• 07-05-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×18 (Spoiler!)

So langsam bewegen wir uns mit "The Blacklist" auf das fulminante Staffelfinale zu. Vier Folgen, die uns hoffentlich einige Geheimnisse enthüllen, stehen noch aus. Wie weit man mit der Lösung der vielen Fragen vorangekommen ist, erfahrt Ihr bei uns. In der gestrigen Folge "Milton Bobbit (Nr. 135)" wurde - neben dem Namen der Blacklist - das Augenmerk auf Tom Keen (Ryan Eggold) gerichtet. Was uns nicht allzu sehr stört, denn schließlich wollen wir seine Tarnung genauso aufdecken, wie es Liz (Megan Boone) mittlerweile vorhat. In der letzten Woche fand Liz heraus, dass ihr Toms Vergangenheit und wahre Identität bisher verborgen geblieben sind und sie auf Reds (James Spader) Warnungen und auch ihr eigenes Bauchgefühl hätte hören sollen. Nachher ist man bekanntlich immer schlauer und so hat sie sich letztendlich zur Zusammenarbeit mit Red auch ausserhalb des FBIs entschieden. Was er allerdings weiterhin verwehrt, sind Informationen zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit - warum sind Liz und Red für den Untergrund so ein interessantes Gespann und wo liegt die Verbindung begründet? Wer nichts zu verlieren hat, ist die größte Gefahr Um von ihren eigenen Ermittlung mehr oder weniger abzulenken, bekommt Liz den nächsten Namen auf der Blacklist präsentiert: den Bestatter. Somit ist zumindest das FBI beschäftigt und Liz kann sich im Privaten um ihren fragwürdigen Ehemann kümmern. Dass dieses Doppelleben nicht verborgen bleibt, zeigt Resslers Besorgnis bezüglich Liz' Zerstreutheit. Während er ihr Verhalten jedoch noch gewöhnlichen privaten Problemen zuschreibt, ist Cooper längst nicht so leicht zu beschwichtigen. In der letzten Folge noch ohne Konsequenzen, wird der Tom Keen-Fall Liz sicher bald auch im Job zum Verhängnis. Während Liz sich mit Tom auseinandersetzt, versuchen die Agenten der Blackside Fälle aufzuklären, die nur eines gemeinsam haben: Totkranke Menschen begehen zum Wohle der eigenen Familien Selbstmord. Auftraggeber ist besagter Bestatter, der den Attentätern finazielle Unterstützung zusichert, wenn sie im Gegenzug die Zielperson und sich selbst töten. Milton Bobbit ist Opfer medizinischer Versuche, die er nicht unbeschadet überlebt hat. Da sein Schicksal für das vieler Patienten steht, hat er es sich zum Ziel gemacht, für Gerechtigkeit zu sorgen. Seine Aufträge decken nicht nur Versicherungs- und Ärztepfusch, sondern auch Menschenversuche auf. Gute Miene zum bösen Spiel Tom, der noch immer davon überzeugt ist, dass Liz im Dunkeln tappt, geht aufs Ganze: Er hält bei Liz erneut um ihre Hand an und will das Ehegelübde erneuern. Uns überkommt nur noch Gänsehaut und ein steigender Grad an Ekel, wenn er sich Liz auch nur nähert. Sie muss sich mittlerweile zum Spielen der guten Ehefrau zwingen und weiß, dass sie all das nicht mehr lange aufrecht erhalten kann. Zur Trauung taucht erstmalig Toms Bruder Craig auf, der die Zeremonie vollzieht. Craig warnt den längst aufgeflogenen Tom, doch dieser ist sich seiner Sache sicher. Die Identität des vermeintlichen Bruders fliegt durch Reds Hilfe schnell auf: Er ist Christopher Maly und auch von "Berlin" beauftragt. Diese Verbindung und das Ziel Berlins bleiben jedoch im Verborgenen, denn nach einer ganzen Weile Gefangenschaft springt Maly aus dem Fenster und begeht Selbstword. Er lässt nicht nur uns, sondern auch Red und Liz im Unklaren über das Ziel und die Auftraggeber. Reddington, der sonst nie ratlos ist, steht im Fall Tom/Berlin genauso da wie Liz - völlig ahnungslos. Wir fragen uns allerdings, warum für Liz soviel Aufwand betrieben wird. Nicht nur das, auch keimt so langsam die Frage auf, warum Reddington Toms Einschleichen in das Leben seines selbsternannten Schützlinges überhaupt zugelassen hat ("Lizzy ich habe Tom überwacht, seit er ihn Ihr Leben getreten ist"). Liz' Sicherheit wird doch immer wieder als so immens wichtig für ihn dargestellt. Am Ende der Episode werden wir zusätzlich darauf hingewiesen, dass Red wieder einmal persönliches Interesse an dem Fall hat. Warum genau, erfahren wir hoffentlich bald. Das Finale rückt näher Die 18. Episode "The Blacklist" hat uns nicht nur wegen der voranschreitenden Handlung, sondern auch aufgrund der Charakterentwicklung von Liz' glücklich gemacht. Das graue Mäuschen ist sie längst nicht mehr. Sie wird fordernder, aufbrausender, mutiger und rastet nicht nur einmal aus. All das lässt uns auf ein fulminantes Staffelfinale am 3. Juni hoffen.

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  • 24-04-2014
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DVD-Kritik: „House of Cards – Das Original“

