• 09-09-2014
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TV-Trash 2014: „Catch the Millionaire“ geht in die zweite Runde

Nachdem Millionär Dennis in der ersten Staffel "Catch the Millionaire" bereits die "große Liebe" gesucht hat, spielt nun Berufssohn Paul den Hampelmann in der Arena der öffentlichen Demütigungen. Vergangenen Donnerstag ging die große Menschenverachtung "Catch the Millionaire" in die zweite Runde und Hamburger Paul ist mittendrin. An seiner Seite sind die Pseudomillionäre Marcel und Peter, um diese drei Primaten schlawinern 18 erschreckend schlichte Damen. Scheinentrüstet kann der Privatsender-Rezipient künftig wieder die Stirn kraus legen, wenn Frauen reichen Männern nachjagen und die Männer unverschämterweise ja doch nur das Eine wollen. Jedes ähnliche Format zeigt immer wieder, dass erstaunlich viele Menschen bereit sind, sich für die Öffentlichkeit zu prostituieren und noch viel mehr Menschen wollen dabei zusehen. Aber wer kann sich schon davon freisprechen belustigt und erleichtert zu sein, wenn man merkt, dass man selbst noch nicht ganz unten in der gesellschaftlichen Ordnung angekommen ist. Zudem demonstriert ein schmieriger millionenschwerer Junge hervorragend, dass Großverdiener einen keineswegs in Ehrfurcht erstarren lassen müssen. Nun zieht eben jenes Bürschchen los und sucht natürlich nach der Frau fürs Leben. Seit einigen Jahren ist schon bekannt, dass diese sich gerne hinter Silikon, Gelnägeln und Extensions versteckt, wo auch sonst. Millionär Paul weist aber ja auch darauf hin, dass eine Frau das schönste Schmuckstück des Mannes sei. Selbstverständlich muss solch ein Schmuckstück aber eine reine und liebliche Seele beheimaten, die nur darauf wartet, ihren Mann hingebungsvoll zu lieben. Seine und die Absichten seiner Companions sind selbstverständlich absolut ehrenhaft, umso verwerflicher ist es, dass sich unter den "Ladies" sogenannte "Gold Digger" befinden könnten. Herzzerreißend welchen betrügerischen, gierigen Frauen solch ein reicher Junggeselle doch ausgesetzt ist. Dabei ist der Handel doch seit ewigen Jahrhunderten ganz einfach: jugendliche Schönheit gegen die Moneten. Mann kann halt nicht alles haben. 18 Frauen traten an, um mit öffentlicher Hilfe endlich den richtigen Partner zu finden. Dabei sucht natürlich jede den, der sie zum Lachen bringt, sie achtet und romantisch ist. Das ist doch mal etwas ganz Neues! Vier der Superleuchten verließen in der ersten Folge bereits die Sendung und natürlich flossen Tränen, warum auch immer. Mittlerweile dürfte man sich daran gewöhnt haben, dass sämtliche Gestalten im Fernsehen ihrer Sprache nicht mehr mächtig sind. "Catch the Millionaire" reiht sich damit in die Riege anderer Formate ein. Der Millionär sorgt sich, dass Anastasia stark auf Paul "reflektiert". Was auch immer das bedeuten sollte. Doch so lange man sich nur genug als Mann von Welt präsentiert, dürften solche Kleinigkeiten keinen stören. Fremdscham überkommt einen besonders bei dem Gequatsche der 18 Mäuschen, zum Verzweifeln! Aber man kennt das ja: solche Formate sind eben wie ein Unfall, zu schrecklich zum Wegsehen. Vier Fräulein sind leider schon nicht mehr dabei, doch auf 14 dürfen wir uns am kommenden Donnerstag noch freuen. Vor uns liegen einige Wochen, in denen wir mit den drei äußerst symphatischen Junggesellen hoffen können, dass sie ihre Traumfrauen finden. Nur um es noch einmal im ProSieben-Jargon zu sagen. Also, Donnerstag um 20:15 uhr auf ProSieben. Kann man gucken oder auch nicht. Was haltet Ihr von den neuen "Millionären"?  

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  • 22-07-2014
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Serien-Tipp: „The Border“, Staffel 3

Die dritte Staffel der kanadischen TV-Serie "The Border" triumphiert einmal mehr durch tolles Storytelling vor der Kulisse des kanadischen Grenzschutzes. IOFP.de hat sich die DVD zum Staffelstart ganz genau angesehen und spricht eine Empfehlung an die Fans aus. An der Grenze Die US-Homeland-Security und der kanadische Grenzschutz: Seit nunmehr drei Staffeln und insgesamt 38 Episoden arbeiten diese beiden Institutionen in der kanadischen Crime-Serie „The Border“ zusammen und ermitteln gemeinsam im Kampf gegen Menschenhandel, Schmuggel und illegale Einwanderung. Nun ist in Deutschland die dritte Season auf DVD erhältlich. Auf insgesamt drei Discs sagen James McGowan („Bitten“), Graham Abbey („Degrassi“) und Co. dem Verbrechen den Kampf an und sorgen damit für rund neun Stunden kurzweilige Krimi-Unterhaltung. Als Strippenzieher hinter den Kulissen fungieren der vornehmlich für seine Serien-Arbeiten bekannte Philip Earnshaw („Degrassi“, „The Best Years“) sowie der auch hierzulande und in den USA bekannte John Fawcett („Orphan Black“, „Saving Hope“). Hierzulande wurde die Serie auf dem Pay-TV-Sender AXN ausgestrahlt, doch trotz Kritikerlob (die Serie wurde teilweise gar mit dem US-Klassiker „24“ verglichen) erschloss sich der Kult um „The Border“ zunächst nur einem ausgewählten Publikum. Vornehmlich beschränkte sich der Erfolg auf Kanada: Die erste Staffel avancierte dort zu einem Heimkino-Hit bei iTunes, eine zweite und dritte Staffel waren schnell bestätigt. So ließen auch die Award-Nominierungen nicht lange auf sich warten. Bei den Monte Carlo Television Festivals 2008 und 2009 wurde „The Border“ insgesamt sechsmal nominiert, unter anderem als „Beste Drama-Serie“. Fazit Es muss nicht immer US-Crimekost sein, wenn es die Kanadier genauso gut können. Fans von Formaten wie „Navy CIS“ sowie „Criminal Minds“ sei der Geheimtipp „The Border“ aufgrund von frischen Gesichtern und interessanter Eindrücke von der täglichen Arbeit beim Grenzschutz wärmstens empfohlen. Wem der Kult um die Serie bislang jedoch verwehrt bliebt, sollte zunächst zur ersten Staffel greifen; bei manchen Verwicklungen innerhalb der dritten Staffel könnte der Zuschauer sonst schnell der Überblick verlieren.

