• 13-07-2014
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„Californication“ – Das Ende einer Ära (Spoiler!)

Am 29. Juni 2014 strahlte der US-amerikanische Fernsehsender Showtime die allerletzte Folge "Californication" aus. Für IOFP ist dies der Anlass auf die sieben Staffeln der Comedyserie zurückzublicken und der Hauptfigur Hank Moody den Tribut zu zollen, den sie verdient. (Spoiler!) Die etwas andere Comedyserie "Californication" hat nach sieben Jahren und sieben Staffeln am 29. Juni 2014 ein Ende gefunden. David Duchovny, der nach seinem Ausstieg bei "Akte X" lange Zeit in wenig bedeutenden Kinofilmen untergekommen und quasi von der Bildfläche verschwunden ist, wurde die Rolle des Antihelden Hank Moody auf den Leib geschrieben. Jeder Mann wäre gern ein bisschen so, wie diese Hauptfigur. Hank Moody, erfolgreicher Buchautor dem sich alle schönen Frauen an den Hals werfen, ohne dass dieser viel dazu beiträgt. Er kann den Versuchungen nur selten widerstehen, doch eigentlich möchte er nur Eins: mit seiner früheren Liebe Karen (Natascha McElhone) zusammen sein. Sieben Staffeln lang jagt er dieser Liebe hinterher. Auch Karen liebt Hank über alles, aber es fällt ihr schwer mit ihm zusammen zu sein, wegen seiner ewigen Fremdgeh-Geschichten. In manchen Folgen sind sie glücklich zusammen, in anderen Folgen kann sie ihm nicht einmal in die Augen sehen. Dazu kommt noch, dass die beiden ein gemeinsames Kind haben. Auch Becca (Madeleine Martin) leidet oft unter der Fremdgeherei ihres Vaters, da sie sich nur eine heile Familie wünscht, doch eines Tages realisiert, dass ihr Vater ein hoffnungsloser Fall ist. Hank würde alles für sie tun und versucht wirklich ein guter Vater zu sein. Wenn man allerdings Hank Moody ist, gibt es zu viele Dinge, die einem dabei im Weg sind. Die Liebesgeschichte zwischen Hank und Karen beginnt in Staffel 1 damit, dass Karen mit ihrem neuen Lebensgefährten und Verlobten Bill (Damian Young), Becca und Bills Tochter Mia zusammenlebt. Mia wird gespielt von Madeline Zima, die manche als die jüngste Tochter aus der Comedyserie "Die Nanny" kennen dürften. Hank taucht immer wieder bei der Patchworkfamilie auf, um Karen und Becca zu treffen. Bevor Hank Bills Tochter Mia kennenlernt, haben die Beiden bereits eine Nacht zusammen verbracht. Das Ganze wird dadurch noch verschlimmert, dass Mia zu dem Zeitpunkt noch nicht volljährig ist. Die beiden verheimlichen die Affäre erfolgreich bis zum Ende der dritten Staffel, allerdings erpresst Mia Hank immer mal wieder mit der Geschichte und nutzt ihn innerhalb der drei Staffel aus. Hank schafft es am Ende der ersten Staffel Karen zurückzugewinnen. Als jedoch die Affäre mit zwischen Mia und Hank ans Tageslicht kommt, scheinen Karen und Becca endgültig mit Hank zu brechen. Es kommt zur Gerichtsverhandlung, bei der Hank wegen Sex mit einer Minderjährigen angeklagt ist. Er und Karen versöhnen sich wieder, nachdem Hank versehentlich zu viele Schlaftabletten genommen hat und Karen denkt, dass es ein Selbstmordversuch war. Hank kommt schließlich mit einer Bewährungsstrafe davon. Nach den ersten vier Staffeln gibt es einen mehrjährigen Zeitsprung, bei dem Karen inzwischen mit ihrem neuen Ehemann Richard Bates (Jason Beghe), Fans bekannt als "The Mangina", zusammenwohnt, aber weiterhin mit Hank befreundet ist. Hank soll in der fünften Staffel ein Drehbuch für den Rapper Samurai Apocalypse schreiben. Das Leben wird ihm in der Staffel vor allem von Beccas neuem Freund Tyler (Scott Michael Foster) schwer gemacht. Dieser erinnert wesentlich an eine jüngere