Fast ein Vierteljahrhundert vor Kevin Spacey in der Rolle des Francis Underwood zeigte bereits Ian Richardson, wie richtig Politik gemacht wird. IOFP sagt euch, ob sich das Original von House of Cards lohnt. Ein wackliges Gebilde Wir schreiben das Jahr 1990, Margaret Thatcher tritt im November als Premierministerin des Vereinigten Königreichs zurück. Die Konservative Partei, die Tories, sind unter Zugzwang. Wer wird neuer Premierminister Großbritanniens? Hier kommt unser Protagonist ins Spiel. Wer die erfolgreiche Netflix-Adaption von House of Cards kennt, wird gleich in der ersten Sekunde merken, von wem Underwood seine Charakterzüge übernommen hat. Francis Urquhart, verkörpert vom dem gealterten Ian Richardson ("From Hell"), ist parlamentarischer Geschäftsführer der Tories, und muss dafür Sorge tragen, dass ein angemessener Nachfolger gefunden wird. Als neuer Premierminister wird unter großem Stimmenverlust Henry Collingridge (David Lyon) gewählt, der Francis Urquhart eines der höheren Ämter versprochen hat. Dieses bekommt Francis, trotz Versprechen vom Premier, allerdings nicht. Um letzten Endes doch dort zu stehen wo er sich sieht, nämlich am oberen Ende der politischen Leiter, zieht Francis in einen Feldzug gegen seine eigene Partei, gegen seinen eigenen Premierminister. Die junge aufstrebende Journalistin Mattie Storin (Susannah Harker) spielt Francis hier geradezu in die Hände. Als Angestellte beim Daily Telegraph bietet sich Francis hier der ideale Nährboden für seine politischen Spielerein. Mattie wird nichtsahnend zu einer seiner Schachfiguren, die getrieben von ihrer jungen Naivität erst zu spät merkt, welches Spiel Francis Urquhart hier mit ihr treibt. Doch als sie es realisiert, ist der Schaden schon angerichtet: Francis lässt interne Parteiinformationen an die Öffentlichkeit gelangen, um den Bruder des Premierministers zu diffamieren. Angeblich spekuliere dieser mit Aktien eines Pharmakonzerns, der staatliche Aufträge erhalten hat. Kann das Schlimmste noch verhindert werden, kann Mattie rechtzeitig noch die Notbremse ziehen? Urquhart und Underwood Das Vorbild der Netflix-Adaption ist für Kenner der Serie nicht von der Hand zu weisen. Von der ersten Sekunde an wird klar, dass Francis Underwood die amerikanische Version eines Francis Urquhart ist. Von den Monologen bis hin ins kleinste Charakterdetail spiegelt Spacey eine moderne Version von Richardson wider. Was Spacey fehlt, ist der britische Schneid vor dem Präsidenten keinen Halt zu machen. So begnügt sich Underwood mit der Rolle des Vizepräsidenten, während Urquhart eben die Rolle des Premierministers anstrebt. Doch auch viele andere Details fallen einem sofort ins Auge, so auch die Rolle der jungen Journalistin. Die Mattie Storin der Neuzeit ist Zoe Barnes, die wie ihr Vorbild in ein tiefes Netz aus Intrigen gerät, aus welchem sie sich nur schwer befreien kann. Auch wird der Kokainsüchtige Roger O'Neill Urquharts Instrument für die schmutzigen Jobs, wie es Peter Russo für Underwood heute war. Das schöne an alledem ist, dass das "Original" sich in keiner Art und Weise vor der Netflix-Adaption verstecken muss. Die von 1990 bis 1995 von der BBC produzierte Mini-Serie ist dank der Thematik zeitlos, und weiß auch heute noch zu begeistern. Fazit Für Fans von House of Cards ist "House of Cards –Das Original" eine Reise in die Vergangenheit. In jeder Folge entdeckt man Parallelen zur Neuauflage, und ahnt schon, welches Schicksal der Person im Zweifelsfalle wiederfährt. Die BBC-Produktion ist in schauspielerischer Darbietung und Inszenierung erste Güteklasse. Allen voran zeigt Ian Richardson, wie Politik in Großbritannien auszusehen hat. Es ist ein Fest für die Sinne, wenn wieder einer seiner mit Kalkül geplanten Pläne die Früchte des Erfolgs trägt. Aber auch die überarbeitete DVD-Fassung kann sich sehen lassen, so ist die vorliegende DVD-Ausgabe von Grund auf "Remastered", so ist das Bild in eine zeitgemäße Auflösung gestreckt, wobei der schwarze Rahmen des 4:3-Formats ein Makel seiner Zeit ist. Einzig der Ton, welcher ein leichtes Hintergrundrauschen mit sich bringt, fällt negativ auf. Doch auch ist der Umfang der DVDs sehr bescheiden: abgesehen von einem Audiokommentar zur jeweiligen Folge ist nicht viel an Extras auf den DVDs zu finden. Dennoch sollte jeder Fan von House of Cards sich diesen Klassiker keinesfalls entgehen lassen. "House of Cards – Das Original" darf in keiner Sammlung fehlen!    

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  • 09-04-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×14 (Spoiler!)

In der vergangenen Folge von "The Blacklist" hieß es Madeline Pratt (Nr. 73) auf den Pelz zu rücken. Uns wurden Einblicke in Reds Vergangenheit geboten und Charaktere weiterentwickelt. Mehr bei IOFP. Wir haben uns abgewöhnt, unsere Aufmerksamkeit der jeweiligen Story der Folgen von "The Blacklist" zu widmen. Nicht, dass sie uninteressant wären, doch unser eigentliches Interesse gilt den angestauten Geheimnissen und Charakteren. Letztere haben in "Madeline Pratt (Nr. 73)" wieder mehr Substanz bekommen, was uns freut und dem Weg zur Beantwortung der großen Fragen die Steine nimmt. Was ist passiert? Die vergangene Folge befasst sich mit der Meisterdiebin Madeline Pratt, die eine weit zurückreichende Verbindung zu Reddington (James Spader) hat. Pratt hat es auf eine Statue abgesehen, die in der syrischen Botschaft zu finden ist und fordert Red zur Zusammenarbeit auf. Dieser wiederum holt Liz (Megan Boone) mit ins Boot, die erstaunlicher Weise einige Taschendiebtricks auf Lager hat. In der Blackside hingegen wundert man sich über den Verbleib von Diane Fowler, die, wie wir wissen, nicht mehr unter den Lebenden weilt. Das FBI ist jedoch nicht so gut informiert, wie der Zuschauer und so bekommt Agent Malik den Auftrag, Fowler zu finden und vor allem herauszufinden, was mit ihr geschehen ist. Nach einem leicht verworrenen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Red, Madeline und Liz, kurzzeitiger Gefangenschaft Reds und Madelines bei den Syrern, die großes Interesse am Inhalt der Statue und nicht an der Figur selbst zeigen, endet jedoch alles wie gewünscht und gehabt: Red triumphiert. Charakterentwicklung: Ein Blick in die Vergangenheit und neue Intrigen Reds Triumph ist in jeder Folge so vorhersehbar, wie erstrebenswert, denn wir wollen seine makaberen Spielchen schließlich noch eine ganze Weile miterleben. Es ist egal, was er sagt oder macht, James Spader brilliert in "The Blacklist" weiterhin als undurchschaubares Ekel, dass uns makaberer Weise trotzdem sympatisch ist. Während der Gefangenschaft bei den Syrern gestattet er Madeline und somit auch uns Einblicke in seine Vergangenheit. Was wir wissen wollen und was noch immer komplett unklar ist, ist die 20 Jahre zurückliegende Vergangenheit. Wir wissen lediglich, dass er vor 20 Jahren abgetaucht ist und zu einem der meistgesuchten Verbrecher der Welt wurde. Doch was hat ihn dazu veranlasst, vom guten auf den bösen Pfad zu wechseln? Reddington erzählt von einem Weihnachtsfest, das vor 20 Jahren nicht stattfinden konnte. Er ist mit seinem Auto im Schnee stecken geblieben, musste den Weg zu seiner Familie zu Fuß zurücklegen und fand, in seinem Haus angekommen, ein furchtbares Blutbad vor: Seine Frau und seine kleine Tochter wurden brutal ermordet. Wir erfahren allerdings nichts Genaues und wissen nicht wer es getan hat oder warum. Und es wäre nicht Red, wenn sich die Geschichte nicht als eventuell falsch herausstellen würde. Doch gegenüber der verratenen Madeline, die ihm trotz Konkurrenz sehr nahe zu stehen scheint, streitet er die Geschichte weder ab, noch bestätigt er sie. Uns kommt jedoch sofort ein Gedanke: Wenn die Geschichte stimmt, kann Liz nicht seine Tochter sein! Liz ihrerseits kämpft noch immer mit dem Verhältnis zu Tom, das sich mehr und mehr abkühlt. Die Probleme der beiden werden von Donald bemerkt, der sich allmählich zu einem äußerst sympatischen Gesellen mausert - er lässt sogar das Abendessen mit Audrey sausen, um Liz Beistand zu leisten. Donald hat schon in früheren Episoden bewiesen, dass er, wenn nötig, nicht nur zuschägt, sondern auch zuhört und Humor hat. Das Tom während einer Schulung mal wieder auf Joline trifft, tangiert uns kaum noch, denn die Frage, wer sie ist, wird wohl noch lange nicht beantwortet. Auf Dauer könnte es ziemlich anstrengend werden, denn entweder spielt sie noch eine größere Rolle oder ist nur als Spannungszusatz gedacht, der sich alsbald in Wohlgefallen auflöst und unsere Spekulationen enttäuscht. Auch die Intrigen innerhalb des FBI und der Blackside nehmen zu. So muss sich Malik im Grunde selbst verraten, denn Cooper will wissen, wer Informationen über Diane Fowler nach außen getragen hat. Bevor Malik jedoch überhaupt in einen Gewissenskonflikt gerät, werden Cooper Daumenschrauben von höherer Stelle des FBI angelegt: Er hat sofort mit den Ermittlungen zum Fall Fowler aufzuhören und sämtliche Akten zu überreichen. Ob unser "Mystery Man" Fitch (Alan Alda) dahinter steckt, können wir nur vermuten. Doch das Ganze läuft darauf hinaus, dass wir bald nicht mehr wissen, wem im FBI noch getraut werden kann und wer überhaupt zu den Guten gehört. Das wird also noch spannend! Fazit Wir sind äußerst zufrieden mit der letzten Folge "The Blacklist". Einzig und allein die Irrungen und Wirrungen um Tom könnten allmählich an Substanz gewinnen. Wenn wir hier nicht bald einen Happen zugeworfen bekommen, wird uns die Lösung dieses Geheimnisses bald nicht mehr interessieren. Gut gemacht sind immer noch die vereinzelten Rückblicke und auch Einblicke in das vergangene Leben der Charaktere. So wollen wir jetzt unbedingt wissen, wie Liz zu so einer gewieften Taschendiebin und Zauberkünstlerin geworden ist, was sie dem FBI und natürlich uns verschweigt. Die Autoren der Serie machen ihre Arbeit gut und halten uns gekonnt mit dem Weiterspinnen des roten Fadens aufs Trab. Was sagt Ihr zur letzten Folge "The Blacklist"? Hat sie Euch gefallen oder legt Ihr mehr Wert auf Namen der Liste, als auf die Charaktere?