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  • 14-06-2014
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Serien-Tipp: „Anger Management“ Staffel 1 + 2

Er ist Playboy, Trinker und Arbeitslos … jedenfalls dachte man dies von Charlie Sheen nachdem seine steile Karriere in der Kultserie “Two And A Half Men“ ein schnelles und schmutziges Ende gefunden hatte. Doch der Schauspieler bewies ein echtes Stehaufmännchen zu sein und kehrte keine drei Jahre später mit einer neuen Sitcom zurück auf die heimischen Bildschirme. Seit dem 21. Mai sind die ersten beiden Staffeln von “Anger Management“ auf DVD & Blu-ray erhältlich und unser aktueller Serien-Tipp. Wie der Phönix aus der Asche. Die letzten Jahre von Charlie Sheen, welcher sich seit vergangenem Jahr wieder Carlos Estévez nennt, waren mit Alkohol-Eskapaden und dem ein oder anderen Pornostärnchen gespickt. Doch nun scheint der Wall Street-Star erwachsen geworden zu sein, jedenfalls in seiner neuen Hauptrolle in “Anger Management“.  Hier verkörpert der Mime keinen Bowlingshirt tragenden Alkoholiker, welcher jede Nacht eine neue Frau im Bett hat, sondern den ehemaligen Baseball-Star Charlie Goodson, welcher  nach diversen Wutanfällen seinen Lebensunterhalt als Anti-Aggressions-Therapeut verdient. Doch eine geschiedene Ehefrau (Shwanee Smith) , eine Tochter (Daniele Bobadilla) in der Pubertät und diverse familiäre Probleme mit seinem Vater und seiner Schwester sind auch für einen Charlie Goodson zu viel und so führt auch für einen Therapeuten kein Weg an der Couch eines anderen Therapeuten bzw. Therapeutin dran vorbei. Wie praktisch dass es sich bei dieser Therapeutin um Charlies beste Freundin Kate (Selmar Blair) handelt und die beiden sich hin und wieder auch das Bett teilen. Auf diese Weise können die beiden Therapeuten das angenehmen mit dem nützlichen verbinden und analysieren diverse male Charlies weitverwurzelte Probleme in tiefgründigen Gesprächen. Mit dem homosexuellen Patrick (Michael Arden), der tussigen Lacey (Nouree DeWulf), dem schüchternen Nolan (Derek Richardson) und dem leicht rassistischen Vietnam-Veteran Ed (Barry Corbin) könnten Charlies Dauergäste auf der Therapie-Couch nicht unterschiedlicher sein und liefern sich so manches, durchdachtes sowie lustiges Wortgefecht. Um dem ganzen ein wenig Abwechslung zu geben, leitet Charlie auch Therapie-Sitzungen mit inhaftierten Mördern, Dieben und Drogendealern. Wie er leibt und lebt. Bereits von der ersten Szene ist klar das “Anger Mangement“ für Charlie Sheen kein Racheakt ist sondern ein echtes Herzensprojekt zu sein scheint. Mehr als einmal nimmt der 49-jährige seine ehemalige Serie und sich selbst ganz ordentlich auf die Schippe. Hierbei werden deutliche Anspielungen auf “Two And A Half Men“ genommen und die ehemals charakteristischen Bowlinghemden als Schmutz bezeichnet. Auch der Cast von “Anger Mangement“ kann sich durchaus sehenlassen. Neben Hellboy-Star Selmar Blair und der aus der SAW-Reihe bekannten Shawnee Smith, wird Charlies Serien-Vater auch von seinem echten Vater Martin Sheen (Apokalypse Now) verkörptert und auch seine echte Ex-Frau Denise Richards (Starship Troopers) ist in einigen Folgen zu sehen. Die Sahnehaube bilden die Gasauftritte von Ceelo Green und Skandalnudel Lindsey Lohan (Machete), letzte wurde sogar einmal eine Affäre mit Charlie Sheen nachgesagt. Wie bereits zu Beginn angerissen ist Charlie Goodson im Gegensatz zu seinem Namensfetter Charlie Harper erwachsen geworden. Auch wenn der Therapeut die Betthäschen nicht im Stundentakt wechselt, spielt das Thema Sex auch in dieser Serie eine große Rolle. Besonders die rein auf Sex aufgebaute Beziehung zur Freundin Kate ist nicht plump aufgebaut sondern beinhaltet durchdachte Dialoge. Fazit. Die in den Marketingkampagnen versprochene Serien-Revolution ist “Anger Management“ zwar nicht geworden, ist aber es ist eine gute Alternative zu “Two And A Half Men“ mit vielen unterschiedlichen Charakteren, ungewöhnlich tiefgründigen Dialogen und abwechslungsreichen Geschichten. Charlie Sheen kann nicht nur den oberflächlichen Playboy spielen sondern liefert in dieser Serie eine durchaus bessere schauspielerische Leistung ab.

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  • 11-06-2014
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Blu-ray-Kritik: Da Vinci’s Demons – Staffel 1