Version von Hank. Natürlich schafft es Hank sowohl Richard, als auch Tyler am Ende der Staffel loszuwerden. Die Rahmenhandlung der sechsten Staffel wird in der letzten Folge der Fünften eingeleitet. Hanks Exfreundin Carrie (Natalie Zea) aus New York kommt zu ihm nach L.A. und versucht sich gemeinsam mit Hank durch Tabletten umzubringen. Carrie überlebt die Aktion nicht, Hank aber schon. Hank gibt sich in der sechsten Staffel die Schuld an Carries Tod und versucht seinen Frust in Alkohol zu ertränken. Karen und Becca sorgen schließlich dafür, dass Hank in eine Entziehungsklinik geht. Während des Aufenthalts in der Klinik erfährt Hank, dass Becca Autorin werden möchte, wie ihr Vater. Dafür begibt sie sich mit ihrem aktuellen Freund am Ende der Staffel auf einen Roadtrip um Erfahrungen zu machen. Auch Hank entschließt sich zunächst am Ende der Staffel mit seinen neuen Musikerfreunden, die er während der Staffel kennenlernt auf Tour zu gehen. Kurzfristig kehrt Hank aber wieder um, damit er in der letzten Staffel endgültig Karen zurückerobern kann. In dieser siebten Staffel erfährt Hank, dass er einen erwachsenen Sohn hat, der sogar älter als Becca ist. Hank wird zudem Drehbuchautor einer TV-Serie. Während der letzten Staffel geht es viel um die neue Beziehung zu seinem Sohn Levon (Oliver Cooper) und natürlich um die unendliche Geschichte von ihm und Karen. Die Nebenstory der Serie bildet die Beziehung von Hanks Manager und bestem Freund Charlie Runkle (Evan Handler) und seiner Ehefrau Marcy (Pamela Adlon). Die Geschichte der Beziehung der beiden zieht sich über alle sieben Staffeln. Angefangen beim glücklichen Liebespaar, trennt sich Marcy nach einem Seitensprung von Charlie und heiratet danach den durchgeknallten Filmprodzuenten Stu (Stephen Tobolowsky). Marcy bekommt allerdings ein Kind von Charlie, wodurch die beiden weiterhin in Kontakt stehen. Sie versöhnen sich wieder und heiraten erneut. Die Ehe wird in der siebten Staffel noch einmal auf die Probe gestellt, indem Stu dem Paar eine Millionen Dollar bietet, wenn er noch eine Nacht mit Marcy verbringen darf. "Californication" war eine Serie, in der Gaststars ein- und ausgingen. Dazu gehört Rob Lowe, der den verrückten Schauspieler Eddie Nero spielt und von Hank besessen ist. Marilyn Manson spielt sich in einer Folge selbst, gibt den Drogensüchtigen und baggert Hanks Tochter Becca an. Das Wu-Tang Clan-Mitglied RZA spielt den Rapper Samurai Apocalypse. Heather Graham spielt in der siebten Staffel die Mutter von Hanks Sohn Levon. Zoe Kravitz, die Tochter von Lenny Kravitz, spielt gemeinsam mit Becca in einer Band in der Serie. Kathleen Turner spielt eine Staffel lang die Vorgesetzte von Charlie und gräbt ihn bei jeder Gelegenheit an. Nun ist die Geschichte von "Californication" zu Ende erzählt und mit Hank Moody verlässt ein legendärer Seriencharakter die Fernsehbühne. David Duchovny ist bereits für die neue Serie "Aquarius" bestätigt, bei der er Charles Manson jagen wird. Doch auch die anderen Darsteller brauchen sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen. Natascha McElhone ist für das Drama "Carpet Boy" als Hauptdarstellerin bestätigt. Madeleine Martin spielte vor Kurzem im Fernsehfilm "My Daughter Must Live" mit und Pamela Adlon hat eine Nebenrolle in der Comedyserie "Louie". Werdet Ihr "Californication" und Hank Moody vermissen? Schreibt es uns in die Kommentare?

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  • 30-03-2014
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„The Wire“: Warum man diese Serie gesehen haben muss!