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  • 02-04-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×13 (Spoiler!)

Die Crime-Serie "The Blacklist" hat mit der vergangenen Folge "The Cyprus Agency (Nr. 64)" erneut ein menschenverachtendes Thema aufgegriffen, dass für Liz zu einer persönlichen Kehrtwende führt. Schon in Episode fünf "Der Kurier (Nr. 64)" von The Blacklist kam das Thema Menschenhandel zur Geltung und hat eine der dunklen Seiten unserer Gesellschaft beleuchtet. In der aktuellen Folge geht die Blacklist noch einen Schritt weiter und will den eiskalten Raub von Säuglingen aufdecken. Der Maulwurf und die Fließbandproduktion von Menschen Zum Ende der vergangenen Folge waren wir noch davon überzeugt, dass Agent Malik (Parminder Nagra) der Maulwurf ist. Reddington (James Spader) gelangt jedoch zu der Erkenntnis, dass sie ohne ihr Wissen zum Spielzeug des wahren Intriganten geworden ist. Den Maulwurf zu finden, der an höherer Stelle des FBI zu suchen ist, wird zum Ziel beider - Malik und Red. Interessant ist, dass der undurchschaubare Reddington jetzt auch für Malik zum Komplizen wird und die Verstrickungen unter den Charakteren zunehmen. Für Liz und Tom rückt derweil die Adoption ihres Babys immer näher und so ist es für Red an der Zeit, noch einmal darauf hinzuweisen, dass Lizzy vorsichtig und kritisch sein soll. Wir wissen zwar noch immer nichts Genaues, doch Tom verbirgt ein großes Geheimnis, dem wir ganz langsam auf die Spur kommen. Red ist es auch, der Liz und das FBI auf Cyprus Adoption Agency aufmerksam macht. Die Agentur hat sich darauf spezialisiert, Babys zu vermitteln, die für das FBI nicht zurück zu verfolgen sind. Hier wird eine Art Menschenraub vollzogen, die die eigene Fantasie nicht zu erdenken vermag: Babys werden ihren Müttern direkt nach der Geburt genommen. Das Makabere hier ist jedoch, dass es keine passenden Vermisstenanzeigen zu den konfiszierten Adoptionsakten gibt. Als das FBI DNA-Proben der bereits vermittelten Kinder nimmt, entdecken sie aber, dass es eine ganz besondere Verbindung gibt. In den letzten Jahren wurden fünf Frauen als vermisst gemeldet, die die leiblichen Mütter von zwölf der Kinder sind. Doch die Schwangerschaften sind erst nach dem Verschwinden der Frauen eingetreten. Hinter der Cyprus Agency steht ein Mann, der selbst eine Vergangenheit als adoptiertes Kind hat und dadurch ein ganz besonderes Interesse an der Arbeit seiner Agentur hat. Offiziell existiert er unter dem Namen Owen Mallory (Campbell Scott), der die Agentur leitet und durch seine Verbindung zu einem Reproduktionsfacharzt nur die beste "Ware" an seine Kunden liefert. Dem Zuschauer wird ein wenig zu schnell klar, wie genau die perfekten Kinder vermittelt werden können: Die vermissten Frauen dienen Mallory seit Jahren als "Brutstätten". Doch Liz und Ressler enthüllen, dass Mallory als Michael Shaw geboren wurde. Um es kurz zu machen, denn als Zuschauer ahnt man längst, was passiert: Shaw hat die entführten Frauen sediert und sie mit seinem eigenen Samen befruchten lassen. So will er sich an den Menschen rächen, die ihm als Kind schon sagten, er sei wertlos und nicht gesellschaftsfähig. Reds Suche nach dem Maulwurf, der Garrick in die Blacklist geführt hat, ist erfolgreich. Am Ende sitzt er in Diane Fowlers Haus, die ein wenig zu schnell gesteht, dass sie für das Leck verantwortlich ist. Red reagiert, wie wir es gewohnt sind: Die gezückte Waffe kommt zum Einatz. Er kommt kurz ins Zögern, als Fowler ihm sagt: "Ich kenne die Wahrheit, Red. Über diese Nacht, darüber, was mit ihrer Familie passiert ist." Doch Fowlers Hoffnung auf Rettung wird nicht erfüllt, denn wenn sie die Wahrheit kennt, wird sie auch jemand anders kennen. Unbedingt erwähnen müssen wir, dass Liz sich letztendlich gegen die Adoption entschieden hat und Tom sich bei Joline (in Episode 12 aufgetaucht) ausweint. Dass das keine gute Idee ist, ahnen wir seit letzter Woche, denn die mysteriöse Joline steht in Verbindung zu Red. Fazit Tatsächlich war "The Blacklist" schon schlechter und hält derzeit ein gemächliches Tempo, an das wir uns aber gut gewöhnen können. Womit die Serie jedes Mal ohne Frage überzeugt, ist der Soundtrack. Als sich das Ende Diane Fowlers nähert und sie letztendlich in ihrem blutgetränkten Satinnachthemd stirbt, beschallt Red das Haus mit "Sundown" von Gordon Lightfoot ("I can see you lying back in your satin dress in a room where you do what you don't confess"). Die Autoren der 13. Folge haben entweder etwas zu verarbeiten gehabt, oder wollten mal ein wenig makaberer werden. Auch wenn wir uns recht schnell über die kriminellen Machenschaften im Klaren sind, ist die Tatsache, dass die Frauen als reine "Brutstätten" ausgenutzt werden, nicht weniger grausam. Uns hat die Folge gut gefallen. Was sagt Ihr zum letzten Kandidaten der Blacklist?  