Er war ein Künstler, ein Freidenker und ein wahres Genie: Die Rede ist von Leonardo Da Vinci. Und da in den vergangenen Jahren historische Fantasyserien einen wahren Boom erlebt haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser Universalgelehrte den Weg ins Fernsehen findet. Mit "Da Vinci's Demons" hat David S. Goyer genau das getan – mit Bravour! Die Handlung Florenz, 15. Jahrhundert: Leondardo Da Vinci (Tom Riley) hat sich mit seinen gerade einmal 25 Jahren bereits einen Namen in der italienischen Stadt gemacht. Doch nicht allein durch seine Malerei – auch sein grenzenloses Denken und sein Hang in Konflikt mit dem Gesetz zu geraten, haben sein Übriges getan. Er hat sich bewusst für Florenz entschieden, denn an diesem Ort sind die Richtlinien für Freidenker nicht so strikt, wie in anderen Orten. Ist es in Rom verboten Erfindungen wie dem des Fliegens nachzueifern, kann Da Vinci vor den Toren Florenz diesem Drang nachgehen. An seiner Seite stehen ihm sein Handlanger Nico (Eros Vlahos) sowie der latent kriminelle Zoroaster (Gregg Chillin). Und auch Vanessa (Hera Hilmar) gehört zum Trupp der vierköpfigen Bande und ist ein gern verwendetes Motiv des Künstlers. Dieser führte bisher ein Leben ganz nach seinem Geschmack – ohne Regeln, ohne Restriktionen. Wäre da nicht Lucrezia Donati (Laura Haddock), die auf Leonardo einen ganz besonderen Reiz ausübt. Doch die Mätresse des Stadtherren von Florenz, Lorenzo de Medici (Elliot Cowan), liegt außerhalb seines sehr profanen Standes. Trotzdem gelingt es ihm durch sein Können Zugang zu den Medicis und somit auch Lucrezia zu erhalten. So soll er unter anderem seine Herzdame für den Stadtherren porträtieren. Doch die politischen Zeiten sind kompliziert: Durch den Mord am Herzog von Mailand (Hugh Bonneville) stehen die Zeichen der italienischen Großmächte Florenz und Rom auf Konfrontation. Der Papst Sixtus IV. (James Faulkner) setzt alles daran die Medici abzusetzen – koste es was es wolle – nur um der Alleinherrscher Italiens zu werden. Sein Enkel Girolamo Riario (Blake Ritson) ist dafür zuständig, alles dafür in die Wege zu leiten. Und dann ist da auch noch "der Türke" aka Al-Rahim (Alexander Siddig), der Leonardo wundersame Dinge offenbart und in eine äußerst mysteriöse Welt entführt, die ihm unmessbares Wissen garantiert, sofern er das "Buch der Blätter" findet. Umsetzung und Darsteller Da sich derzeit Serien mit historischen Bezügen großer Beliebtheit erfreuen, war die Ausgangssituation für "Da Vinci's Demons" nicht die Schlechteste. Allein die produzierenden Sender hinter der Serie, die britische BBC sowie der US-amerikanischen Starz-Sender, haben allerhand Erfahrungen mit solchen Formaten: Figuren, dessen Existenz belegt sind, die jedoch aus moderner Sicht erzählt werden – sei es "Sherlock" von der BBC oder auch "Spartacus" von Starz. In diese Schiene lässt sich auch "Da Vinci's Demons" eingliedern. Allerdings tat sich die erste Staffel am Anfang schwer: Zu viel wurde in die erste Folge gesteckt, um auch ja die Zuschauer für sich zu gewinnen. Alles, was über Leonardo Da Vinci bekannt ist, wurde allein in der ersten Folge thematisiert: Sein Interesse an Kriegsmaschinen, sein Drang die Lüfte zu erobern, sein außerordentliches Können was die Malerei und Bildhauerei angeht, sein Trickserdasein und und und. Schöner wäre es gewesen, das vielschichtige Porträt des Meisters nach und nach aufzuschlüsseln. Dennoch ist die Serie ab der zweiten Folge fesselnd und spannend erzählt – vor allem die politischen Machtverhältnisse und Intrigen. Und wem die Geschichte der Medici, Da Vinci und generell dem Florenz des 15. Jahrhunderts nicht fremd ist, wird hier und da mit bekannten Fakten konfrontiert. So auch die Verhaftung Leonardos wegen Sodomie, sein Zwist mit dem jüngeren Künstler Sandro Botticelli, mit dem er im gleichen Atelier arbeitete, die Erfindung des Taucheranzuges sowie das exakte Studium der Natur. Tom Riley spielt seine Figur in "Da Vinci's Demons" mit viel Hingabe und Sinn für Details. Je fortgeschrittener die erste Staffel ist, desto mehr erinnert Leonardo an Sherlock (Benedict Cumberbatch) aus der gleichnamigen BBC-Produktion. Wenn er seinen Gedanken und Ideen nachgeht und in eine Art Trance verfällt, in der er die kleinen Spitzfindigkeiten seiner Ideen nachvollzieht. Dann schließt er seine Augen, seine Fingerspitzen fangen an zu zittern und die Kamera dreht ihre Kreise um das Universalgenie – ganz so wie bei Sherlock. Ebenfalls hervorzuheben ist Blake Ritson der den Antagonisten von Leonardo und Handlanger von Papst Sixtus IV. spielt. In keiner Sekunde zweifelt der Zuschauer an der hinterhältigen Art und Weise, die seine Figur Riario verkörpert – Grenzen scheint er nicht zu kennen. Die schmale Gratwanderung zwischen adeliger Arroganz, gewiefter Hinterhältigkeit und unterwürfigem Gehorsam meistert Ritson par excellence. Bild, Ton und Bonusmaterial Hinsichtlich Bild und Ton gibt es auf der Blu-ray-Version nichts zu beanstanden. Das Bild ist selbst in dunkleren Szenen meistens körnerfrei und auch der Ton lässt keine Wünsche offen. Die Extras fallen hingegen leider etwas mager aus: Neben einem Interview mit David S. Goyer, gibt es lediglich noch einige entfallene Szenen sowie ein kurzer Blick hinter die Kulissen. Und dieser Blick ist wirklich sehr kurz. Schade eigentlich, da es gerade bei einer solchen Serie, die mit Wahrheiten und Fakten spielt, spannend ist, mehr über die Machart zu erfahren. Fazit Alles in allem ist "Da Vinci's Demons" eine Fantasy-Serie, die es schafft seine Zuschauer zu fesseln und das dank vielerlei Elemente: Nicht nur, dass es Spaß macht den Charakteren zuzuschauen, auch die Umgebung ist liebevoll designt. Und auch der Soundtrack gibt so einiges her. Die Main Title Theme ist eingängig und passt zum Stimmungsbild der Serie. Sie lässt sich immer und immer wieder anhören, ohne langweilig zu werden. Und wieder, und wieder, und wieder,... Wer sich die erste Staffel zu Gemüte führt, wird am Ende sehnlichst auf die zweite Staffel warten, denn "Da Vinci's Demons" endet mit einem riesigen Knall und ziemlich cleveren Cliffhanger. BBC/Starz haben es einmal mehr geschafft eine Serie zu kreieren, die der Konkurrenz in nichts nachsteht. Zwar wird in der ersten Staffel noch nicht allzu viel über die "Demons" von Da Vinci verraten und sie kratzt nur an der Oberfläche des Übernatürlichen, doch dabei weckt die im Zuschauer eine Neugier, wie es wohl weitergeht. In diesem Sinne: Die zweite Staffel läuft derzeit auf FOX, weshalb es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie auf Blu-ray und DVD erhältlich ist. Und die dritte Staffel ist bereits von den Sendern in Auftrag gegeben worden.

