen und Todesfällen geizen wird und es wohl noch dramatischer um die Patienten steht, als in den uns bekannten Krankenhaus-Formaten, die zur Zeit ausgestrahlt werden. Es ist anzunehmen, dass "The Knick" sich deutlich von bekannten Krankenhaus-Serien abheben und mit einer dunklen und bedrohlichen Stimmung aufwarten wird. "The Knick" ist im Laufe des Jahres auf dem amerikanischen Sender "Cinemax" zu sehen. Ein datierter Sendetermin ist allerdings noch nicht bekannt. Wann Clive Owen im deutschen Programm zu sehen sein wird, ist folglich nicht zu sagen. Was haltet Ihr von der Idee eine Krankenhaus-Serie zu produzieren, die vor "unserer Zeit" spielt und die dramatischen Umstände der frühen Medizin aufzeigt? Habt Interesse daran, "The Knick" auch im deutschen Programm sehen zu können?

Interesse geweckt? Jetzt weiterlesen