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  • 26-03-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×12 (Spoiler!)

In der gestrigen Folge "Der Alchemist (Nr. 101)" von "The Blacklist" wurde nicht nur ein neuer Name enthüllt, sondern auch endlich der verräterische Maulwurf entlarvt. Mehr erfahrt Ihr bei IOFP. Festgebissen: Die Suche nach dem Maulwurf und manipulierte Zähne Raymond Reddington gibt so schnell nicht auf: Für das FBI ist die Suche nach dem Maulwurf mit dem Tod des ominösen Newton Phillips abgehakt. Doch Red weiß, dass der Verräter im Inneren des FBI weitergräbt und noch nicht unschädlich gemacht wurde. Wie ein Tier an seinem Opfer, hat er sich an seinem Ziel festgebissen und eine gesonderte Einheit ins Leben gerufen, die für die Auswertung von Daten und Reißwolfopfern zuständig ist. Zur selben Zeit versuchen Liz, Malik, Ressler und Cooper das Rätsel um den Alchemisten zu lösen. Laut Red ist dieser mit dem Wissen und der Technik ausgestattet, jedem beliebigen Menschen die DNA und medizinischen Daten eines anderen auf den Leib zu schneidern - im wahrsten Sinne. Aufmerksam werden die Agenten auf den Alchemisten, als bei einem Flugzeugabsturz Pytor und Catherine Madrczyk ums Leben kommen. Beide gehörten der serbischen Mafia an. Vom Labor wurden die Identitäten bestätigt, doch bescheinigt eine Knochenmarkanalyse, dass es sich um zwei völlig andere Personen handelt, die mit manipulierten Genen "eingetauscht" wurden - das Werk des Alchemisten. Dieser bemerkt schnell, dass ihm das FBI auf den Fersen ist und beginnt alle zu töten, die ihn verraten könnten, auch das wahre Ehepaar Madrczyk. Liz' Privatleben steht noch immer auf wackeligen Füßen: Tom hat sein Vorstellungsgespräch in Nebraska zwar abgesagt, redet Liz jedoch ins Gewissen, dass sie an die Familienplanung denken. Da das Baby, das sie adoptieren wollen, bald zur Welt kommt, richten die Nachbarn eine Babyparty für das Paar aus. Dass es unter den gegebenen Umständen fragwürdig ist, dass sie überhaupt ein Baby adoptieren dürfen, bleibt unser Problem. Auf der Feier taucht eine Frau auf, die sich als Joline vorstellt und sagt, sie sei eine Lehrerin aus Toms Schule. Doch sie wird uns an das Geheimnis "Tom" heranführen, denn sie besitzt eine Akte über Tom und steht in Verbindung zu Red. Um es kurz zu machen: Der Alchemist ist Geschichte, als er versucht mit seiner Frau und Tochter zu fliehen. Von der Polizei gestellt und seiner eigenen Frau erschossen, kommt sein Ende schnell und gnadenlos. Zum Ende der Folge ist es Reds Team gelungen, ein verdächtiges Schreiben des FBI zu entschlüsseln und sie entarnen den Maulwurf: Es ist diejenige, die zuerst als unverdächtigt eingestuft wurde - Meera Malik. Schritt für Schritt steigert sich die Gänsehaut Dem FBI bei der langsamen Suche nach Verbrechern zuzusehen, macht uns zu Voyeuren, die einfach nicht wegsehen können. Die Brocken, die Red Liz und somit auch uns zuwirft, ergreifen wir mit Freude und hoffen, dass sie uns der Wahrheit wieder ein Stück näher bringen. Obwohl "Der Alchemist" zu den eher ruhigeren Episoden zählt, ist sie nicht weniger spannend. Nach den misslungenen Explosionen vergangener Folgen sind wir froh, dass der Flugzeugabsturz vom Anfang vorzeitig abgebrochen wurde. Uns freut auch, dass Donald immer sympatischer wird. Im Zwiespalt mit seiner Ex-Freundin und dessen bevorstehender Hochzeit, zeigt er endlich seine menschliche Seite. Mit Joline steigert sich unsere Hoffung auf eine Enttarnung Toms, der unseren Argwohn mit jedem seiner Blicke steigert. Unscheinbar, niedlich und doch mit großer Klappe bringt Joline Pfeffer in die Dialoge und vor allem Eifersucht in Liz' Ehe. Es wird auch langsam Zeit, dass Reds kleine Lizzy die Fassade ihres Mannes hinterfragt und beginnt Fragen zu stellen, denn dahin versucht Redington sie immer wieder zu leiten. Gewöhnt haben wir uns auch so langsam an die harmlose Darstellung der Folterungen und Tode, hier können wir nicht mehr erwarten und das stört allmählich nicht mehr. Storytechnisch geht es gut voran, sodass keine besondere Aufmerksamkeit auf das Sterben gelegt werden muss, um von plumpem Inhalt abzulenken. Das Ende gibt uns Bestätigung: Schon bevor die Suche nach dem Maulwurf anfing, trat Malik arrogant und hinterlistig auf. Jetzt sind wir gespannt, was Reddington, der in Maliks Wohnzimmer lauert, mit ihr anstellt und welche Gründe hinter dem Handeln der Agentin stecken. Immer noch wirkt die Enttäuschung von "General Ludd" (dazu: Review: "The Blacklist" 01x08 (Spoiler!)) nach, doch einen weiteren überlebenden Bösewicht hätten wir nicht verkraftet, mag er noch so gutaussehend sein. Problematisch ist sein Tod natürlich für das FBI, das die Chance auf hunderte von Namen Krimineller verpasst hat. Wir werden sehen, wie schnell wir zur Lösung des großen Tom-Geheimnisses kommen, denn das treibt uns momentan am meisten an. Wie hat Euch die letzte Folge "The Blacklist" gefallen? Ist es Euch zu ruhig geworden, oder findet Ihr das momentane Spannungslevel optimal?  

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  • 19-03-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×11 (Spoiler!)

