Blu-ray-Kritik: Gold – Du kannst mehr als du denkst

Drei Menschen, drei Behinderungen, ein Ziel: Alle wollen sie bei den Paralympics 2012 in London eine Goldmedaille erhalten. Der Weg dorthin wird in „Gold – Du kannst mehr als du denkst“ von Michael Hammon begleitet und festgehalten.

Kurt Fearnley, Henry Wanyoike und Kirsten Bruhn (v.l.n.r.) geben in "Gold" Einblicke in ihre Gefühlswelt.

Kurt Fearnley, Henry Wanyoike und Kirsten Bruhn (v.l.n.r.) geben in „Gold“ Einblicke in ihre Gefühlswelt.

Es ist der beschwerliche Weg der deutschen Schwimmweltmeisterin Kirsten Bruhn, des Rennrollstuhlfahrers Kurt Fearnley aus Australien und des kenianischen Marathonläufers Henry Wanyoike. Alle drei Sportler teilen das gleiche Schicksal: Sie leben mit einer Behinderung. Kirsten Bruhn ist seit einem Motorradunfall im Jahr 1991 querschnittsgelähmt, Kurt Fearnley ist mit einer Missbildung der Wirbelsäule auf die Welt gekommen und Henry Wanyoike ist als Jugendlicher auf unerklärliche Weise über Nacht erblindet.

Doch sie teilen nicht nur das gleiche Schicksal, die haben auch alle drei das gleiche Ziel vor Augen: Sie wollen bei den Paralympischen Spielen 2012 in London für ihr Land die Goldmedaille mit nach Hause bringen. Ob ihnen das gelingt, ist in dem Film zweitrangig, denn in erster Linie geht es um den Werdegang der Sportler. Es geht darum, wie sie das Jahr zur Vorbereitung verbringen, wie sie trainieren, doch auch geht es um die Schicksale, die jeder einzelne von ihnen erlebt hat. Es geht um ihre Gefühle, ihre Ängste und zugleich auch ihre Stärken.

Kurt Fearnley

Kirsten Bruhn, Kurt Fearnley und Henry Wanyoike zeigen mit einer unglaublichen Lebensfreude und einem enormen Willen, dass ihre Behinderung kein Grund ist, das Leben nicht mehr zu genießen. So erfährt der Zuschauer von Kirsten Bruhn, dass sie zunächst schwer mit der Tatsache zu kämpfen hat, dass sie nicht mehr laufen kann. Sie wünschte sich sogar, tot zu sein. Doch durch die Unterstützung ihrer Familie fand sie den Weg zurück und gehört nun zu den erfolgreichsten deutschen Schwimmerinnen, die bei den Paralympischen Spielen angetreten sind.

Auch für Henry Wanyoike war es zunächst schwer zu akzeptieren, von nun an ohne Augenlicht durch die Welt zu wandern. Von Kindheitstagen an liebte er das Rennen, er war darin Klassenbester. Mit der plötzlichen Erblindung sah er seinen Wunsch, einmal ein erfolgreicher Läufer zu werden, schwinden. Er verfiel in eine Depression, doch er kämpfte sich daraus. Durch eine kenianische Hilfsorganisation für blinde Menschen fand er zurück ins Leben und begann sogar wieder mit dem Laufen. Inzwischen hält er mehrere Rekorde, hat mehrere Goldmedaillen für sein Land errungen und engagiert sich nebenbei noch als Wohltäter in seiner Heimat.

Henry Wanyoike

Zwar ist Kurt Fearnley von Geburt an gehandicapt, doch als Nachteil hat er das nie gesehen. Wie er selbst sagt, hat ihn seine Behinderung stärker gemacht. Schon immer habe er sich durchgekämpft und wollte als das gesehen werden, was er ist: ein Mensch. Er wollte keine Hilfe, kein Mitleid. Heute gehört er zu den erfolgreichsten Rennrollstuhlfahrer aus Australien, der in seiner Freizeit selbst die australischen Wellen mit seinem Surfbrett bezwingt.

Deutlich wird eines: Wenn die drei in ihrem Element sind, sei es im Wasser, auf Rollen oder beim Laufen, macht ihnen so schnell niemand etwas vor. Der Kampfgeist ist ungebrochen, für sie ist ihre Behinderung kein Nachteil, sondern sie sehen die positiven Eigenschaften darin. Sie sind erfolgreich in dem, was sie tun. Anderen Gehandicapten geben sie Mut. Sie erzählen von ihren Ängsten. Auch wenn Kurt Fearnley selbstbewusst wirkt und keine Hilfe von anderen fordert, sagt er in einem ruhigen Moment, dass es das Schlimmste für ihn wäre, wenn man ihm seine Freiheit nehmen würde. Wenn man ihm sagen würde, dass er mit seinem Rollstuhl an irgendeinem Ort nicht erwünscht sei.

Kirsten Bruhn

Regisseur Michael Hammon überlässt in „Gold – Du kannst mehr als du denkst“ seinen drei Protagonisten das Feld. Auch die Angehörigen der Sportler kommen zu Wort. Schildern ihre Sicht der Dinge. Schildern, wie sie mit dem Schicksalsschlag fertig werden mussten. Hammon wechselt dabei zwischen intimen Interviewaufnahmen auf der Couch oder im Garten und alltäglichen Situationen – beim Training in der Schwimmhalle, beim Spaziergang in Sydney mit der Ehefrau oder bei wohltätigen Momenten in der kenianischen Heimat.

Fazit

Michael Hammon gelingt mit seiner Dokumentation ein beeindruckender Film, der den Zuschauer emotional bewegt zurücklässt. Er zeigt, wie nah die Gefühle Leid und Triumph bei den Sportlern beieinanderliegen. Die drei Sportler kennen jedes davon – doch es hat sie nur stärker gemacht. Was hingegen außer Acht bleibt, sind die Paralympischen Spielen an sich. Zwar werden die Momente des Wettkampfes gezeigt, jedoch nur aus Sicht der Porträtierten. Die Spiele selbst bleiben jedoch unbeleuchtet. Nach welchen Kategorien die gehandicapten Sportler eingeteilt werden, bleibt unbeantwortet. Auch auf den Stellenwert, den die Paralympics in der Gesellschaft haben, wird nicht näher eingegangen. Das ist schade, denn der Film hat eindeutig Potenzial in dieser Richtung etwas zu verändern. Den Menschen zu zeigen, dass die Paralympischen Spiele die gleiche Anerkennung verdient, die wie Olympischen Spiele.

Kurt Fearnley

  • admin
  • 12. Januar 2014
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