"The Wire" ist eine Drama-Serie, die schon Kultstatus hat und als beste Serie aller Zeiten gehandelt wird. In Deutschland ist sie allerdings kaum bekannt. IOFP möchte das ändern. "The Wire" ist eine US-amerikanische Serie, die von 2002 bis 2008 auf HBO lief. In Deutschland wurde sie erst 2008 ausgestrahlt und dann nur auf dem Fox Channel. Sie handelt von Polizisten und dem Kampf gegen das Verbrechen. Das mag zwar nach einem uralten Konzept klingen, doch in dieser Form gab es weder davor, noch danach eine vergleichbare Serie: Es geht nicht einfach um Polizisten und ihren Alltag in der Verbrechensbekämpfung. Der Zuschauer von "The Wire" bekommt jede Seite zu sehen - denn jede Staffel wird vordergründig aus einer anderen Perspektive erzählt. Während der Fokus in einer Staffel auf den Polizisten liegt, so ist der Zuschauer in einer anderen Staffel beim Drogenverkauf auf der Straße dabei. Eines zieht sich jedoch durch jede Staffel: Wie der Titel bereits andeutet, wird immer ein Verdächtiger abgehört. Zumal ein großer Schwerpunkt der Serie auf der Charakter-Entwicklung der Figuren liegt. In den insgesamt fünf Staffeln verfolgt der Zuschauer die Protagonisten und sieht ihnen bei der Entfaltung von Charakterstärken oder -schwächen zu. So ist es möglich, eine Figur zu Beginn der Serie zu lieben und gegen Ende zu verabscheuen oder umgekehrt. Diese fortwährende Dynamik ist einer der Gründe, sich die Serie unbedingt anzuschauen. Die restlichen Gründe, weshalb "The Wire" eine der sehenswertesten und besten Serien aller Zeiten ist, erfahrt Ihr im folgenden Teil. Authentizität ist alles "The Wire" ist keine auf Hochglanz polierte Serie - im Gegenteil, sie setzt alles auf Authentizität. Die Serie spielt in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Die Stadt zählt aufgrund ihrer hohen Kriminalitätsrate zu den zehn gefährlichsten Städten Nordamerikas. Zudem bestehen knapp 65% der Bevölkerung aus Afro-Amerikanern. In dieser realen und nicht geschönten Kulisse spielt die Drama-Serie und setzt sich mit den Problemen der Stadt tiefgründig auseinander. Die ganze Polizei-Arbeit wird nicht eindimensional glorifiziert, sondern realistisch wiedergegeben: Die Cops sind keine Helden, sondern auch unter ihnen gibt es welche, die sich in der Grauzone zwischen Gut und Böse befinden. Der Realismus-Anspruch wird auch dadurch erhöht, dass die Polizisten nicht ständig in flache Actionszenen verwickelt sind, sondern vor allem auch bürokratische Probleme bewältigen müssen. Denn es gestaltet sich nicht immer so einfach, einen Verdächtigen abhören zu lassen. Der Zuschauer bekommt so zu sehen, wie die Polizei mit Staatsanwälten zusammen arbeitet, um die richterliche Genehmigung einer Abhörung ('Wiretap') zu erhalten. Das Porträt des polizeilichen Alltags ist ebenso authentisch wie bipolar: Auf Stereotype wird verzichtet, um eine vielschichtige Darstellung der Cop-Arbeit in Baltimore zu zeigen, bei der ab und an für die gute Sache Regeln gebrochen oder zumindest frei ausgelegt werden. Und dabei ist der Zuschauer so nah am Geschehen wie es nur möglich ist. David Simon, Schöpfer der Serie, arbeitete zwölf Jahre lang als Polizei-Reporter bei der Baltimore Sun und hatte somit während seiner journalistischen Karriere vor allem mit Verbrechen in Baltimore zu tun - kaum verwunderlich also, dass Simon der kreative Kopf hinter eine derart authentischen Serie ist. Außerdem erfrischt "The Wire" mit (zumindest damals noch) unbekannten Gesichtern. Ein Großteil der Darsteller kommt tatsächlich aus Baltimore, wodurch ihre Performance an Glaubwürdigkeit gewinnt. Zumal einige der Darsteller ihre Schauspiel-Karriere im Rahmen der Serie begannen und vor allem gecastet wurden, weil sie eben in Baltimore aufwuchsen und die gewünschte Authentizität vermitteln konnten. Das wird an Felicia Pearson am deutlichsten, die in "The Wire" ein kaltblütiges Mitglied einer Drogen-Gang spielt: Sie (die reale Person) ist ein so genanntes 'Crack Baby', das in Baltimore von Pflegeeltern aufgezogen wurde. Schon sehr früh kam sie mit Kriminalität in Kontakt und stieg bereits im Alter von 12 Jahren ins Drogen-Geschäft ein. Als sie 15 Jahre alt war erschoss sie ein anderes Mädchen. Pearson wurde zu acht Jahren Haft verurteilt, jedoch nach fünf Jahren wegen guter Führung entlassen - eine authentischere