• 27-11-2013
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Filmkritik: Oldboy

Wer von koreanischen Filmen schwärmt, kommt nicht daran vorbei über "Oldboy" zu sprechen. Zum einen, weil die meisten Liebhaber der koreanischen Filmkost ihren Anfang mit "Oldboy" gemacht haben und zum anderen, weil dieser Film verdientermaßen Kultstatus erreicht hat. Als zweiter Teil der sogenannten Rache-Trilogie von Park Chan-wook, begeisterte Oldboy mit seiner Atmosphäre, packenden Wendungen und seinen unvergessenen Szenen. Zehn Jahre später versucht sich Inside Man-Regisseur Spike Lee an einem Remake und versetzt Fans des Originals in Aufruhr. Aber wen wundert es schon? Mit Remakes ist das immer so eine Sache. Die einen freuen sich auf die Wiederbelebung ihres Lieblingsstreifens, andere betrachten eine Neufassung oft als Herabwürdigung der Vorlage. Da hat sich Spike Lee also ganz schön was vorgenommen. Durst nach Rache Joe Doucett ist das größte Arschloch unter der Sonne. Seine Frau hat Schluss gemacht, der Job macht nur Ärger und ein Freundeskreis ist praktisch nicht vorhanden. Sein bester Freund hört auf den Namen Jack Daniels, ist in 1 Liter-Flaschen erhältlich und wird am besten bei Zimmertemperatur serviert. Morgens gibt es statt Kaffee Alkohol, der aus Joes Sicht beste Start in den Arbeitsalltag. Ein schier nie enden wollender Kreislauf aus Verbitterung und Selbstmitleid trübt Joes Blick für das Wichtigste in seinem Leben - seine kleine Tochter. Eines Tages scheint es das Leben wenigsten einmal gut mit ihm zu meinen. Ein potentieller Geschäftspartner zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit - die große Chance auf eine postive Wendung. Ein Geschäftsessen soll nur noch die Einzelheiten klären. Doch zu Joes Bedauern, sieht die Frau des Kunden viel zu gut aus, um es bei einem unbemerkten Blick in den Ausschnitt zu belassen. Eine unsittliche Berührung führt zur Katastrophe. Der Deal ist geplatzt. Erneut verfällt Joe in Selbstmitleid und versucht seine Verzweiflung mit Alkohol herunterzuspülen. Aus seinem Rausch erwacht, findet er sich in einem kleinen Raum wieder. Doch es ist kein aufregender One-Night-Stand, der ihn in dieses Zimmer verschlagen hat. Eine versperrte Tür und nicht vorhandene Fenster trennen den verstörten Mann von der Außenwelt. Ein Martyrium beginnt. In dieser Zeit ist ein Fernseher das einzige, was Joe mit der Freiheit verbindet. So bleibt er über Präsidentenwahlen, Terroranschläge und natürlich auch unwichtige Ereignisse immer informiert. Über die Röhre erfährt Joe schließlich den Schock: Er wird von der Polizei verdächtigt, für den Mord seiner Frau verantwortlich zu sein. In dieser Zeit fasst der gebrochene Häftling den Entschluss, Rache an seinen Peinigern zu nehmen. Bevor er seinen Fluchtplan jedoch in die Tat umsetzen kann, wird er nach 20 Jahren Gefangenschaft in die Freiheit entlassen. Die Jagd nach Antworten beginnt. Zu viel des Guten Eines Vorweg: Trotz anfänglicher Befürchtungen hangelt sich Spike Lee mit seiner Interpretation von "Oldboy" immer noch am Plot des Originals entlang. Zwar suggeriert der Trailer, dass eine wichtige Wendung der Story fehlt, zur Hälfte des Films wird aber relativ schnell klar, dass der eigentliche rote Faden immer noch der gleiche ist. Einzig der Stil und die Darstellung des gesamten Dramas hat sich verändert und das teilweise drastisch. Während die ersten 15 - 20 Minuten erfrischend anders sind (von Spielereien mit der Kamera, bis hin zu optischen Details), entwickelt sich das Gezeigte von Minute zu Minute in eine abgedrehte Fassung, welche die Tragik der koranischen Vorlage weder einzufangen, noch zu überbieten weiß. Und überbieten ist hier das richtige Stichwort, denn während der gesamten Filmlänge möchte man einfach nicht das Gefühl loswerden, dass hier versucht wurde, krassere und nervenaufreibendere Momente zu erschaffen. Leider wirken diese Versuche eher verkrampft und fast schon albern. Kampfszenen wurden mit lauten Aufprallgeräuschen dramatisiert, Folterszenen mit vermeintlich härteren Foltermethoden verschlimmbessert und viele Charaktere stark