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  • 04-06-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×22 (Spoiler!)

Staffel eins von "The Blacklist" ist vorbei und mit "Berlin (Nr. 08) Teil 2" haben wir uns auf ein großes, fulminantes Finale gefreut. Ob unsere Erwartungen erfüllt wurden, könnt Ihr in unserer Review lesen. Das war jetzt also das Finale von "The Blacklist". Aber kann man es tatsächlich auch so betiteln? An ein Staffelfinale haben wir immer ganz spezielle Anforderungen. Die wohl größte Erwartung ist, dass die vorangegangenen Episoden übertrumpft werden müssen - mit Spannung, Story und dem Aufdecken von Geheimnissen. Schon mit dem Midseason Finale um die beiden Folgen "Anslo Garrick" ist unsere Vorfreude auf den endgültig Abschluss der 22 Episoden enorm gestiegen. Unter all diesen Vorraussetzungen kann man nur laut fragen: Was war das denn? Schon mit "Berlin (Nr. 8) Teil 1" stieg unsere Nervosität - es wurden Fragen aufgeworfen, aber auch einige geklärt und ließen uns weiterhin eine ganze Woche zittern. Sind wir denn nach dem Finale schlauer, als zuvor? Nein. Das muss man leider so sagen. Die Mutmaßungen über Liz' (Megan Boone) und Reds (James Spader) Beziehung müssen, obwohl es immer wieder thematisiert wird, offen bleiben. Um einige Details sind wir letztendlich aber reicher: Der Brand, von dem Liz hin und wieder träumt, ereignete sich an dem Tag, an dem sie zu Sam kam. Aus Reddingtons Erzählungen geht aber lediglich hervor, dass sie von "jemandem" zu ihm gebracht wurde. Wer? Vermutlich Red, aber eben wieder nur eine Vermutung. Dieses ewige Auf und Ab wird auch der 22. Episode von schwammigen Hinweisen seitens Red aufrecht erhalten. Seine ausführliche Beschreibung besagten Abends stammt entweder aus eigener Erfahrung oder von Sams Berichten. Wenn Red, wie man vermuten könnte, nicht Lizzies Vater ist, dann hat er sie aber in jener Nacht gerettet und zu Sam gebracht. Das widerum ist fragwürdig, denn auch das erklärt Reds Interesse an Liz nicht ausreichend. Wenn sich  - nein, wir wissen es immernoch nicht - die Vermutung, die schon seit Beginn der Serie im Raum steht, dass Red ihr Vater ist, bestätigen, bleibt zu hinterfragen, warum er Liz am Ende hoch und heilig versichert, dass ihr Vater bei dem Brand ums Leben kam. Daran hat Liz im Endeffekt, als Tom (Ryan Eggold)  ihr bei einem wohl allerletzten Aufeinandertreffen sagt, dass ihr leiblicher Vater noch am Leben ist. Und sonst? Schlussendlich wissen wir, wer Berlin ist und auch was ihn zu seinen Taten antreibt. Dass aber die Geschichte seiner ermordeten Tochter auf Red zurückzuführen ist, scheint unwahrscheinlich. Denn obwohl er nicht vor grausamen Taten zurückschreckt, traut man ihm die Folter und Ermordung eines Mädchens nicht zu - er tötet schließlich auch keine Hunde... War denn gar nichts gut? Doch! Obwohl sich die Agenten der Blacksite mal wieder relativ lange an der Nase haben herumführen lassen, sind sie am Ende doch zumnindest in die Nähe von des Rätsels Lösung gekommen: Wer ist Berlin. Wissen tun wir es zwar nicht, aber wir kennen nun sein Aussehen und seine Geschichte. Eine Finale-Bedingung wurde aber tatsächlich erfüllt: "Berlin" kommt nicht ohne Opfer daher und es trifft auch die nicht so unverwundbaren Bundesagenten. Meera Malik war zwar ein nicht überflüssiger Teil der Einheit, aber hat eben doch nur eine austauschbare Rolle gespielt. Und was ist aus Tom geworden? Bis zum Ende der Episode sind wir von seinem Tod überzeugt, da seine 'Leiche' aber verschwindet, könnte er uns in Staffel zwei erneut begegnen. Glücklich stimmt uns, dass Cooper zwar lebensgefährlich verletzt wird und im Koma liegt, seine Lebensgeister aber wieder zurückkehren. Auch wenn er nur eine der Nebenrollen hat, ist er definitiv nicht zu ersetzen. Ein letztes Lob muss wieder an die musikalische Untermalung gerichtet werden. Über die gesamte Staffel hinweg überzeugt "The Blacklist" nicht nur mit passenden Melodien, sondern auch mit authentischen Texten, die uns Dank der zumeist bekannteren Songs fesseln. Fazit An Höhepunkte wie in den "Anslo Garrick"-Episoden kann das Finale von "The Blacklist" leider nicht anschließen. Nichtsdestotrotz sind wir weiter gefesselt und ergeben uns unserem Schicksal: Bis zum Herbst müssen wir auf den erneuten Angriff auf unsere Spürnasen warten, denn wir wollen auch in Staffel zwei wieder miträsteln.

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  • 28-05-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×21 (Spoiler!)