Wir haben Erwartungen an "The Blacklist", die mit der Folge "Der gute Samariter (Nr. 106)" erfüllt werden sollten. Ob wir entäuscht wurden, verrät Euch IOFP, also lest weiter! Eins ist klar: Mit Anslo Garrick Teil 1 und 2 hat sich The Blacklist eigene Maßstäbe gesetzt, die sie nur schwer aufrecht erhalten kann. Nichtsdestotrotz hat uns die vergangene Folge nicht verschreckt. "Der gute Samariter" war gut, aber eben nicht viel mehr, denn auch wenn es viele Schnitte und Handlungssprünge gab, ist kaum etwas passiert. Ein abschließendes Fazit werdet Ihr daher auch nicht finden, stattdessen haben wir unsere Kritik direkt eingebunden. Die Handlung und ihre Schwachstellen: Wie wir in unserer letzten Review schon festgehalten haben, gibt es so einige offene Geheimnisse, die aufgedeckt werden wollen - zumindest wollen wir das. Wie es zu dem Übergriff auf die eigentlich geheime Blackside kam, ist eines davon. Für das FBI steht fest, dass in den eigenen Reihen ein Maulwurf für die Informationsverteilung sorgt und der muss entlarvt werden. Nacheinander werden alle - wenig effektiv - befragt und Malik zuerst als unverdächtig bestätigt. Sie selbst zeigt die hintertückige Seite, die wir schon lange bei ihr vermuten. Reddington erfüllt in der Zwischenzeit seinen eigenen Auftrag: Er befragt alle, die mit den Geschehnissen rund um Garrick zu tun hatten. Die gekauften sowie die auftragebenden Personen und hinterlässt eine Spur von Leichen. Doch den Großteil der benötigten Informationen erhält er nach und nach. Als das FBI Aram als Maulwurf "enttarnt", ist ihnen Red längst zuvor gekommen und vergewissert sich mit vorgehaltener Waffe davon, dass es sich um einen Irrtum handelt. Der Übeltäter ist an viel höherer Stelle des FBIs zu finden und es handelt sich um niemand geringeren als unseren "Mystery Man". Ob auch Fowler in der internen Intrige steckt, ist nicht klar geworden. Der titelgebende gute Samariter der Blacklist kam wie gewohnt ruhig daher. Wie auch bei den meisten bisherigen Bösewichten, steckt im aktuellen so viel Potenzial, dass leider wieder nicht genutzt wurde. So langsam wird es schwierig all die Spannung nur mit den Verbindungen der ständigen Charaktere erzeugen zu wollen. Gerade, wenn die Spannung allmählich gelöst werden muss, um die Fans nicht zu verschrecken. Dass Tom die Flucht ergreifen will und sich deshalb in Nebraska für einen neuen Job beworben hat, zeigt uns nur aufs Neue, dass er Dreck am Stecken hat. Zum einen wollen wir noch immer unbedingt wissen, was er so Furchtbares verheimlicht, zum anderen ist aber genau diese Angst, die man vor ihm bekommt, sehr willkommen. Dass sein Bewerbungsgespräch zum unfreiwilligen Cliffhanger wurde, war enttäuschend, aber wir hoffen, dass die Auflösung nicht mehr zu lange auf sich warten lässt. Es sind die beiden großen Fragezeichen Red und Tom, die uns trotz jeder noch so großen oder kleinen Enttäuschung bei der Blacklist halten. Was erfreut ist, dass Red zurück ist und schon mit dem nächsten Namen auf der Liste lockt. Aber damit müssen wir bis zu "Der Alchemist (Nr. 101)" warten. Im Großen und Ganzen war die elfte Episode nett und ruhig, aber nichts Besonderes und somit müssen wir eine weitere Woche ausharren. Hoffen wir, dass der eiserne Wille der Fans belohnt wird und wir tatsächlich bald Geheimnisse gelüftet bekommen. Wie fandet Ihr "Der gute Samariter"? Eher langweilig, oder ist die unterschwellige Spannung für Euch viel wichtiger?

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  • 18-03-2014
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Review: „The Walking Dead“ 4×14 (Spoiler!)

Die 14. Folge der vierten Staffel "The Walking Dead" - "The Grove" - ist sicherlich nichts für schwache Gemüter! Die Handlung um Tyreese, Carol und die drei Kinder spitzt sich zu und nimmt schockierende Ausmaße an. Die Handlung "The Grove" dreht sich ausschließlich um Tyreese, Carol, Lizzie und Baby Judith. Tyreese und Co. sind gemeinsam auf dem Weg zur vermeintlichen Erlösung - Terminus. Doch machen sie in einem Haus Rast und beschließen, vielleicht eine Weile dort zu bleiben. Es wird immer deutlicher, dass Lizzie psychische Probleme hat. Und sie ist es auch, die für eine der überraschendsten Szenen seit Langem sorgt: Währed Tyreese und Carol im Garten auf Nahrungssuche sind bringt Lizzie ihre kleine Schwester Mika um, in dem Glauben, dass sie als guter Zombie zurückkehrt. Carol und Tyreese sehen keinen anderen Ausweg als als Lizzies Leben zu beenden - die toughe Carol übernimmt diese scheußliche Aufgabe. Und somit sind sie nur noch drei. Am Abend nimmt Carol all ihren Mut zusammen und gesteht Tyreese endlich, dass sie im Gefängnis seine Freundin Karen umgebracht hat. Trautes Heim? Die Ankunft der Tyreese-Truppe in dem Haus und ihr Bestreben dort eine Zeitlang zu verharren lockt den Zuschauer auf eine Fährte, die vermuten lässt, dass sich möglicherweise eine Art glückliches Familienleben aus dieser Situation entwickeln könnte. Die Machart dieser Szenen zielt darauf ab, eine idyllische Atmosphäre zu kreieren: Carol knackt gemeinsam mit den beiden Schwestern Pekannüsse und röstet sie im Ofen. Carol fügt sich in die Mutterrolle ein und scheint die Vertrautheit zu den Mädchen zu genießen. Auch Tyreese ist von dem Zusammenleben angetan, da er Carol vollstens vertraut und er Mikas Vorschlag, in dem Haus zu bleiben, aufnimmt und sich mit dem Gedanken immer mehr anfreundet. Zudem schafft er es zum ersten Mal seit langer Zeit, sich zu entspannen. Abends sitzen alle gemeinsam im Wohnzimmer im beruhigenden Schein der Petroleum-Lampe - Tyreese liest im Sessel eine Zeitung, Lizzie und Carol schälen die Nüsse und Mika erfreut sich an einer gefundenen Puppe. Zu schön um wahr zu sein? Absolut! Die Walking-Dead-Fans lassen sich nicht von der vorgegaukelten Idylle irritieren, denn in dieser Serie passiert stets etwas Furchtbares, wenn die Dinge zu gut laufen. Mit einem wortlosen Intro wurde bereits angekündigt, dass etwas faul ist: Der Zuschauer sieht wie Lizzie in einem Garten (eben dieses Hauses) mit einer Zombie-Frau Fangen spielt! Zur Abwechslung wird das traute Heim aber nicht durch einen Zombie-Angriff zerstört, wie es in letzter Zet beinahe immer der Fall war, sondern durch die psychopatischen Handlungen von Lizzie. Lizzie ist geisteskrank! Es wurde schon zuvor angedeutet oder gezeigt, dass in Lizzie ungeahnte, böswillige Kräfte stecken - man denke nur an die Szene, in der Lizzie Judith absichtlich fast erstickte. In "The Grove" wird klar, dass es nicht unbedingt böswillig, sondern tatsächlich psychotische Anwandlungen sind. Sie drücken sich durch eine extrem verzerrte Wahrnehmung aus, die dazu führt, dass Lizzie sich nicht darüber im Klaren ist, was die Walker eigentlich sind. Sie wirkte in der Vergangenheit trotz ihres Alters oft tough und hatte auch keine Probleme damit, im Gefängnis Menschen zu erschießen, um Tyreese zu retten. Doch zu den Zombies hat sie ein äußerst gestörtes Verhältnis: Auf der einen Seite ist sie sich dessen bewusst, dass sie gefährlich sind und sie zückt auch ihre Waffe zur Verteidigung. Auf der anderen Seite ist sie komplett wahnhaft und bildet sich ein, dass die Zombies ihre Freunde sind. Das wird in der Fang-Spiel-Szene deutlich (siehe Bild): Ihr Nervenzusammenbruch nach Carols Eingreifen zeigt, dass Lizzie jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Außerdem kommt heraus, dass Lizzie diejenige war, die am Gefängniszaun die Walker mit Ratten fütterte und somit die ganze Gruppe in Gefahr brachte. Ihr Verhalten ist dementsprechend nichts Neues, doch nimmt es in dieser Folge die extremsten Züge an. In ihrem Wahn ersticht sie ihre Schwester Mika und hatte auch vor, Judith umzubringen, was Tyreese und Carol durch ihr Erscheinen aber verhinderten. Lizzie ist nach dem Mord an ihrer Schwester geradezu ekstatisch und versucht Carol und Tyreese klar zu machen, dass sie eine gute Sache getan hat. Auch später, bevor sie selbst erschossen wird, ist sie unangenehm fröhlich. Ihr Denken erinnert an Hershel und sein Glauben daran, dass die Zombies bloß krank sind. Jedoch ist es nicht direkt miteinander zu vergleichen. Zum Einen hätte Hershel niemals einer geliebten Person etwas getan und er hielt die Zombies zumindest in der Scheune, auf Sicherheitsabstand gefangen, und spielte nicht mit ihnen. Lizzies Wahrnehmungsstörung ist ein interessanter Punkt, da die Kinder in der Serie eher sanfmütiger Natur sind. Ihre psychische Krankheit soll wohl darauf hinweisen, dass es in einer apokalyptischen Zombie-Welt für ein Kind so oder so ausgehen kann: Diese extreme Situation während des Heranwachsens kann ein junges Mädchen offensichtlich in die Soziopathie und in den Wahnsinn treiben. Das Fazit findet Ihr auf der nächsten Seite!