überzeichnet. Weniger wäre im Fall von "Oldboy 2.0" definitiv mehr gewesen. Die richtige Mischung machts An und für sich scharrt Lees "Oldboy" ein paar sehr gute Schauspieler um sich, denen schlicht und ergreifend die falschen Texte und Rollen zugewiesen wurden. Erschreckend fehlbesetzt sind außerdem Samuel L. Jackson als fieser Kopf einer Gangster-Bande und Sharlto Copley als Antagonist. Während man der "Pulp Fiction"-Legende wenigstens noch den kriminellen Obermacker abkauft, wirkt Sharlto Copley als durchtriebenes Mastermind eher wie ein schlechter Witz. Josh Brolin passt mit seiner grimmigen Art zwar perfekt in die Rolle von Joe alias Oh Dae-su, geht bei dem optischen und inhaltlichen Tohuwabohu des Films allerdings absolut unter. Nichts gegen Remakes. Spike Lees Version von "Oldboy" ist, wenn man es genau nimmt, auch nichts anderes als ein Remake von einem Remake. Das "Original" von Park Chan-Wook ist nämlich eine Adaption des gleichnamigen Mangas. Trotzdem schafft es der koreanische Regisseur nicht nur gekonnt eigene Akzente einzubauen, sondern auch die Vorlage mit all ihren Wendungen zu würdigen. Der neue "Oldboy" macht jedoch den Eindruck, als wollte Spike Lee einen noch besseren Film machen, der nicht nur massentauglicher, sondern vor allem krasser als die filmische Vorlage rüberkommt - Eine Mischung, die nicht funktioniert.

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  • 02-11-2013
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Filmkritik: „Escape Plan“

Die Action-Opas Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger feiern derzeit Hochkonjunktur und während Stallone pro Jahr gleich mehrere Filme raus haut, hat Schwarzenegger Anfang diesen Jahres sein Leinwand-Comeback gefeiert. In ihrem neusten Streifen "Escape Plan" hat der schwedische Regisseur Mikael Hafstrom die beiden größten Action-Helden der 80er Jahre in ein Gefängnis zusammen gepfercht, ob dies eine gute Idee war erfahrt Ihr in der nachfolgenden Review. Inhaftierung All-Inclusive Zentraler Punkt des Filmes ist der von Sylvester Stallone gespielte Sicherheitsexperte Ray Breslin. Er gehört zu den besten seiner Klasse und testet landesweit Hochsicherheitsgefängnisse auf ihre Tauglichkeit. Kein ganz einfacher Job, denn hierfür wandert Breslin jedes mal unter einem anderen Namen in den Knast, nur um dann zu versuchen dort auszubrechen. Doch bisher hat er es aus jedem Gefängnis heraus geschafft. Kurz nach seinem letzten Ausbruch wird Breslin vom CIA aufgesucht und eine junge Agentin bietet ihm einen Millionenschweren Deal an, sollte er einwilligen ein Gefängnis namens Das Grab (The Tomb) auf dessen Sicherheit zu testen. Nur sehr wiederwillig und gedrängt von seinen Geschäftspartnern geht Breslin auf den Deal ein. Doch bereits kurze Zeit später geht so einiges schief, Breslin wird entführt und findet sich, ohne jeden Kontakt zu seinem Team, im Hochsicherheitsgefängnis Das Grab wieder. Trotz seiner jahrelangen Erfahrung scheint dieser Knast auch für den Experten eine Nummer zu groß zu sein und schnell sieht er ein, dass man nur zu zweit aus diesem Loch entkommen kann. Zum Glück gibt es da denn inhaftierten Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) welcher des Herumsitzens im gnadenlosen Gefängnis ebenfalls überdrüssig geworden ist. Anwesenheitsliste Da die Story aus der Feder des Autorenduos Miles Champman und Jason Keller jetzt nicht unbedingt Oscar verdächtig klingen mag, kommt es "Escape Plan" schon sehr zugute, dass man für dieses Projekt zwei so bekannte Gesichter wie das von Arnold Schwarzenegger (Terminator 1-3) und das mit Botox aufgedunsene von Sylvester Stallone (Rambo 1-4) gewinnen konnte. Doch wer in diesem Streifen genauer hinschaut, der wird Vincent D´Onofrio (Full Metal Jacket), Jim Caviezel (Person of Intrest) oder auch Sam Neill (Jurassic Park 1-3), Vinnie Jones (Bube, Dame, König, grAs) und sogar Curtis `50 Cent` Jackson (Fire with Fire) entdecken. Die schauspielerischen Leistungen der Mimen reichen allerdings von `gut` bis ´mangelhaft´. Während die beiden Hauptdarsteller eine mittelmäßige Performance