Das Finale steht kurz bevor und mit dem ersten Teil von "Berlin" beschert uns "The Blacklist" einen eher zaghaften Vorgeschmack auf ein hoffentlich fulminates Ende. Mehr lest Ihr bei IOFP. Wir sind schon ganz hibbelig, denn nächste Woche wird die letzte Episode der ersten Staffel "The Blacklist" ausgestrahlt. Es sind noch immer so viele Fragen unbeantwortet und so viele Mysterien ungelöst, dass wir auch im Verlauf von "Berlin (Nr. 8)" permanent die Sitzposition wechseln müssen. Während der bereits vergangenen 20 Folgen haben wir uns doch immer wieder gefragt, was Reddington (James Spader) mit seiner ominösen Blacklist bezweckt. Vermutungen, Spekulationen und scheinbare Erkenntnisse gestalten seitdem den Weg zum Finale. Doch nicht nur das Ende, sondern auch der/die/das geheimsnisvolle Berlin rückt näher. Fassen wir uns kurz - was ist in "The Blacklist" passiert? Liz (Megan Boone) hat sich entschlossen ihr "privates" Tom-Problem dem FBI mitzuteilen, schließlich ist ihre Einheit direkt betroffen. Sie stößt damit jedoch nicht nur auf Verständnis, sondern vor allem auf Skepsis. Aber wenn Lizzy während ihrer Zeit in der Blackside etwas gelernt hat dann, dass sie hart und stur bleiben muss und so hat sie ihre anfängliche Unsicherheit gegenüber Vorgesetzten längst abgelegt. Der titelgebende Name erscheint zum ersten Mal nicht im Vordergrund der Episode, sondern lässt die Story untergründig brodeln: Berlin ist im Anmarsch! Als Vorbote seines Verderbens wird ein tödlicher Virus in Umlauf gebracht, dessen vier Träger als die apokalyptischen Reiter beschrieben werden. Doch im Gegensatz zur biblischen Vorlage, gibt es noch einen fünften und er ist das schlimmste Unheil... Nichts geschieht ohne Grund Wir haben uns während des Verlaufs von "The Blacklist" immer wieder gefragt, was hinter besagter Liste und ihren Namen steckt. "Berlin" Teil 1 bestätigt, was wir gehofft und insgeheim natürlich immer gewusst haben: (Fast) alles ist miteinander verwoben. Namen wie Gina Zanetakos, General Ludd, Anslo Garrick, Joline Parker und auch Tom Keen treffen an einem Punkt aufeinander und deuten auf Reds größten Feind. Obwohl Red sich lange sehr erfolgreich den Status des gefährlichsten Mannes bewahren konnte, ist Berlin ein viel weitreichenderes Mysterium. Ein Spinnennetz, das sich aus Verbrechern, Spionen, Agenten und Terroristen zusammensetzt, die in ihrer Menge Red und dem FBI gefährlicher sind, als alles bisher Dagewesene. Und genau das ist auch Reddington mittlerweile klar, sodass er sich um die Zusammenarbeit mit seiner Lizzy bemühen muss. Diese widerum hatte schon in Episode 20 genug von all den Geheimnissen und Intrigen und will nun aus der Spezialeinheit aussteigen, um all dem den Rücken zu kehren. Liz wäre aber nicht sie selbst, wenn sie sich nicht eben doch manipulieren ließe und so steht sie am Ende der Folge einem hilflosen Red gegenüber, der ihr auf seine Art zu verstehen gibt, dass die besondere Verbindung der beiden auch eine weitere Zusammenarbeit erforderlich macht. Gut, aber eben nicht so richtig Die zweiteilige Folge ließ uns auf Großes hoffen. Den bisherigen Höhepunkt von "The Blacklist" stellen unangefochten die Episoden um Anslo Garrick, die mit Tempo und Action überzeugten. Doch "Berlin" kommt weit ruhiger daher und zeigt ebenfalls, dass in pucto Special Effects nichts dazugelernt wurde: Wenn ein Flugzeug brennt, dann soll es bitte auch danach aussehen. Doch die Ruhe täuscht, denn Episode 21 baut auf ganz anderer Ebene Spannung auf. Reddington ist am Ende - sicher noch nicht "geschäftlich, aber eben privat. Seine Verbindung zu Liz scheint ihm immer mehr zu entgleiten und man kann förmlich spüren, wie sehr ihm das zu schaffen macht. Die schauspielerisch Leistung Spaders kommt also noch einmal richtig zur Geltung und er macht es uns möglich, in das Gefühlschaos des scheinbar unnahbaren Reddingtons einzutauchen. Fazit Der erste Teil von "Berlin" hat uns nicht gänzlich ratlos zurückgelassen, schließlich wissen wir nun, dass alles zusammengehört, was zusammengehören muss, wenn "The Blacklist" als Einheit daherkommen soll. Der zwar unerkannte, für uns mit Kapuze verdeckte, Berlin wird sicher noch mehr Zerstörungswut walten lassen, als ihm das in der 21. Folge möglich war. Und es ist ja auch schön, wenn es mal einen offensichtlichen Cliffhanger gibt, als nur die schwelenden Mysterien rund um Red und Liz. Wir sind jetzt jedenfalls gespannt, was in der nächsten und letzten Episode der ersten Staffel aufgelöst wird und hoffen inständig, dass die Beziehung um die beiden Hauptcharaktere komplizierter gestrickt ist, als vermutet.

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  • 27-05-2014
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Preview: „Sherlock“ Staffel 3

