• 23-02-2015
  • Reviews & MeinungenSpecials

Top 5: Die besten Casino- und Glücksspiel-Filme aller Zeiten

Nervenkitzel lässt sich bekanntlich durch zahlreiche Methoden erzeugen, doch die Mischung aus Action, viel Geld und zumeist der einen oder anderen schönen Frau hat sich als eine der erfolgreichsten entpuppt. Filme, die sich mit Casinos und Glücksspielen beschäftigen, gab es in den letzten Jahrzehnten daher so einige, von der Gangster-Komödie bis zum raffinierten Psycho-Thriller. Aber welcher Casino-Film ist eigentlich der Beste? Wir haben uns für euch an den filmischen Glücksspiel-Tischen herum getrieben und die besten Filme aufgelistet. 21 Lange Zeit war Black Jack eines der Glücksspiele, bei dem man mit ein wenig Grips seinem Glück auf die Sprünge helfen konnte. Als der Student Ben Campbell eines Tages von seinem Mathematik-Professor das Angebot erhält, mit einem Team anderer Studenten in Las Vegas das ganz große Geld abzuräumen, ist er skeptisch. Angesichts der hohen Kosten für sein geplantes Medizin-Studium willigt Steve jedoch ein und so beginnt er in der Hauptstadt des Glücksspiels eine Karriere als professioneller Kartenzähler beim Black Jack. Er uns seine Partner haben schnell Erfolg, was wiederum den Casinos natürlich nur bedingt gefällt, die darauf hin Cole Williams auf das Team ansetzen. Wo viel Geld auf dem Spiel steht, das sind die Skrupel gering und so scheut Williams keine Mühen, der Gruppe um Steve auch gewaltsam das Handwerk zu legen. Gleichzeitig beginnt Steves altes Leben zu verblassen, er verliert den Kontakt zu seinen alten Freunden und seine Ziele aus den Augen.  Actionreich und dramatisch erzählt 21 nicht nur die Geschichte des ganz großen Geldes, sondern auch der Folgen, die dieses mit sich bringt. In den Hauptrollen des 2008 erschienenen Films spielen übrigens Kevin Spacey und Jim Sturgess, die 21 in eine raffinierte Mischung aus Las-Vegas und Katz-und-Maus-Spiel verwandeln. Wer sich übrigens wie Ben selbst einmal in die Welt des Glücksspiels wagen möchte, der sollte sich vorher unbedingt über seriöse online Casinos informieren! Oceans Eleven Vor allem der gewaltige Star-Auflauf von George Clooney bis Brad Pitt und Julia Roberts bis Holly Marie Combs, verhalf der Gangster-Komödie Oceans Eleven zu einigem Erfolg. Doch so beeindruckend die schauspielerischen Leistungen der Hollywood-Riege auch ist, auch die Geschichte des Films ebenso spannend wie unterhaltsam. Sehenswert sind darüberhinaus aber auch die beiden Nachfolger von Oceans Eleven. Gemeinsam mit einer Gruppe handverlesener Komplizen plan Danny Ocean den ganz großen Coup. Statt sich in Las Vegas an den Glücksspiel-Tischen zu versuchen, will er auf weniger integere Methode zu sehr viel Geld kommen. In den Casinos auf seiner Liste liegen rund 160 Millionen Dollar, doch weil diese durch Safes und unzählige Sicherheitsmechanismen geschützt sind, braucht es Experten für den Einbruch. Die Gangster-Vereinigung macht sich also mit modernster Technik und den individuellen Stärken eines jeden an die minutiöse Umsetzung des Plans, aber auch der Casino-Betreiber Terry Benedict ist nicht auf den Kopf gefallen und wittert die aufziehende Gefahr für sein Geld. Das Benedict auch noch mit Oceans Ex-Frau Tess anbandelt, trägt dabei nicht unbedingt zur Deeskalation der Lage bei. Croupier – Das tödliche Spiel mit dem Glück Casino-Filme müssen nicht immer actionlastig sein, wie Mike Hodges Glücksspiel-Klassiker Croupier - Das tödliche Spiel mit dem Glück von 1998 beweist. Das Drama um den von Clive Owen gespielten Croupier Jack zeigt vor allem die Casino-Welt hinter den blinkenden Lichtern und dem prunkvollen Glamour. So recht glücklich war Jack mit seinem Job als Croupier nie. Doch als sein Wunsch vom Leben eines Schriftstellers nicht in Erfüllung geht, sieht er sich gezwungen, zu Poker, Roulette und Black Jack zurückzukehren. Doch auch wenn er insgeheim weiterhin hofft, die Eingebung für einen Bestseller würde ihn während dieser Arbeit noch kommen, glaubt er nicht wirklich daran. Doch plötzlich tritt Jani mehr unfreiwillig in sein Leben. Diese hat Spielschulden und plant sich durch einen Überfall auf das Casino finanzielle Luft zu verschaffen. Zwischen Verlockung und Frust zeichnet Croupier ein etwas anderes Bild der Szene. Casino Royale Schon der Name verrät eigentlich, dass der erste Bond-Film mit Daniel Craig unbedingt auf diese Liste gehört. 2006 schlüpfte Craig das erste Mal in die Rolle des Geheimagenten und landete sofort einen weltweiten Erfolg. Wie der Name schon sagt, dreht sich in Casino Royale die Mission von 007 um das Glückspiel. Seine Zusammenarbeit mit Terroristen hat den Börsenspekulant Le Chiffre in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gebracht und so plant der begnadete Poker-Spieler, seine Schulden durch ein großes Turnier im Casino Royale zu tilgen. Bekanntlich schätzt Ihre Majestät Terroristen und deren Unterstützer aber nur bedingt und so wird der in diesem Film noch Agenten-Rookie Bond auf Le Chiffre angesetzt. Am und abseits des Pokertischs ist also für jede Menge Action und Konfliktpotential gesorgt. Casino Welcher andere Film hätte die Krone unserer Top 5 erlangen können, wenn nicht der Casino-Film schlecht hin? Casino gehört zu einem der ganz großen Gangster-Filme und brachte Regisseur Martin Scorsese viel Respekt ein. Dabei geht es in dem Krimi von 1995 eigentlich nur in Maßen um Glücksspiel, sondern eher um die düstere Welt hinter der Fassade. Robert de Niro und Joe Pesci begeben sich tief in den Sumpf des organisierten Verbrechens, was natürlich nicht ohne Folgen bleibt. Aber seht euch doch unser großes Special zu Casino an. Welcher Casino- oder Glücksspiel-Film ist euer Favorit und welches Meisterwerk gehört unbedingt noch auf unsere Liste?  