Darstellerin einer Drogenhändlerin und Mörderin gibt es  wohl kaum! Ein weiterer Hinweis darauf, wie nah der Charakter an der Darstellerin ist, ist die Tatsache, dass sie in der Serie zwar vorwiegend "Snoop" genannt wird, aber dort auch Felicia Pearson heißt. Demnach spielt sie im Grunde sich selbst. Stephen King bezeichnete Felicia Pearson als "möglicherweise der furchteinflößendste weibliche Verbrecher, der jemals in einer Fernsehserie auftrat" - und der Horror-Meister weiß wovon er spricht. Durch den hohen Realitäts-Anspruch ist "The Wire" eine Cop-Drama-Serie, die es schafft, ohne geballte Action à la Michael Bay, Spannung zu erzeugen. Der Zuschauer wird auch Teil der weniger glamourösen Seite des Jobs. Die tägliche Schreibtisch-Arbeit wird in gleichem Maße gezeigt wie die Schusswechsel oder im Allgemeinen die Auseinandersetzungen mit den Verbrechern. Durch die von Staffel zu Staffel veränderte Perspektive, kann der Zuschauer sich ein Bild aus jedem Blickwinkel machen und erkennen, dass sowohl die 'Bösen' gute Seiten haben als auch anders herum. Seht auf der nächsten Seite welche Schauspieler durch "The Wire" bekannt geworden sind!

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  • 23-03-2014
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„30 Rock“: Der tägliche Wahnsinn einer Fernsehshow

In "30 Rock" lässt uns Tina Fey hinter die Kulissen des Fernsehens blicken und gewährt skurrile Einsichten in den Alltag einer Chefautorin. Pünktlich zum DVD-Release der sechsten Staffel stellt Euch IOFP die Serie, die in Deutschland leider nicht so erfolgreich ist, vor und möchte Euren Appetit zum Nachholen der bisherigen Staffeln anregen. Auf dem Stand der bisher in Deutschland auf DVD erschienenen fünf Staffeln, stellen wir Euch heute den täglichen Wahnsinn hinter den Kulissen eines Fernsehsenders vor, denn dieser bleibt uns (fast) immer verborgen. In der Comedy-Serie "30 Rock" blicken wir tiefer, als es sich erahnen lässt. Die Mutter des von 2006-2013 produzierten Comedy-Erfolges ist Tina Fey, die als erste weibliche Drehbuchautorin von Saturday Night Live bekannt wurde. Der Serientitel leitet sich von der Adresse des General Electrics (GE) Building, 30 Rockefeller Plaza, ab. Dort ist der Fernsehsender NBC und das Studio der Sketch-Show "TGS - The Girlie Show" zu finden. "TGS" und das hintergründige Wirrwarr Tina Fey spielt Liz Lemon, die Chefautorin von "TGS". Star der Show ist Jenna Maroney (Jane Krakowski), die zwar Liz' Freundin seit dem College ist, sie aber in der Gegenwart mit ihren Starallüren oft zur Weißglut treibt. Der trotzdem relativ normale Alltag gerät aus den Fugen, als der neue NBC-Chef Jack Donaghy (Alec Baldwin) auftaucht und mit der Umstrukturierung anfängt. So lässt er Liz Lemon gleich zu Beginn einen neuen Star verpflichten: Tracy Jordan (Tracy Morgan). Der extrovertierte und egozentrische Jordan ist dem eigentlichen Star Jenna Marony sofort ein Dorn im Auge. Verschlimmert wird dies, als die Sendung in "TGS mit Tracy Jordan" umbenannt wird und Jenna ihren Status als DER Star verliert. Aberwitzige Konkurrenzkämpfe zwischen den beiden rauben Lemon regelmäßig den letzten Nerv. Die Einblicke, die man in das - hin und wieder arbeitsunfreudige - Autorenteam bekommt, sind nicht weniger amüsant. Pete (Scott Adsitt) drückt sich gekonnt vor dem von seiner Frau gewünschten Familienzuwachs, indem er vorgibt, sterilisiert zu sein. Frank (Judah Friedlander) ist eigentlich der Sohn eines Mafiaanwalts, hat sich aber gegen Jura und für das Schreiben entschieden. Er fällt durch seine dreckige Art und dementsprechende Witze auf. Kenneth, der Page (Jack MacBrayer), ist allzeit bereit, den Stars sämtliche Wünsche zu erfüllen, mögen sie auch noch so abstrus sein. Wir verdanken der Chaotin Liz prägende Worte wie "lissen" - Verlust der Kontrolle über die Blase beim Lachen (lachen + pi...) - oder auch "gelemont" - abgeleitet von Liz Lemon und dem ständigen Misslingen ihrer Pläne und Taten. Doch nicht nur der Blick hinter die Kulissen der Girlie Show macht "30 Rock" zu einem Fest für die Lachmuskeln, auch das Privatleben Liz Lemons sorgt regelmäßig für makabere, aber urkomische Begebenheiten. Einige Gaststars unterstützen sie hier. Wer sich im Lauf der ersten sechs Staffeln die Ehre gibt, erfahrt Ihr auf der nächsten Seite.