Zwei lange Jahre mussten die Fans der BBC-Ermittlerserie "Sherlock" warten, bis sich der Cliffhanger, wie sich der vermeintliche Suizid des Detektivs am Ende der zweiten Staffel aufklären würde, auflösen sollte. Ende Mai schickt die ARD nun endlich das Ergebnis der zweijährigen Arbeit auf Sendung und präsentiert eine tolle dritte Staffel, die auf hohem Niveau Abstriche machen muss. IOFP erklärt, warum. Der Siegeszug der britischen Crime-Serie "Sherlock" gleicht einer Bilderbuch-Erfolgsstory. Startete die Auftaktfolge der Debüt-Staffel, "Ein Fall von Pink", im Juli 2011 vor rund 8,7 Millionen britischen Zuschauern, versammelten sich für "Ein Skandal in Belgravia", Folge eins der zweiten Season, bereits knapp elf Millionen Fans vor den Fernsehschirmen. Das Staffelfinale, "Der Reichbachfall", verzeichnete zwar nicht die höchsten Einschaltquoten, ließ das Publikum jedoch mit einem beispiellosen Cliffhanger zurück und bildete den Auftakt für ein nie dagewesenes Rätselraten in der britischen TV-Geschichte. Wie hatte der berühmte Detektiv, der in der Neuauflage von Steven Moffat im London der Neuzeit ermittelt, den augenscheinlichen Selbstmord in Form eines Hochhaus-Sturzes bloß überlebt? Auch in Deutschland sollte das "Sherlock"-Fieber bald um sich greifen. So verzeichnete die ARD trotz des vom Vereinten Königreich herübergeschwappten Hypes zwar lediglich durchschnittlich rund drei Millionen Zuschauer pro Folge und Staffel, eine eingeschworene Fangemeinte sollte sich jedoch auch hierzulande bilden. Die DVD-Boxen zur Serie wurden zum Verkaufsschlager, Merchandising in Form von T-Shirts, Postern und Büchern erhielt Einzug in namhafte Nerd-Läden. Und so sollten zwischen der Frage aller Fragen und der entsprechenden Auflösung ganze zwei Jahre vergehen, bis das Dreamteam aus dem mittlerweile zum Hollywood-Beau aufgestiegenen Benedict Cumberbatch ("Star Trek Into Darkness") und Neu-Hobbit Martin Freeman erneut zusammen vor die Kamera treten sollte. Das Projekt: Die dritte Staffel von "Sherlock". Der Hype ist ungebrochen Knapp 13 Millionen Briten, so viele wie nie zuvor, verfolgten die Auftaktfolge von "Der leere Sarg" am Neujahrstag 2014. Gleich in der aller ersten Szene wird das Publikum mit all dem konfrontiert, das es in den vergangenen zwei Jahren in Foren geschrieben, in Podcasts ausgedacht oder im stillen Kämmerlein zusammenanalysiert hat. Der Prolog zu „Der leere Sarg“ ist nicht weniger als eine Hommage an den Einfallsreichtum der weltweiten Fans, die in akribischer Kleinarbeit das Rätsel um Sherlocks vermeintlichen Tod zu lösen versuchten. Dass sich unter all den Fantheorien auch manch ein Rohrkrepierer befindet, lässt Regie-Neuling Jeremy Lovering ("Spooks - Im Visier des MI5") ebenso wenig außer Acht wie die Tatsache, dass es im Grunde nur darum geht, dass Sherlock so bald wie möglich zurückkehrt. Ist dieser erst einmal wieder auf der Bildfläche aufgetaucht, wird das Publikum Zeuge eines spürbaren Schwerpunkt- und Tonfallwechsels. Zwar dominiert inszenatorisch nach wie vor ein äußerst elegantes Arrangement der Szenerie, das Verhältnis unter den einzelnen Charakteren bleibt nahezu identisch und auch inhaltlich setzt "Sherlock" weiterhin verstärkt auf eine Krimi-Thematik; Trotz alledem kommt "Der leere Sarg" zum einen wesentlich dynamischer, dabei aber auch lapidarer und fast ein wenig "soapy" daher. War es in den ersten beiden Staffeln noch ein komplexer Kriminalfall, der Folge um Folge im Mittelpunkt stand, konzentriert sich die Serie fortan verstärkt auf das Gefühlsleben der einzelnen Charaktere. Vor allem bei der Ausrichtung Sherlocks, einer bislang unnahbaren und dadurch fast geheimnisvollen Hauptfigur, taucht man tief ins Privatleben ein, gesteht ihr im Laufe der Serie eine Freundin zu und lässt gar ihre Eltern auf der Bildfläche erscheinen. "Sherlock" entwickelt sich weiter. Für eine bereits in die dritte Staffel gehende Serie ist diese Feststellung mehr Segen denn Fluch. Viel zu oft verlassen sich die Verantwortlichen eines Formats auf das immer gleiche Erfolgsrezept bis sich dieses irgendwann zu Tode läuft. So weit lässt es Steven Moffat respektive sein Team aus Regisseuren und Produzenten gar nicht kommen. An die neue Serienausrichtung, die zwar nur nuanciert aber dennoch stetig spürbar ist, muss sich der eingefleischte Serienfan jedoch erst einmal gewöhnen. So war nach der Ausstrahlung von „Der leere Sarg“ merklich zu spüren, dass die flotteren Sprüche, der verstärkt komödiantische Touch und das in den Hintergrund Rücken des Crime-Plots nicht überall seine Fans finden sollten. Dass "Sherlock" durch derlei Spielereien nicht zu einer schlechten Serie wird, ist selbstverständlich. Stattdessen macht das Format Abstriche auf hohem Niveau. Auf sehr hohem Niveau!  (mehr …)

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  • 23-05-2014
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DVD-Tipp: „Californication“, Staffel 6