aus grimmigen Blicken und bösen Sprüchen abliefern, sticht besonders Jim Caviezel als hinterlistiger und masochistischer Gefängnisdirektor hervor. Curtis Jackson liefert in "Escape Plan" lediglich einen typischen 0815 Gastauftritt ab und auch Sam Neill ist als Gefängnisarzt eher enttäuschend. Thriller in der Box Regisseur Mikael Haftstrom (The Rite - Das Ritual) traut sich das, was viele Filmemacher sicherlich gerne einmal mit Sly und Arnie machen würden, er sperrt sie einfach weg und lässt sie dabei richtig leiden. Eingepfercht in kleinen Stahlkammern mit Dauerbeleuchtung oder eingesperrt in durchsichtigen Zellen aus Panzerglas, dürften nicht nur die beiden Darsteller leichte, klaustrophobische Anfälle bekommen. Dennoch verzichtet Haftstrom weitgehend auf dichte Kameraeinstellungen und hält sich fast akribisch genau an die ungeschriebenen Richtlinien eines Blockbusterfilmes. Damit verschenkt er jedoch enorm viel Potenzial und lässt "Escape Plan" einzig und allein durch die Schauspieler und einige Logiklöcher leben, allerdings nicht durch die Situation an sich. Das angegebene Budget von rund 70 Millionen Dollar dürfte zu einem großen  Teil in die Technik geflossen sein, denn obwohl die Action-Rentner Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger noch richtig Hand anlegen und sich auch vor einem zwei Kampf nicht gescheut haben, ist ein Hauptteil des Filmes vor dem Green-Screen abgedreht worden. Obwohl der Mittelpunkt des Geschehens ein Gefängnis ist, kommt ein Film mit diesen Darstellern natürlich nicht um einen vernünftigen finalen Kampf herum, welcher damit beginnt, dass dem ehemaligen Mister Universum ein dickes Maschinengewehr in die Hände fällt. Die durch den bleihaltigen Meinungsaustausch ausgelösten Explosionen weichen allerdings um längen von einem Blockbusterfilm ab, wirken eher wie bei einem klassischen B-Movie und fügen "Escape Plan" eher einen Schaden zu, als das sie wirklich sinnvoll oder nützlich sind. "Escape Plan" hätte das Zeug zu einem guten Knast-Thriller haben können. Sichtlich inspiriert von Filmen wie "Escape from Allcatraz" oder der Serie "Prison Break" bietet der Streifen einige gute Momente und schafft mit einem unverwechselbaren B-Movie-Flair fast die gesamte Laufzeit über zu unterhalten. Auch die eingebauten Story-Twists lassen den Zuschauer immer wieder aufmerksam werden, dennoch wurde angesichts dieser Darsteller einiges an Potenzial verschenkt, so dass dieser Streifen eher einem Direct-to-DVD Film gleich kommt.

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  • 27-10-2013
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Filmkritik: Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt

Am 31. Oktober startet in den deutschen Kinos der mit Spannung erwartete Film "Inside WikiLeaks - Die fünfte Macht" von Regisseur Bill Condon. Er thematisiert den Aufstieg und Fall der Whistleblower-Plattform WikiLeaks, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Furore gesorgt hat - ebenso wie dessen Gründer Julian Assange. Schon Oscar Wilde wusste einst: "Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er in eigener Person spricht. Gib ihm eine Maske und er sagt die Wahrheit." Das schrieb sich auch Julian Assange, der Gründer von WikiLeaks auf die Fahne und hatte sich zum Ziel gesetzt, den Korruptionen der Politik den Garaus zu machen und an die Öffentlichkeit zu bringen - anonym versteht sich. WikiLeaks kam wie aus dem Nichts und wurde in nur wenigen Jahren zu einer virtuellen Gefahr für Regierungen - allen voran den Vereinigen Staaten von Amerika. Der größte Coup der Plattform war wohl die Veröffentlichung des sogenannten "Collateral Murder" - einem Video, das zeigt, wie amerikanische Soldaten auf Zivilisten im Irak feuern. Außerdem die Veröffentlichung geheimer Dokumente der US-Regierung über hunderte Politiker aus aller Welt. In Kooperation mit drei großen Zeitungen - der "New York Times", dem britischen "Guardian" sowie dem deutschen "Spiegel" - wurden sie veröffentlicht. Wenn aus Freunden Feinde werden Bill Condon, der sich bis dato durch Filme wie "Dreamgirls" oder