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  • 06-02-2014
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„Boardwalk Empire“: Ein Muss für jeden Gangsterfilm-Fan

"Boardwalk Empire" überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Intrigen, Action und Spannung. IOFP stellt die Hitserie ausführlich vor. Die aufwendig und künstlerisch gestaltete HBO-Serie ist in den USA bereits seit dem Erscheinungsjahr (2010) ein großer Erfolg. In Deutschland konnte "Boardwalk Empire" noch nicht wirklich Fuß fassen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es bisher nur auf TNT-Serie ausgestrahlt und noch von keinem großen Sender gekauft wurde. Dabei hat die großartige Serie einen hohen Suchtfaktor. Boardwalk Empire ist eine Adaption von Nelson Johnsons Buch "Boardwalk Empire: The Birth, High Times, and Corruption of Atlantic City." Terence Winter, der früher als Drehbuchautor und Produzent für "Die Sopranos" arbeitete, ist der Macher der Serie. Zu den Executive Producern gehören unter anderem Martin Scorsese und Mark Wahlberg. Scorsese führte bei der ersten Folge der ersten Staffel auch Regie. Die Welt von "Boardwalk Empire" Der Zuschauer wird in eine längst vergangene, aber glorifizerte Epoche zurückversetzt: Die 'Goldenen Zwanziger' oder 'Roaring Twenties'. Der erste Weltkrieg ist vorbei, die Wirtschaft boomt, die Anziehungskraft der Großstädte erreicht einen neuen Zenit und die Prohibition (Alkoholverbot) hat gerade begonnen. Die Handlung setzt am Tag der Verabschiedung des Prohibition-Gesetzes ein. Zur Zeit der Prohibition wurde in den USA mehr Alkohol konsumiert als jemals zuvor, unter anderem, weil durch das Verbot ein Schwarzmarkt geschaffen wurde. Nicht umsonst gilt diese Periode als Beginn des organisierten Verbrechens - und das ist auch das zentrale Thema von "Boardwalk Empire." Dazu gesellen sich Inhalte wie Korruption, Politik, Mafia, Mord und auch familiäre und zwischenmenschliche Konflikte. Der Hauptschauplatz der Serie ist Atlantic City in New Jersey. Das Atlantic City der 20er Jahre ist ein wahrer Sündenpfuhl: Glücksspiel, Alkoholkonsum, Nachtklubs und uneheliche Beziehungen. Mit anderen Worten: Atlantic City ist guter Zielort für Spaß und Unterhaltung. Außerdem ist die Stadt durch ihre günstige Küstenlage ein großer Umschlagplatz für Schmuggel, da Großstädte wie New York, Chicago und Philadelphia leicht erreichbar sind. Auch Anhänger von realistischen Filmen oder Serien können sich freuen: Sehr viele Charaktere von "Boardwalk Empire" beruhen auf wahren Personen. So begegnet man zum Beispiel Enoch Thompson (die reale Person hieß Enoch L. Johnson) oder Mafiagrößen wie Al Capone, Giuseppe 'Joe The Boss' Masseria, Charles 'Lucky' Luciano, Arnold 'The Brain' Rothstein und Meyer Lansky. Das sind die Hauptfiguren: Enoch 'Nucky'  Thompson Er ist der Protagonist und wird von Steve Buscemi ("Reservoir Dogs", "Der unglaubliche Burt Wonderstone") porträtiert. Nucky, der irische Wurzeln hat, ist der Stadtkämmerer von Atlantic City, er kümmert sich also um die finanziellen Angelegenheiten der Stadt. Und wie es so oft ist: Wer das Geld regiert, regiert alles - so ist es auch in diesem Fall. Nucky kontrolliert mehr oder weniger ganz Atlantic City und hat einen weitaus höheren Einfluss als etwa der Bürgermeister. Durch sein Engagement innerhalb der Gemeinde zeigt er jedoch eine andere Facette. Ein