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  • 12-03-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×10 (Spoiler!)

Es ging in der gestrigen Folge "The Blacklist" wie erhofft weiter: schnell, actiongeladen, düster und dramatisch. Warum uns die Folge so glücklich gemacht hat, erfahrt Ihr hier. Wir hatten große Angst um den Fortbestand der eigentlich guten Crime-Serie "The Blacklist", denn in letzter Zeit wurde nicht nur das Tempo, sondern auch die Qualität auf ein Minimum reduziert. Mit Teil eins von "Anslo Garrick (Nr. 16)" am 4. März stieg unsere Hoffnung wieder (dazu: Review: "The Blacklist" 01x09) und ließ uns mit Spannung der zehnten Episode entgegenfiebern. Eine Serie zu gucken, soll Spaß machen und endlich macht auch unsere Blacklist wieder Spaß! Was ist geschehen - Zusammenfassung: Was uns beruhigt: Dembe lebt. Liz hingegen ist die Flucht nicht gelungen und als Anslo Garrick ihr die Waffe an den Kopf hält, entlockt Reddington Ressler den Code zum Öffnen der Box. Widerwillig gibt Cooper den Code ein und somit hat Anslo endlich sein Ziel erreicht. Da Aram die Kommunikation wiederherstellen konnte, ist auch bald ein Einsatzkommando des FBI vor Ort. Doch Garrick entkommt mit Red im Krankenwagen - Ressler wird derweil gesondert zur Klinik gefahren und erfolgreich operiert - und will den Ortungschip entfernen. Keen zeigt Eigeninitiative und folgt ihnen. Obwohl die Blackside von oberster Stelle aufgelöst wird, weigern sich auch Aram und Malik und arbeiten weiter. Allem voran steht die Suche nach dem Maulwurf, der noch immer nicht enttarnt wurde. Reds Spur verliert sich, da der Chip entfernt und entsorgt wurde. Verschleppt und unter Anästhetika gesetzt steht Raymond einem offensichtlich alten Bekannten (Alan Alda) gegenüber, der nicht nur ihn seit 20 Jahren beobachtet, sondern auch die Interna des FBI observiert. Anslo hingegen geht leer aus, darf Red nicht töten, da dies für den neuen mysteriösen Mann und das "große Geheimnis" fatal wäre. Red tötet Anslo, entkommt und ist für das FBI und die Widersacher erneut verloren. Die Blackside wird wiederbelebt und auf der Blacklist steht ein neuer Name an erster Stelle: Raymond Reddington. Fazit: Den Tod von Dembe hätten wir nicht verkraftet. Dass Luli sterben musste, war zwar auch nicht schön, doch Red und Dembe verbindet einfach so viel mehr. Außerdem ist es immer gut mehr als einen Verbündeten auf seiner Seite zu wissen. Was uns freut ist, dass Red allmählich Kontur bekommt und die Story der vergangenen 20 Jahre - und was davor passierte - endlich aufgegriffen wird. Bisher schien er unerreichbar und einer der ganz Großen in der Welt der Kriminellen zu sein, doch offensichtlich gibt es Personen, vor denen auch der unnahbare Raymond Angst haben muss. Nicht nur der Charakter Reds, sondern auch Keen, Tom, Aram und Ressler bekommen immer mehr Kontur und es macht wieder Freude ihnen zuzusehen. Die Effekte befinden sich zwar immernoch in einem ausbaufähigen Stadium, haben der rasanten Handlung aber nicht geschadet. Auch der Gelegenheits-Zuschauer freut sich, wenn eine Handgranate richtig explodiert und nicht als übergroße Wunderkerze daherkommt. Technisch passte sonst aber alles und es freute auch, dass Garricks Killer-Brigade gegen das "Aufräumkommando" derer, die hinter Red stehen, nicht ankommen konnte - unsterbliche Bösewichte (General Ludd) sind nicht so gern gesehen wie die Helden der Serie. Wer sich beschwert, dass alte Geheimnisse nicht gelüftet wurden, sondern noch neue hinzugekommen sind, sollte lieber darauf bauen, dass genau dies zum Erhalt der grandiosen Spannung beiträgt. Geheimnisse über Geheimnisse Welche Fragen haben sich bisher eigentlich angesammelt? Wir hätten da immernoch die Beziehung zwischen Red und seiner Lizzy. Sie nutzte die Gunst der Stunde als Red sie nach seinem Verschwinden anrief und fragte ihn direkt, ob er ihr Vater wäre. Nach einer beachtlichen Pause sagte er, er sei es nicht. Eine glaubwürdige Antwort klingt anders... Reds Warnung vor Tom gegenüber Liz, sollte offensichtlich ernst genommen werden, denn da ist einiges im Argen - aber was, das ist noch offen. Wer steckt hinter dem neuen "Mystery-Man", der Red solchen Respekt einflößt? Wer ist der Maulwurf beim FBI? Die Deckung der Beschatter von Liz' und Toms Haus ist aufgeflogen, aber die Identität des Mannes, den Liz erschossen hat, konnte nicht geklärt werden. Wer ist es also, der so großes Interesse an Liz zeigt? Geht es eventuell doch eher um Tom? Hoffen wir also, dass es so düster und charakterstark weitergeht, denn wir wollen all die Fragen beantwortet haben und bleiben definitv dran. "The Blacklist" ist wieder da und wird immer besser. Was denkt Ihr über die Serie und das endlich aufgenommene Tempo?

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  • 11-03-2014
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Review: „The Walking Dead“ 4×13 (Spoiler!)