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  • 02-08-2014
  • googlenewsReviews & MeinungenSpecials

Das Unglück der deutschen Sitcom-Synchronisation

Seit dem Erscheinen von Serien auf DVD und im Internet, ist es möglich amerikanische Sitcoms auch im Originalton zu schauen. Wenn man sich manche Serien, die man aus dem deutschen Fernsehen kennt, mal in englischer Version ansieht, dann fällt einem deutlich auf, dass die Synchronisation einiger Comedyserien besser geglückt ist, als bei anderen. IOFP hat sechs Beispiele rausgesucht, bei denen dies besonders deutlich wird. Wenn in den USA eine Comedyserie gedreht wird, dann ist diese in der Regel auch für das amerikanische Fernsehen gedacht. Es wird also nicht darauf geachtet, dass eine Serie für das ausländische Fernsehen gut zu synchronisieren ist. Viele Länder senden amerikanischen Serien deswegen auch in der Originalsprache und setzen Untertitel darunter. In Deutschland wurden so bisher nur sehr wenige Sendungen ausgestrahlt. Ein Beispiel hierfür ist "Chappelle's Show" auf MTV, womit der Sender alles richtig gemacht hat, da man unmöglich die Stimme Dave Chappelles und seinen Humor, so gut ins Deutsche hätte übertragen können. Hier ist das Format der Untertitel aber nicht die Regel und es wird jede Sendung aus dem Ausland für große deutsche Sender synchronisiert. Oft sind die Stimmen der Schauspieler allerdings schwer zu kopieren und manchmal ist der Humor so speziell, dass dieser schwer in die deutsche Sprache zu übersetzen ist. Manchen Sitcoms gelingt diese Schwierigkeiten zu überwinden besser und manche scheitern daran. Teilweisel sogar so sehr, dass die Comedyserie in deutscher Spache ihren Witz verliert und nervt. Wir präsentieren Euch daher eine kleine Auswahl von Sitcoms, die diese Thematik ganz gut verdeutlicht. Beginnen wir mit den guten Beispielen auf der nächsten Seite.