Grund, weshalb er bei den Leuten seiner Stadt so beliebt ist. Besonders aber die ärmeren Menschen der Stadt sind von ihm angetan, weil Nucky oftmals den Bedürftigen etwas spendet. Er ist intelligent, charmant und weiß, wie man Leute um den Finger wickelt. Zu Beginn der Serie kommt Nucky sehr sympathisch rüber. Er ist zwar bereits korrupt, aber ansonsten halten sich seine kriminellen Aktivitäten noch in Grenzen. Er steigt allerdings zu einem Schmuggler von Alkohol auf, einem wahren 'Bootlegger', der schon bald über ein kriminelles Imperium verfügt, das über die Grenzen von New Jersey weit hinaus geht. Er schließt Handelsabkommen mit dem Chicagoer Mafiaklan und mit den New Yorkern ab; sogar bis nach Irland reichen Nuckys geschäftliche Beziehungen. Nucky macht eine starke Wandlung durch und da seine Handlungen zunehmends heftiger werden, verliert er ein paar Sympathie-Punkte. Trotzdem bleibt er schon die vorherrschende Identifikationsfigur. Zumal die Figur von Nucky Thompson viele Schichten hat und nicht als stereotyper Bösewicht bezeichnet werden kann.   Elias 'Eli' Thompson Er ist Nuckys Bruder und wird von Shea Whigham ("American Hustle", "The Wolf of Wall Street") gespielt. Er ist verheiratet und Vater von zehn Kindern. Er liebt seine Familie und ist ein engagierter Vater. Er hat allerdings eine cholerische Seite und ist nicht loyal. Durch die machtvolle Position seines Bruders ist Eli der Polizeichef, der Sheriff von Atlantic County, geworden. Zeit seines Lebens stand Eli im Schatten seines großen und erfolgreichen Bruders. Dementsprechend haben Nucky und Eli eine komplizierte und oftmals unharmonische Beziehung zueinander. Die beiden verbindet eine unschöne, gewalttätige Kindheit, über die sie ungern sprechen. Sie schaffen es zwar einige Zeit gemeinsam über Atlantic City zu regieren, indem sie die korrupte Regierung unter Kontrolle halten, doch das Spannungsverhältnis bleibt dabei offensichtlich.   James 'Jimmy' Darmody Er wird von Michael Pitt ("Mord nach Plan") dargestellt. Jimmy ist der Sohn des früheren, zu Beginn der Serie schon sehr alten, politischen Oberbosses Louis "Commodore" Kaestner und des Showgirls Gillian Darmody. Als der Commodore 54 Jahre alt war, bat er Nucky darum, ihm ein Mädchen zur Befriedigung seiner perversen Gelüste zu arrangieren. Nucky schickte dem Commodore Gillian, die zu dem Zeitpunkt erst 12 Jahre alt war. Aus diesem Arrangement entstand Jimmy. Gillian und der Commodore führten verständlicherweise keine Beziehung und Jimmy baute auch keine Beziehung zu seinem Vater auf, da seine Mutter ihn verabscheut. Außerdem zeigte der Commodore auch keinerlei Interesse an seinem Sohn. Vielmehr sieht Jimmy in Nucky eine Vaterfigur, da er sich seiner angenommen und ihn zu seinem Protegé gemacht hat. Jimmy kämpft im Ersten Weltkrieg und wird im Einsatz verletzt. In der ersten Folge der ersten Staffel ist er aber wieder gesund und zurück in Atlantic City. Doch er ist nur körperlich in gutem Zustand, jedoch verfolgen ihn die schrecklichen Erinnerungen aus dem Schützengraben. Er beginnt für Nucky zu arbeiten. Allerdings beschränkt sich sein Aufgabenfeld darauf, Nucky zu eskortieren und ihm als Bodyguard zu dienen - nicht ganz das, was Jimmy sich vorgestellt hat. Er schafft es im Laufe der Zeit, sich hochzuarbeiten - allerdings macht er sich dabei auch Feinde. Richard Harrow Er wird von Jack Huston ("American