Die gestrige Folge "Alone" von "The Walking Dead" konzentriert sich auf zwei kleine Gruppen: Daryl und Beth zum einen und Bob, Maggie und Sasha zum anderen. Daryl und Beth kommen bei einer Art Bestattungsunternehmen an, das neben einem Friedhof steht. Dort finden sie Vorräte und beschließen, eine Weile zu bleiben. Abends dringt eine Walker-Horde in das Haus ein: Daryl hält sie in Schach um Beth, die sich zuvor in einer Tierfalle den Fuß verletzte, einen Vorsprung zu verschaffen. Daryl läuft nach seiner Zombie-Abwehr ebenfalls hinaus und sieht gerade noch wie Beth mit einer unbekannten Person in einem Leichenwagen davon fährt. Daryl kann sie nicht einholen und ist von nun an allein unterwegs. Er trifft aber wenig später auf die Bande, die in der vorletzten Folge (4x11) in Ricks Unterschlupf-Haus eingebrochen ist. Daryl schließt sich aus Mangel an Alternativen ihrer Gruppe an. Bob und Sasha folgen noch immer Maggie bei ihrer Suche nach Glenn, obwohl sich langsam diesbezüglich die Geister scheiden. Maggie bemerkt den Zwiespalt, verschwindet deshalb und hinterlässt ihren zwei vorherigen Weggefährten eine Nachricht, die ihnen mehr oder minder untersagt ihr zu folgen. Bob und Sasha folgen ihr zunächst trotzdem, wobei Sasha zwischenzeitlich ihren eigenen Weg geht. Irgendwann finden die drei sich wieder und gehen gemeinsam Richtung 'Terminus'. In der letzten Szene sieht der Zuschauer, dass auch Glenn das 'Terminus'-Schild entdeckt hat. Alleinsein ist keine gute Option Das trifft besonders für Bob zu: Die Folge beginnt wieder einmal mit einem wirkungsvollen, wortlosen Intro, das aber mit melancholischer Musik unterlegt ist. Das Intro ist ein Flashback von Bob, der sich allein durchschlägt - er trinkt, ist apathisch, hoffnungslos und den Zombies tritt er abgestumpft gegenüber. Ein gekonnter Gegenschnitt erfolgt während des Intro, als Bob auf dem Dach eines LKWs liegt und den klaren, blauen Himmel betrachtet während die Beißer an dem Fahrzeug vorbeischreiten und ihre gewohnten Laute von sich geben: Schönheit und Bedrohung bzw. Hässlichkeit. Diese Gegenüberstellung findet sich auch in dem Bestattungsunternehmen, als Beth und Daryl präparierte, in Anzug bekleidete Walker-Leichen finden, die wie für eine normale Beerdigung zurecht gemacht sind. Beth bezeichnet die Tatsache, dass jemand sich die Mühe gemacht hat und anerkennt, dass die Walker einmal Menschen waren mehrmals als "schön" - das Wort 'schön' in Bezug auf Zombies zu verwenden erscheint widernatürlich. Allerdings bringt Beth damit vor allem erneut ihren Glauben an die verbliebene Menschheit zum Ausdruck. Bob ist in dieser Folge wieder allein, da Sasha nicht länger bereit ist Maggie zu folgen. Bob, der bereits zweimal zuvor seine Gruppe verlor, ist der Gedanke der erneuten Einsamkeit zwar zuwider, doch inzwischen ist er weitaus optimistischer als im Flashback. Daher lässt er Sasha gehen. Doch auch sie stellt fest, dass alleine sein vielleicht doch nicht der beste Weg ist. Das gleiche gilt für Maggie, die zufällig auf Sasha trifft: Maggie fordert nun sogar Sashas Hilfe bei der Suche nach Glenn an, da sie gemerkt hat, dass sie es alleine nicht kann und will. Daryl ist sichtlich erschüttert von Beth Abfahrt. Er versucht verbissen das Fahrzeug einzuholen, aber ohne Erfolg. Er bricht vor Erschöpfung auf der Straße zusammen und verharrt allein in dieser Position solange bis die 'Einbrecher-Bande' sich ihm nähert. Der Zuschauer fragt sich vor allem aus welchem Grund Beth in dem Leichenwagen entkommen ist. Hat sie Daryl zurück gelassen oder wurde sie entführt? Ihre fallengelassene Tasche deutet eher auf eine Entführung hin. Zumal Beth nur widerstrebend vorgegangen ist, da sie mehrmals betonte, dass sie nicht ohne ihn gehen wolle. Das zentrale Thema der Folge "Alone" ist also, genau wie der Titel vermuten lässt, Einsamkeit. Jede der Figuren ist zu gegebenem Zeitpunkt in dieser Folge auf sich allein gestellt. Und jede der Figuren kommt auf die eine oder andere Weise zu dem Schluss, dass Alleinsein keine gute Option ist. Neue Liebesgeschichten? Bereits in der letzten Folge kamen Beth und Daryl sich näher - auch wenn dies vor allem im Rahmen eines Streits und per Beschimpfungen ablief. In "Alone" geht das ungleiche Paar gesittet miteinander um: Daryl wirkt viel optimistischer als in den Folgen zuvor und auf Beths Frage hin, warum sich seine Weltanschauung zum Positiven verändert hat, ist der Redneck drauf und dran "deinetwegen" zu sagen. Dieser romantische Moment wird unterbrochen, doch der Zuschauer weiß, was in Daryl vorgeht. Es bleibt weiterhin spannend ob die Beziehung zwischen Daryl und Beth weiter gesponnen wird oder nicht - es gab bisher einige knisternde Momente zwischen den beiden, doch über Händchenhalten oder eine Umarmung ging es nicht hinaus. Nun dürfte die vermeintliche Liebelei aufgrund von Beth Abfahrt erst einmal auf Eis liegen. Bob zeigte schon mehrere Male Interesse an der toughen Sasha. In dieser Episode versuchte er ihr näher zu kommen, sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene: Er durchschaut ihre starke Fassade und merkt, dass sie einiges verdrängt und vor viele Dinge aus Angst und nicht Überzeugung ablehnt. Als Sasha sich dazu entschließt in einem Haus Unterschlupf zu suchen anstatt weiter Maggie zu verfolgen, küsst Bob sie - doch das bewegt sie nicht dazu bei ihm zu bleiben. Inwiefern diese angefangene 'Lovestory' verfolgt wird bleibt abzuwarten. Im Allgemeinen ist "The Walking Dead" nicht unbedingt eine Serie, die mit vielen Love-Interests arbeitet. Im Gegenteil kommt sie auch sehr gut ohne Romanzen aus. Fazit: "Alone" ist eine gute Folge, die sich wieder auf wenige Gruppen beschränkt und auf Emotionen eingeht. Allerdings gab es wie gewohnt auch reichlich Splatter-Action, die aufs Neue bewiest, dass den kreativen Köpfen hinter der Serie die Ideen nicht ausgehen: Als der Zuschauer Bob, Maggie und Sasha zum ersten Mal antrifft, stehen sie mitten im Nebel und kämpfen gerade gegen eine Zombie-Horde. Nebel als weitere Erschwerung kam bisher in der Serie noch nicht vor, zeigte sich aber als intelligentes Mittel zur Erhöhung der Spannung. Die Szene in der Maggie und Sasha gegen Walker kämpfen, ist sowohl innovativ als auch humoristisch, da Maggie gekonnt ein Verkehrsschild als Waffe benutzt und dadurch wortwörtlich einige Köpfe rollen. Inzwischen sind außer Beth und Daryl alle Figuren auf dem Weg zum 'Terminus'. Dadurch werden beim Zuschauer die Erwartungen an das vermeintliche Überlebenden-Lager immer höher und vor allem auch darauf ob sich die altbekannte Gruppe wieder bilden wird.  Letzteres gestaltet sich zumindest im Moment schwierig, da es nicht bekannt ist, was mit Beth geschehen ist und Daryl zur Zeit Teil einer anderen Gruppe ist. Die Einbrecher-Bande ähnelt sehr dem Daryl Dixon, den der Zuschauer zu Beginn der Serie erlebt hat - und noch mehr seinem Bruder Merle: Unumgängliche Rednecks mit einem Hauch von 'White Trash', die wahrscheinlich schon vor der Zombie-Apokalypse nicht in die Gesellschaft integriert waren. Alle Fans des Armbrust-Schützen sollten hoffen, dass Daryl nun keine Rückentwicklung durchlaufen wird. Es macht sich die Vermutung breit, dass die restlichen drei Folgen der vierten Staffel darauf verwendet werden alle Figuren zum 'Terminus' gehen zu lassen. Der Eine oder Andere wird auf dem Weg dorthin dann sicherlich noch Hindernisse bewältigen müssen. Und das Staffel-Finale könnte dann daraus bestehen, dass alle angekommen - und mit viel Glück sieht der Zuschauer noch ob der 'Terminus' das hält was er verspricht oder nichts dahintersteckt. Dass die Hauptpersonen schon vorher aufeinander treffen ist relativ unwahrscheinlich. Sollte das tatsächlich eintreten ist die Gefahr, dass es sich hinzieht und langatmig wird nicht gering. Außerdem will der Zuschauer, dass die ursprüngliche Gruppe endlich wieder vereint ist. Andererseits kommen im zweiten Teil der vierten Staffel sehr viel mehr Charaktere zum Zug und die Handlung fokussiert sich nicht ununterbrochen auf Rick. Wie fandet Ihr "Alone"? Meint Ihr auch, dass der Weg zum 'Terminus' noch die verbleibenden Folgen in Anspruch nehmen wird?