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  • 07-12-2013
  • Archiv (nicht mehr nutzen)KinoSpecialsTopnews

Amazing Spider-Man 2: Was verrät der erste Trailer? (Spoiler!)

Endlich erschien der erste Trailer zu neuen Abenteuern des Wandkletterers. Die Gegner von Spider-Man im neuen Film waren vorab bereits bekannt geworden, doch die Vorschau zeigt auch einige rätselhafte Szenen. Was sich dahinter verbergen könnte? IOFP spekuliert. Peter Parker muss in seinem zweiten Film nach der Ära "Raimi-Maguire" gegen aus den Comics bekannte Gegner antreten. Zum einen wäre da - offenbar der Hauptgegenspieler im zweiten Teil - Elektro (Jamie Foxx). Er besteht förmlich aus Energie und kann Blitze verschießen, war in den Comics allerdings nie eine richtig große Nummer. Dann ist da noch Rhino (Paul Giamatti), in den Comics in einen synthetischen Anzug gesteckt, der ihn fast unverletzlich macht - ebenfalls kein Gegner, mit dem Spider-Man wirklich Probleme hatte. Wer ist der Grüne Kobold? Anders sieht es hingegen mit dem Grünen Kobold aus, hinter dem sich im Laufe der Comicstories sowohl Norman als auch dessen Sohn Harry Osborn verbargen und der zu den Erzfeinden des Netzspinners gehört. Welcher Mann im Film ins Kostüm des Kobolds schlüpft? Der Trailer ist da nicht eindeutig, allerdings sieht man bei Minute 1:33 einen offenbar schwer kranken Norman Osborn mit seinem Sohn reden, der am Bett seines Vaters sitzt. Die Wahrscheinlichkeit dürfte dementsprechend höher sein, dass Harry sich auf den Gleiter des Kobolds schwingt. Allerdings zeigt Minute 1:28 einen gänzlich Fremden, der sich eine gelbliche Flüssigkeit im Labor ansieht - möglicherweise das Kobold-Serum? Lässt Norman einen Mitarbeiter zum Grünen Kobold machen? Denkbar ist auch das. Bereits etwas früher zeigt der Trailer andere, sehr interessante Bilder: Minute 1:14 offenbart einen geheimnisvollen Mann, vielleicht Norman, der auf seinem Weg durch ein Geheimlabor an zwei Vitrinen vorbeigeht. In der einen sieht man vier mechanische Arme - die definitiv zu Doctor Octopus gehören - und in der anderen mechanische Flügel, die auf den Geier hindeuten. Kurze Zeit später sieht man mehrere Stahltüren mit Nummern, die sich öffnen und den Eindruck erwecken, dass Oscorp dort an mehr als einem Superwesen arbeitet, den hinter einer davon entsteht mithilfe von Zitteraalen anscheinend der Schurke Elektro. Spider-Mans härteste Gegner? Viele Fans sind der Meinung, das diese Bilder auf die Einführung eines in den Comics wohlbekannten Teams hindeuten: den "Sinister Six". Diese Gruppe bestand aus Superschurken unter der Leitung von Doctor Octopus, die versuchten, Spider-Man gemeinsam zu besiegen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten neben Doc Ock auch der Geier und Elektro - das würde also passen. Dazu hätte man mit Kraven, dem Jäger, Mysterio und dem Sandmann weitere klassische Spidey-Gegner und Sinister-Six-Mitglieder, die dann in einem möglichen dritten Teil eingeführt werden könnten, bevor es in Teil vier tatsächlich zum Kampf gegen Spider-Man kommen würde. Deutlich wird der Trailer darin, dass Peter weitere Informationen über seine verschollenen Eltern bekommt, er entdeckt ein Geheimversteck seines Vaters und sieht sich dort eine aufgezeichnete Botschaft an. Auch diese führt wieder zu Oscorp, die Familie Osborn und speziell Norman, dürfte also ganz nach Comic-Historie zum Drahtzieher hinter etlichen Attacken auf den Netzschwinger aufgebaut werden. Fazit: Sony als Rechteinhaber von Spider-Man ist ganz offensichtlich darauf aus, es Marvel darin gleichzutun, ein lebendiges Universum mit Fortsetzungen und Querverweisen zu erschaffen. Regisseur Marc Webb hält sich dabei optisch und inhaltlich ein wenig enger an die Comicvorlage als Raimi und zeigt die Geschichte von Peter Parker und seiner ersten großen Liebe Gwen Stacy, statt ihn gleich mit Mary Jane Watson zusammenzubringen, wie Raimi das tat. Mary Jane wurde laut Insidern aus Amazing Spider-Man 2 herausgeschnitten, nachdem bereits Szenen mit ihr abgedreht waren, es ist aber damit zu rechnen, dass sie im dritten Teil auftauchen wird. Für Fans der Comics scheint der zweite Film jedenfalls eine echte Fundgrube zu werden. Das wäre nach dem eher durchschnittlichen ersten Film auch überaus wünschenswert. Den Trailer, um sich selbst ein Bild zu machen, gibt es hier: http://www.iofp.de/artikel/amazing-spider-man-2-der-trailer-ist-da/  