Hustle") gespielt. Richard hat ebenfalls im Ersten Weltkrieg gekämpft. Sein Gesicht wurde schwer entstellt. Er hat sein linkes Auge verloren und der Rest der linken Gesichtshälfte liegt mehr oder weniger offen. Aus diesem Grund trägt er eine halbseitige Blechmaske, die an seiner Brille befestigt ist. Er lernt Jimmy in einem Militär-Krankenhaus kennen und versteht sich auf Anhieb gut mit ihm. Jimmy nimmt ihn mit nach Atlantic City und Richard wird sein Partner im Alkoholschmuggel-Geschäft. Richard macht einen sanftmütigen Eindruck, da er aufgrund seiner Entstellung und dem damit verbundenen Tragen der Maske anderen Menschen gegenüber extrem zurückhaltend ist. Er hat aber auch eine ganz andere Seite: Er handelt auf Befehl und hat keine Mühe, auch grausame Dinge zu tun. Trotzdem ist er ein Sympathie-Träger. Nelson Van Alden Er arbeitet in einer führenden Position beim 'Department of Internal Revenue' vom 'Bureau of Prohibition', dessen Aufgabe es ist, die Einhaltung des Prohibitionsgesetzes sicher zu stellen. Er wird von Michael Shannon ("The Iceman","Man of Steel")gespielt. Nelson ist ein frommer und pedantischer Fundamentalist. Seine Abteilung und er fokussieren sich relativ schnell darauf, Nucky Thompson auf die Schliche zu kommen. Auch in seinem Beruf agiert Nelson auf fanatische Weise und ist mit einem eisernen Willen und Hartnäckigkeit ausgestattet. Doch er stößt auf einige Probleme und wird bald selbst zum Gejagten. Sein Leben verändert sich von Grund auf und Nelson Van Alden ist sicherlich die Figur, die die drastischste Entwicklung durchmacht.   Albert 'Chalky' White Er ist ein Afro-Amerikaner und wird von Michael K. Williams ("The Wire") porträtiert. Er gilt als der inoffizielle Anführer der afro-amerikanischen Gemeinde von Atlantic City. Auch Albert ist ebenfalls ein so genannter 'Bootlegger', denn er handelt mit Alkohol. Er ist sehr gut betucht und hat auch zu Nucky Thompson geschäftliche Beziehungen. Eine weitere beständige Einnahmequelle von Chalky sind horrende Geldbeträge von vor allem republikanischen Politikern, die bei Chalky schwarze Wählerstimmen kaufen. Chalky ist ein smarter Mann, der für die damalige Zeit  als Schwarzer ungewöhnlich viel Respekt bekommt.   Fazit: "Boardwalk Empire" ist eine mit Golden Globes und Emmys ausgezeichnete Serie, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man gern Gangster- oder Mafia-Filme schaut. Sie ist nicht nur mit einer abwechslungsreichen Story und vielschichtigen Charakteren bestückt, sondern noch dazu einfach etwas für das Auge:Die Produzenten scheuten weder Mühen noch Kosten, um den historischen Look der Serie perfekt darzustellen. Die berühmte Promenade (der Boardwalk) Atlantic Citys wurde in Originalgröße nachgebaut, um das richtige Flair einfangen zu können. Und das gelingt auch: Der Zuschauer wird durch die grandiosen Kostüme und das umwerfende Bühnenbild regelrecht in die Atmosphäre der 20er Jahre eingesogen. Sollte das noch nicht genügen: Die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Steve Buscemi und Michael Shannon, sind mehr als beachtlich. In Deutschland ist "Boardwalk Empire" bisher leider nur auf einem privaten Sender zu sehen, aber drei von vier Staffeln sind bereits auf DVD und Blu-Ray erhältlich. IOFP kann euch guten Gewissens empfehlen, Euch die Serie einmal anzusehen - Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen.        