Hochwertige Serienware aus Übersee hat Hochkonjunktur. Gerade um den versoffenen Schriftsteller Hank Moody aus der Serie "Californication" hat sich eine große Fanbase gescharrt. Nun ist in Deutschland die sechste Season auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich. IOFP hat einen Blick darauf geworfen. Sex, Love and Rock'n Roll Er ist der wohl charmanteste Drecksack innerhalb der internationalen Serienlandschaft. Bereits über ganze sieben Staffeln pöbelt, säuft und – mit Verlaub – vögelt sich der abgehalfterte Schriftsteller Hank Moody (in der Rolle seines Lebens: David Duchovny) durch allerhand Eskapaden hinter den schönen Fassaden der Hollywood-Industrie. Immer mit dem Ziel, das Herz seiner Angebeteten Karen (Natasha MacElhone) sowie das seiner heranwachsenden Tochter Becca (Madelaine Martin) zurückzuerobern, die unter dem Raufboldimage ihres Familienoberhauptes schon oft zu leiden hatten. Am besten im Sturm und von jetzt auf gleich. Doch das Leben von Hank verläuft selten in geordneten Bahnen. Als Stationen seines bisherigen Lebens mussten bereits der Knast, die Entzugsklinik und diverse Krankenhäuser herhalten. Doch Hank Moody wäre nicht Hank Moody, wenn er es nicht immer wieder aufs Neue versuchen würde, seine Ankündigungen, ein besserer Mensch werden zu wollen, auch in die Tat umzusetzen. Zumindest versucht er es. An seiner Seite: Sein Agent und bester Freund Charly (Evan Handler), der nicht unbedingt mit weniger Problemen zu kämpfen hat als sein über alles geliebter Kumpel. Doch gemeinsam lassen sich schwere Zeiten einfach besser durchstehen als allein. Gemeinsam und mit schönen Frauen, Alkohol und jeder Menge Kokain. Genau in solch einer schweren Zeit beginnt auch die seit kurzem hierzulande auf DVD und Blu-ray erhältliche, sechste Staffel der Showtime-Serie „Californication“, die in den USA nun mit einer finalen achten Season abgeschlossen wird.  Schon mehrmals manövrierten sich einzelne Seasons in ein Staffelende, das ohne Zweifel auch als Serienfinale hätte herhalten können. Nicht so die fünfte, in welcher Moody von seiner Kurzzeit-Affäre Carrie (verführerisch: Natalie Zea) mit Tabletten vergiftet wird. Nur wenige Stunden später befinden wir uns am Krankenbett des dem Tod wieder einmal von der Schippe gesprungenen Hank Moody. Dass der Strudel aus Besäufnissen, Drogenkonsum und schlüpfrigen Bettgeschichten nun aufs Neue beginnt, sollte jedem klar sein, der all die Kapriolen unserer aller Lieblingsautors bereits über die letzten fünf Staffeln mitverfolgte. „Californication“ bleibt seinem Stil treu; viel nackte Haut und brachial-sexistische Dialoge inklusive. Auch eingefleischte Fans der Serie müssen zugeben, dass das Format noch nie für seine überbordenden Plottwists bekannt war. Es ist die Freude am Voyeurismus, die „Californication“ zu einer Art süßer Sünde macht, womit sie ihr angestrebtes Kernthema noch nicht einmal verfehlt. Hinter die Hochglanzfassade der Reichen und Schönen zu blicken, bietet auch der sechsten Staffel reichlich Zündstoff und schlussendlich reichte dies auch in der Vergangeneit völlig aus, um im Jahresrhythmus 13 Folgen zu bestücken. Schöne Frauen, heiße Affären und das Spiel mit diversen illegalen Verlockungen: Auch Staffel sechs nimmt sich nicht davon aus, dem Publikum all die bekannten Zutaten erneut auf dem Silbertablett zu servieren. Intensiver denn je Dennoch verliert gerade „Californication“ dabei eines nicht aus den Augen: die Figurenzeichnung. Scheint die Serie auf den ersten Blick lediglich oberflächliche Unterhaltung für Erwachsene zu bieten, offenbart sich unter der rauen Schale ein intensiv gezeichneter Kern, der den psychischen Verfall seiner Protagonisten betrachtet und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Trat der Charakter Hank Moodys vor allem in Staffel zwei und drei spürbar auf der Stelle (was dennoch in ein nie erreichtes Staffelfinale am Ende der dritten Season mündete), reift vor allem er in den darauf folgenden Ereignissen zusehends. Folglich beginnt die sechste Staffel mit einem längst fälligen Aufenthalt in einer Suchtklinik – und seine Tochter ist auf dem besten Weg, in seine Fußstapfen zu treten. Die Interaktion innerhalb dieses Vater-Tochter-Gespannes ist einer der größten Pluspunkte von Staffel sechs und erreicht nie erahnte Höhepunkte. Wenn sich Hank und Becca über das Leben der hübschen Teenagerin unterhalten und ihr Vater begreift, was für Auswirkungen sein Lebensstil auf sie gehabt haben muss, erreicht „Californication“ eine emotionale Tiefe, die man so vorab noch nie innerhalb des Formats gesehen hat. Auf der anderen Seite sorgt wieder mal vornehmlich das Duo Charly-Hank für allerhand kurzweilige Situationskomik. Highlight: Charly gibt sich zu Gunsten eines Jobs als Homosexueller aus. Dass sich das für den bekennenden Sexsüchtigen (und Hetero!) nicht lange mit sich selbst vereinbaren lässt, ist da wenig verwunderlich. Natasha MacElhone rückt derweil mehr denn je in den Hintergrund, was der Figur Karen jedoch nicht schlecht bekommt. Viele Fans waren die ewige „Kriegen-sie-sich-oder-kriegen-sie-sich-nicht“-Thematik mittlerweile Leid. Einen Hauch dessen kann auch die sechste Season noch gut vertragen, mehr denn je stehen jedoch andere Konflikte im Mittelpunkt. Fazit Auch in Staffel sechs entwickelt sich „Californication“ weiter, ohne die einstigen Wurzeln zu leugnen. Es ist ein Jammer, dass nach der achten Staffel definitiv Schluss sein wird.

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  • 21-05-2014
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Review: „The Blacklist“ 01×20 (Spoiler!)

Mit großen Schritten bewegen wir uns auf das Finale der ersten Staffel von "The Blacklist" zu und können die Lösung der vielen Geheimnisse kaum erwarten. Inwiefern Episode 20 dazu beigetragen hat, erfahrt Ihr bei IOFP. "Der Königsmacher (Nr. 42)" zeigt uns, dass auch der unantastbare Raymond Reddington (James Spader) eine Schwachstelle hat: Die Funktionalität seines eigenen, weltweit agierenden Imperiums. Im Königsmacher wird zum ersten Mal richtig deutlich, dass es sich jemand zum Ziel gemacht hat, Red von Grund auf zu vernichten. Doch nicht nur dies stellt sich in Episode 20 der Blacklist gegen ihn, auch Liz (Megan Boone) beginnt aufs Neue, Reds Absichten zu hinterfragen und gelangt bei ihren Nachforschungen den Todestag ihres Adpotivvaters Sam (William Sadler) betreffend zur Frage, wie er tatsächlich gestorben ist und warum. Der titelgegebende Name der Blacklist spielt dieses Mal eine besondere Rolle, denn sein Auftraggeber könnte des Rästels Lösung sein - zumindest des Rästels um Reds unbekannten Widersacher, der sich höchstwahrscheinlich hinter dem Decknamen "Berlin" versteckt. Nachdem sie in der vorangegangenen Folge eine Auseinandersetzung mit Tom (Ryan Eggold) hatte, bei der Liz so richtig in Fahrt gekommen und aggressiv geworden ist, plätschert "Der Königsmacher" wieder etwas ruhiger dahin. Dass Tom nach seiner Enttarnung allerdings spurlos verschwunden ist, passt ihr gar nicht und so fordert Liz Red immer wieder auf, ihr den Verbleib ihres Ehemannes mitzuteilen, wenn er denn lokalisiert wird. Was wir nun endlich wissen, nachdem uns die vorangegangene Folge mit einer sprachlosen Liz zurückgelassen hat, ist der Inhalt des Schließfaches. Aber so richtig glücklich macht uns das darin befindliche Foto von Red vor dem Krankenhaus, in dem Sam starb, nicht, schließlich wissen wir längst was passiert ist und ein eigenes Schließfach ist dafür nicht nötig gewesen. Lizzy, wo bist du? Wir wissen, dass Liz so richtig hochtouren kann und weil sie uns so erst richtig gut gefällt, enttäuscht die 20. Episode "The Blacklist". Liz scheint zwar kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen, bleibt aber erschreckend ruhig und erscheint uns so naiv wie schon lange nicht mehr. Schon in den ersten Folgen der Staffel kamen ihr Zweifel an Reds Zuverlässigkeit und der "Wohlgesonnenheit" ihr gegenüber. Jetzt hat sie ihm - mal wieder - den "Laufpass" gegeben. Traurig, denn es ist klar, dass sie spätestens das Staffelfinale wieder zusammenführen wird. Denn so angewidert Liz auch von Red sein mag, nicht nur wir wollen deren Beziehung endlich aufgelöst haben - ihr wird es nicht anders gehen. Warum ist der Königsmacher denn so wichtig? Obwohl es uns erfreut, wenn die Bösewichte die Blacklist-Episoden nicht überleben, würgt Red der Tod des Königsmachers so richtig eins rein - um es mal salopp auszudrücken - denn der Auftraggeber steckt garantiert auch hinter der Infiltration von Reds Geschäften. Wie sich der Name ergibt,  ist relativ schnell klar geworden und war auch gut so. Da die Blacklist-Personen immer auf irgendeine Art mit Red zusammenhängen, sollen sie auch in angemessenem Maße behandelt werden. Im Gegensatz zu anderen Episoden, in denen die Villains teilweise an den Haaren herbeigezogen und wie Lückefüller wirken, passt der Königsmacher wieder gut in die Story. Fazit Alles in allem hätte man die Story von Episode 20 auch mit einer anderen kombinieren können. Obwohl sie keine der schwächsten ist, kommt "Der Königsmacher" seicht und langsam daher und bietet nicht viel Neues. Was wir aus der Folge mitnehmen, ist der Zerfall von Reds Imperium und der steigende Verlust seiner Verbündeten. Es war widerum gut, dass das Augenmerk auf Red gerichtet wurde, denn ihn zu durchschauen fällt nicht leicht. Schade nur, dass Liz' Rolle dadurch wieder an Stärke und Charakter eingebüßt hat.