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  • 10-11-2013
  • SpecialsTV

„House of Cards“ – Unsere TV-Empfehlung

Endlich startet die US-amerikanische Webserie „House of Cards“ im deutschen Free-TV. In dem Politkrimi spielt Kevin Spacey den demokratischen Kongressabgeordneten Francis J. Underwood, und stellt unter Beweis, dass Politik durchaus interessant sein kann.  Der November wird fies: Auf Sat 1 und Pro Sieben Maxx startet im dunklen Monat eine Serie ganz eigener Art. Francis J. Underwood, oder kurz Frank, ist ein von Ehrgeiz getriebener Demokrat, und steht im Zentrum der Serie. Er, oder besser gesagt Kevin Spacey machen die Serie zu dem was sie ist. Ein Pflichtprogramm für alle Liebhaber guter Fernseh-Unterhaltung. Moral? Nie davon gehört. Empathie? Ebenfalls ein Fremdwort. Frank will nur eins: Macht. Und wie kommt man an Macht? In dem man andere für seine Zwecke die Drecksarbeit machen lässt. Frank ist Meister in dieser Disziplin, und spinnt eine politische Intrige nach der Nächsten. Doch welche Art von Macht strebt Frank eigentlich an? Schließlich ist er doch schon Abgeordneter im Kongress, hat ein großes Haus in Washington D.C. und ist mit einer erfolgreichen Frau, Claire Underwood, verheiratet. Claire Underwood, die Frau an der Seite Francis Underwoods ist Chefin einer nicht Profitorientierten Umwelt Organisation. Auf der anderen Seite ist sie aber eine knallharte Lobbyisten, für die alle Mittel recht sind, um an ihr Ziel zu kommen. Doch für einen Mann wie Frank ist dies nicht gut genug. Er will Außenminister der Vereinigten Staaten werden. Dieser Posten wird ihm auch vom amtierenden Präsidenten Garret Walker zugesichert. Doch als ihm plötzlich das Amt verwehrt wird, schwört Frank Rache. Ab diesem Zeitpunkt wird er alle Hebel in Bewegung setzen, um das zu kriegen was er will. Underwoods Ouvertüre Alles beginnt mit einem Genickbruch: Ein angefahrener Hund liegt im Sterben und Frank löst dieses Problem auf seine Weise. Hätte er ihn schmerzloser erlösen können? Vielleicht, doch das ist nichts Franks Art. Es hätte zu lange gedauert, und das mag er nicht. So ein Moment verlangt einen Menschen der handelt und Frank ist diese Art Mensch. Genauso wie Frank dem Hund das Genick gebrochen hat, bricht "House of Cards" die Regeln der Unterhaltungsindustrie. Denn das Besondere an "House of Cards" ist, wie die Serie produziert wurde. Kein großes Hollywood-Studio steht hinter dieser qualitativ hochwertigen Serie, sondern das US-Streamingportal Netflix hat hier seine Finger im Spiel. Und es ist keine Billigproduktion: Die stolze Summe von 100 Millionen US-Dollar wurden für zwei Staffeln à 13 Folgen aufgebracht. Danach sollte eigentlich Schluss mit "House of Cards" sein. Das Kartenhaus sollte gewissermaßen in sich zusammenfallen, doch die Fans wollen mehr. Mehr von Frank Underwood und seinen Gedankenspielen, mehr von seinen Manipulationen. Frank instrumentalisiert Menschen für sich. Eines seiner armen Opfer ist Peter Russo, denn dieser ist genauso wie Frank es sich wünscht: jung, erfolgreich und beeinflussbar. Der Abgeordnete aus Pennsylvania wird zur ersten Figur auf dem Schachbrett Franks. Wenn der weiße König das Amt des Außenministers ist, dann wäre Russo wohl ein schwarzer Läufer. Dynamisch, aber mit Bedacht kann man ihn opfern. Durch seinen Hang für leichte Mädchen und Kokain sind auch schnell Mittel gefunden, die Frank für sich nutzen kann. Es steht mit Netflix ein neuer Global Player auf dem Markt, und der wird die Industrie auch die nächsten Jahre gehörig auf den Kopf stellen. Die Serien von Streamingportalen laufen nicht im Fernsehen, sie sind einzig allein über diesen spezifischen Dienst zu empfangen. Sei es über die Heimkonsole, oder den Computer. Deutsche Zuschauer können aber aufatmen, denn bis dieses Konzept hier Fuß fassen kann, vergehen noch einige Jahre.   