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  • 10-03-2014
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TV-Kritik: „Tatort: Kopfgeld“

Der zweite "Tatort" mit Til Schweiger lief gestern sowohl im TV, als auch in manchen Kinosälen. IOFP war am "Tatort" und musste feststellen, dass nicht nur die Leichen, sondern auch Handlung, Logik und schauspielerisches Talent tot waren. Sex, Explosionen, Schimpfwörter en masse und haufenweise Leichen erwarteten den Zuschauer. Kommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) bekommt es gemeinsam mit seinem Kollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) wieder mit dem verbrecherischen Astan-Clan zu tun. Der Anführer des Clans Firat Astan (Erdal Yildiz) ist zwar inhaftiert, aber trotzdem in der Lage, vom Gefängnis aus seine Machenschaften zu regeln - er setzt ein Kopfgeld auf Tschiller aus. Dadurch wird er zur lebendigen Zielscheibe und entgeht nur knapp dem Autobomben-Anschlag. Um ihn für die Zukunft zu schützen, erklärt ihn sein Kollege Enno Kromer (Ralph Herforth) für tot und die Gangster wiegen sich in Sicherheit. Doch Tschiller lässt das natürlich nicht auf sich beruhen, sondern sucht einen Weg, den kurdischen Drogenring zu zerschlagen. Die Handlung von "Tatort: Kopfgeld" ist überspitzt und absolut überladen: Der Astan-Clan macht Tschiller das Leben schwer und der LKA-Kommissar ist deshalb ebenfalls auf Vergeltung aus - doch war es wirklich nötig dem Zuschauer dermaßen viele Gründe dafür zu liefern? Relativ zu Beginn kann sich Tschiller noch vor der Autobombe retten. Mit im später explodierenden Fahrzeug sitzt auch seine Ex-Frau, also der erste Grund für Tschiller das Attentat mehr als persönlich zu nehmen. Später gerät Nick in eine Schießerei in einem Nachtclub, bei der zufällig auch seine 15-jährige Tochter Lenny (Luna Schweiger) anwesend ist. Und zu guter Letzt wird dann auch noch Staatsanwältin Lennerts (Edita Malavcic), mit der Tschiller ein Verhältnis hat, von Astans Handlagern gnadenlos zusammen geschlagen. Die Gründe häufen sich für Tschiller, dem Astan-Clan den Garaus zu machen - für den Zuschauer ist der klischeehaft aufgebaute Rachefeldzug jedoch ermüdend. Als wäre das nicht genug unbefriedigende Handlung, ist Kromer auch noch auf eigener Mission unterwegs: Er ist darauf aus, das Oberhaupt eines mit dem Astan-Clan konkurrierenden Drogenrings dingfest zu machen, da er mit ihm eine Rechnung offen hat. Dieser Handlungsstrang harmoniert nicht mit der 'Tschiller-Vendetta' und bewirkt beim Zuschauer keine Neugierde, sondern Verwirrung. Ganz nebenbei dreht sich ein Teil der Handlung um den Drogenkrieg auf dem Kiez, der unter anderem für die zahlreichen Leichen sorgt. Damit hat dieser "Tatort" zumindest einen Rekord gebrochen: Insgesamt 19 Leichen kamen im Film vor, mehr als jemals zuvor! Ob es dieser Rekord jedoch erstrebenswert ist, sei dahingestellt. Fazit: "Tatort: Kopfgeld" hat es in puncto Klischees und der überladenen Story einfach übertrieben. Dem Zuschauer fiel es schwer, der Geschichte zu folgen, doch das nicht aufgrund von Komplexität, sondern wegen der sinnfreien Zusammensetzung der Handlungsstränge. Gemangelt hat es dafür an schauspielerischen Fähigkeiten: Til Schweiger trat als Möchtegern-Bruce Willis auf, allerdings in keiner Form überzeugend. Seine 'bösen Blicke' und sein Zorn ließen durch fehlende Mimik zu wünschen übrig. Schweiger kämpft regelrecht mit der stereotypen Rolle des Cops im Alleingang und scheitert schließlich. Schweigers Porträt des LKA-Kommissars ist zeitweise unfreiwillig komisch. Der klischeehaften Darstellung nicht genug, führt Tschiller zwischendurch auch noch einen 13-jährigen Kleinkriminellen wieder auf den rechten Weg. Der Junge ist auch Anlass für eine der logischen Lücken im Film: Als Tschiller im Krankenhaus liegt, kommen Astans Handlanger, um ihn endgültig zu erledigen. Den 13-Jährigen haben sie dabei und verlangen von ihm, Tschiller zu erschießen. Der Junge zögert solange, bis Tschiller ihm die Waffe abnehmen kann. Der Astan-Clan hat soviel Zeit und Mühe darauf verwendet Tschiller zu töten, also weshalb bei so einer perfekten Gelegenheit die Aufgabe einem unerfahrenen Jungen überlassen? Vor allem, da mehrere schwer bewaffnete Profi-Gangster vor Ort sind. Das ist nur eine von vielen Fragen, die sich der Zuschauer stellte. Die Action-Szenen hätten allgemein auch besser inszeniert werden können. Keine der Explosionen oder Schießereien lässt das Herz des Zuschauers still stehen. Allerdings sind die Aufnahmen von Hamburgs Hafencity wirklich ein Hingucker, bei der die Atmosphäre der norddeutschen Großstadt gut eingefangen wurde. Zudem konnte Fahri Yardim immerhin ein wenig retten: Seine Darstellung des Drogenfahnders Gümer war unterhaltend und nicht so eindimensional wie die seines Kollegen. Mit lustigen Kommentaren im hamburgischen Slang und seiner Authentizität entpuppt sich Yardim als wirklicher Star dieses "Tatorts". Wie gefiel Euch der "Tatort: Kopfgeld"? Seid Ihr unserer Meinung oder fandet Ihr den Krimi und Til Schweiger überzeugend?

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