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  • 06-02-2014
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„Der Bachelor“ 3. Folge: Zickenterror und Abweisung

Gestern lief die dritte Folge von "Der Bachelor" und bescherte wieder einige amüsante und fragwürdige Momente. Wir haben die Highlights für Euch zusammen gefasst und verraten natürlich auch, wer eine Rose bekommen hat und wer gehen musste. Der erste Tag Die große Frage und das große Bangen jeder Folge: Wer bekommt das Einzeldate. Diesen Mittwoch wurde die Ehre Daniela zuteil. Die 37-Jährige wurde von Bachelor Christian aufgefordert, festes Schuhwerk und Reisepass einzupacken. Erwartet hat sie dann eine Begegnung der besonderen Art. Mit dem Traummann an ihrer Seite durfte Daniela das Nilpferd Jessica kennenlernen. Gemeinsam fütterten beide das Tier und sorgten bei einem Picknick für die eigene Verköstigung. Von der Situation bezaubert, offenbarte die Kandidatin kleine und große Begebenheiten aus ihrem Leben. Sie sprach über ihre Karriere, ihre missglückte Ehe und die Brustkrebsdiagnose. Christian war von ihrer offenen und ehrlichen Art sehr angetan und zeigte ehrliches Mitgefühl. Doch auch einige der die verbliebenen Damen gingen nicht leer aus. Anne, Lisa, Ela, Nadja, Susi, Maggie und Helen wurden vom Bachelor zu einer Speed Boot-Tour geladen, die zum Bad auf offenem Meer reizte. Ganz Mann stürzte sich der Hahn im Korb in die Fluten. Ohne Scheu folgte ihm PR-Beraterin Lisa. Nach der Erfrischung und gekonnter Pose seitens Christian - der Wind hat das Shirt auf seinem Astralkörper immer im richtigen Moment gelüftet - fuhr die Truppe zu einer am Ufer gelegenen Bar. Uriger Charme und der anstehende Sonnenuntergang sorgten für romantische Stimmung. Doch bei Abwesenheit des Angebeten waren sich einige der Frauen einig: so viele Gentleman-Eigenschaften hat er doch nicht. Christians Fazit der Einzelgespräche: Maggi wäre ein fantastischer Kumpel. Anne, die sich noch immer Fehl am Platz vorkommt, ist einfach eine großartige Frau und Susi hat einen tollen Hintern. Derweil feiern die übrigen Damen in der Villa eine grandiose Bad-Taste-Party mit Jogginghosen, High Heels und 90er Jahre-Frisuren. Der zweite Tag Es gibt kein Einzeldate, aber Jessica darf gemeinsam mit Katja (endlich) die Sachen packen. Die zwei grundverschiedenen Typen Frau dürfen vor umwerfender Kulisse was tun? Angeln. Erst skeptisch haben sie doch Spaß an der neuen Erfahrung und toben sich später zu dritt im Pool aus. Zwischendurch immer ein gekonnt in Szene gesetzter Likör lockert die Atmosphäre für Jessie nicht genug auf. Neben der "perfekten" Katja fühlt sie sich unwohl und so entscheidet Christian, den Abend allein mit Katja verbringen zu wollen. Abendessen, kuscheln vorm Kamin und auf der Couch wollen Katja nicht so ganz gefallen und so entscheidet sie wiederum, die Nacht allein zu verbringen. In der Villa wird währenddessen über Katjas Freizügigkeit hergezogen, denn so billig und gleich mit Christian ins Bett gehen, das würde von den anderen Kandidatinnen selbstverständlich keine... Jessie betritt bei ihrer Rückkehr also die Höhle des Löwen. Zickenterror, Anfeindungen und Beleidigungen - der Kampf um den Einen nimmt neue Formen an. Die Stunde der Wahrheit - der Rosenkavalier erscheint Die Besorgnis ist groß, als der Bachelor mit seinen unverzichtbaren Ellbogenflicken und elf Rosen erscheint. Wer darf bleiben, wer muss gehen? Lisa bekommt aufgrund ihres beherzten Sprunges ins kalte Wasser die erste Rose. Mit Freude nimmt sie diese an. Doch dann der Dämpfer für Christian: Helen lehnt ihre Rose ab. Die nächsten Damen, die sich eine Rose trocknen können sind: Nena, Katja, Susi, Ela, Jessie, Daniela, Angelina und Maggie. Dann wird der Mann mit den Rosen nervös. Wieder steht Anne vor ihm, die sich in ihrer Situation ja schon in der letzten Woche nicht wohl fühlte. Auch sie nimmt die angebotene Rose nicht an. Sichtlich niedergeschlagen verabschiedet sich der Bachelor von Nadège und Nadja. Der allgemeine Groll scheint jetzt weg von Angelina auf Katja gerichtet zu werden. So langsam wird es heiß in der Ladies-Villa, was nicht nur den Kandidatinnen auffällt. Warten wir die nächste Folge von "Der Bachelor" ab und wie Christian auf die Lästereien unter den Mädchen reagiert.

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