Barnesche Symphonie Frank weiß aber nicht nur gut mit seinen Kollegen umzugehen, auch die Öffentlichkeitsarbeit liegt ihm. Als der Washington Herald ihm in Form der jungen Reporterin Zoe Barnes  auf den Fersen ist, gibt er ihr, was sie will: eine Story. Natürlich wirkt sich die Zeitungsgeschichte nur positiv auf seine Karriere aus. Negative Nebenwirkungen sind bei Schachzügen von Frank auszuschließen. Es ist einfach herrlich anzusehen, wie es  eine Person schafft, den gesamten Kongress und die Presse für sich arbeiten zu lassen. Eigentlich sollten wir Ekel vor so einen Menschen empfinden, angewidert sein von so einem verdorbenen Charakter, doch wir sind es nicht. Werden es auch nicht sein, denn Frank hat etwas sehr sympathisches an sich. Seine Frau Claire, die nicht gerade ein Mauerblümchen ist, vervollständigt das Bild der Underwoods. Ein Bild, das mit dem Blut anderer gemalt ist, und dennoch im Louvre der Öffentlichkeit bejubelt wird. Russos Finale Wenn Frank durch die Flure des Weißen Hauses in Richtung seines Büros schreitet, und mit einem hämischen Lächeln dem Zuschauer in einem seiner vielen Monologe erläutert, warum er genau das tut, was er tut, dann verspüren wir ein Gefühl der Freude. Wir selbst fangen unbewusst an zu grinsen. Und das Schlimmste daran ist, dass wir ihm alles aufs Wort glauben. Frank hat nicht nur diese überzeugende Wirkung auf seine Mitmenschen, auch der Zuschauer wird in seinen Bann gerissen. Und das ist gut so, ansonsten würde das gesamte Konzept der Serie nicht funktionieren. Denn die Institution Francis J. Underwood  ist die treibende Schachfigur, der schwarze König. Er scharrt seine Bauern um sich, hat seine Königen Claire an seiner Seite, und baut so ein Kartenhaus. Wenn auch nur eine Person herausfindet, auf welchem Fundament dieses Haus gebaut ist, würde es sofort in sich zusammenbrechen. Denn das einzige was Frank nutzt, um seine Ziele umzusetzen, ist sein Verstand gepaart mit starker Rhetorik. Es ist genial, und es gibt keine andere Möglichkeit, als es zu lieben. Und obgleich andere sich zur Wehr setzen, sie können seinen Fängen, gewebt aus Blut, Intrigen und Hinterhältigkeit, nicht entkommen. Und dieses Schicksal blüht nicht nur Peter Russo und Zoe Barnes: Auch der mutige Zuschauer, der sich vor den Bildschirm setzen wird, wird nicht mehr von ihr los kommen. Das Kartenhaus des Francis J. Underwood ist eine von Anfang bis Ende brillant durchdachte Serie. Geniale Dialoge, starke Charaktere und ein hervorragend spielender Kevin Spacey machen "House of Cards" zu einer wertvollen Bereicherung der mageren deutschen Fernsehlandschaft. "House of Cards" läuft ab dem 6.November jeden Mittwoch auf ProSiebenMaxx um 22:10 im Original mit Untertitel, und ab dem 10. November jeden Sonntag um 23:15 in einer synchronisierten Fassung auf Sat.1

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