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  • 14-05-2014
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DVD-Kritik: „Accused – Eine Frage der Schuld“ (Staffel 2)

Der Serienmarkt wird überschwemmt von durchschnittlicher Crime-Ware. Die BBC-Serie "Accused - Eine Frage der Schuld" bietet dagegen düstere Unterhaltung, abseits des Mainstream. Beeindruckend inszeniert und intensiv erzählt, kommt das in der zweiten Staffel vier Folgen umfassende Format mit einer faszinierenden Mischung aus Thriller und Drama daher. Zum DVD-Start hat IOFP einen Blick auf die zweite Season geworfen. Der britische Fernsehsender BBC stellt unter TV-Fans eine der wichtigsten Quellen für qualitative Serienware. „Dr. Who“, „Sherlock“ oder gar das Kritiker überzeugende Castingformat „The Voice UK“: Was auch immer der meistgesehene, britische TV-Kanal ausstrahlt, erfreut sich selbst über die Landesgrenzen hinaus einer wachsenden Beliebtheit. Ähnlich erging es auch der 2010 von Jimmy McGovern  ins Leben gerufenen Crime-Serie „The Accused – Eine Frage der Schuld“. Der Schöpfer von Formaten wie „The Street“ und „Moving On“ inszenierte mit seinem neuartigen Format eine spitzfindige Krimi-Anthologie, in der jede Episode eine eigene Geschichte erzählt. Vertrieben wird „Accused“ von Jimmy McGoverns Produktionsfirma RSJ Films, die der Drehbuchautor und Produzent einst gründete, um unabhängige Independent-Dramen zu inszenieren. Diesen Hintergedanken lässt  „Accused“ mehr als einmal erahnen. Versprühte bereits die erste Staffel der 2011 mit einem International Emmy ausgezeichneten Serie den Charme eines Charakterdramas legen die Regisseure David Blair („Best Laid Plans“) und Ashley Pearce („Downton Abbey“) in Season zwei noch eine Schippe drauf. „Accused“ ist ein intensives Thriller-Drama der Marke „Zodiac – Die Spur des Killers“, das mit seinen gerade einmal vier Folgen das Konzept nicht überreizt und beweist, dass die Briten in puncto Serie einfach die Besten auf ihrem Gebiet sind. Fincher meets Hitchcock Bereits der Auftaktepisode „Tracies Geschichte“ – im Original „Tracies Story“ - gelang im Vereinigten Königreich ein phänomenaler Start. Mit rund sechs Millionen Zuschauern erreichte die Geschichte um einen Transvestit nahezu doppelt so viele Zuschauer wie das Staffelfinale von Season eins. Dies dürfte vor allem der hochklassigen Besetzung geschuldet sein. Standen für die erste Staffel Stars wie Andy Serkis („Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“), Naomie Harris („James Bond 007 – Skyfall“) oder auch Christopher Ecclestone („Thor – The Dark Kingdom“) vor der Kamera, konnte „Tracies Geschichte“ mit Sean Bean aufwarten, der in diesem Jahr zudem in „Jupiter Ascending“ zu sehen sein wird. In den weiteren Folgen „Mos Geschichte“, „Stephans Geschichte“ und „Tinas Geschichte“ darf das Publikum auf Hollywood-Durchstarter Robert Sheehan („Chroniken der Unterwelt – City of Bones“), Serien-Star John Bishop („Skins“) und Michael Maloney („Die eiserne Lady“) freuen. Inszenatorisch überzeugt „Accused – Eine Frage der Schuld“ auch in der zweiten Staffel durch die beeindruckende Erzählweise. In jeder Folge steht eine vor Gericht angeklagte Person im Mittelpunkt, welche die vergangenen Geschehnisse aus ihrer Sicht rückblickend schildert. Dabei entsteht vor allem durch sämtliche technischen Aspekte stets solch eine hypnotische Wirkung, dass der Ausgang der Geschichte weder zu erahnen, noch für das Publikum zu verpassen ist. Fabian Wagner, der ebenso moderne wie düstere Bilder bereits für einzelne „Sherlock“-Episoden einfing und  Kieran McGuigan („Inspector Banks“) wissen die beklemmende Atmosphäre beeindruckend in Szene zu setzen. „Accused“ wird dominiert von einer brodelnden Stimmung, ohne dabei zu bedrohlich zu wirken. Dadurch erinnert vor allem die zweite Staffel auf der Basis des Suspense durchaus an die Hochzeiten des Filmemachers Alfred Hitchcock, gemischt mit den beklemmenden Szenarien, die man aus den Werken David Finchers kennt. Fazit Für Fans anspruchsvoller Krimi-Kost abseits des US-Crime-Mainstream bietet die zweite Staffel von „Accused – Eine Frage der Schuld“ unkonventionell erzählte und gedrehte Serienkost. Die sowohl auf DVD als auch Blu-ray erhältliche Staffelbox erhält die komplette Season und sorgt für intensive Stunden vor dem Fernseher.

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