zwei "Twilight"-Teile einen Namen machte, nahm sich dieser Thematik an und verpackte sie in einen Hollywoodstreifen. Drei Jahre der Whistleblower-Plattform stehen bei Condon im Fokus. Es sind die wichtigsten drei Jahre, denn außer Julian Assange spielt auch der Deutsche Daniel Domscheit-Berg eine entscheidende Rolle in dem Fall WikiLeaks. Dieser hat in enger Zusammenarbeit mit Assange das Mysterium WikiLeaks vorangetrieben und am Ende für das vorzeitige Aus der Seite gesorgt. Für die Hauptrollen entschied sich Condon für den Briten Benedict Cumberbatch und den Deutschen Daniel Brühl. Vor allem Cumberbatch, der sich durch intensive Charakterdarstellungen inzwischen einen Namen gemacht hat und schon lange kein Geheimtipp mehr ist, beeindruckt von der ersten Minute an. Er liefert eine perfekte Kopie einer Figur, die sich für Transparenz einsetzt, selbst aber nur wenig von sich preisgibt. Aus diesem Grund hat Benedict Cumberbatch noch vor Beginn der Dreharbeiten einen Brief an Julian Assange geschrieben und um ein persönliches Treffen gebeten. Die Antwort von Assange ist seit wenigen Wochen überall im Internet zu finden, denn der Australier war von Anfang an gegen den Film und hat Cumberbatch sogar dazu geraten, aus dem Film auszusteigen. Zu einseitig sei die Darstellung. Die Angst ist berechtigt, denn das Drehbuch zu "Inside WikiLeaks" basiert zum Großteil auf das Enthüllungsbuch "Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Webseite der Welt" des Aussteigers Domscheit-Berg. Somit ist nicht verwunderlich, dass eben dieser am Ende als der moralisch-handelnde Kopf präsentiert wird, während Assange die fragwürdige Figur bleibt, für die Moral keine Rolle spielt und die sogar Menschenleben in Kauf nimmt. Doch Cumberbatch schafft es trotzdem der Figur ein Gesicht zu geben, mit nahezu perfekter Mimik und Gestik. Doch die Beweggründe von Assange bleiben oft auf der Strecke. So oder so steht viel mehr der Wandel von Daniel Domscheit-Berg im Fokus, der vom Weltverbesserer zum Moralapostel wird. Der Bruch zwischen den beiden ist somit unausweichlich. Es ist und bleibt ein Hollywood-Film Die Geschichte von "Inside WikiLeaks" ist äußerst komplex, weshalb es für Zuschauer, die sich mit der Thematik gar nicht oder nur wenig auskennen, schwierig wird zu folgen. Zwar läuft der Film größtenteils in chronologischer Abfolge ab, aber die Fülle an Leaks - neun an der Zahl - werden mit der Dauer schwer zu überblicken. Es ist und bleibt ein Hollywoodfilm. Als solcher ist er durchaus spannend und interessant, der Wahrheitsgehalt sollte aber aufgrund dessen immer hinterfragt werden. So wird Assange beispielsweise in einer Szene von den Eltern von Domscheit-Berg zum Essen eingeladen. Während er im Film nach nur wenigen Minuten das Haus wieder verlässt, weil er mit den Ansichten der Eltern nicht klarkommt, ist er in Wahrheit den ganzen Abend geblieben und hat sich nicht ansatzweise so verhalten, wie es im Film geschildert wird. Des Weiteren arbeitet Condon mit symbolischen Bildern. Das muss man ihm lassen, die symbolischen Bilder, die der Regisseur verwendet, sind sehr gelungen. Ein imaginärer Ort, an dem Assange und Domscheit-Berg ihre Arbeit vollziehen. Ein Ort, an dem klar wird, dass es für große Taten keine Armee an Hilfskräften bedarf. Illusion ist alles - das muss auch Domscheit-Berg irgendwann feststellen. Den kritischen Blick wahren "Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt" ist ein spannender Thriller, aus dem jedoch mehr herausgeholt hätte werden können. Immerhin ist das Thema eines der Wichtigsten unserer Zeit, denn das Internet - und das zeigt der Film - ist ein nicht zu verachtendes Medium, das vor allem für Regierungen und andere Institutionen zur Gefahr werden kann. Was den Film aber sehenswert macht, ist die schauspielerische Leistung von Benedict Cumberbatch, der ein ausgezeichnetes Porträt von Assange abliefert. Er gewährt einige wenige Einblicke in eine Person, die für Außenstehende fragwürdig, gar kryptisch wirkt, die aber klare Ziele verfolgt zum Wohle eines großen Ganzen. Auch die Selbstverliebtheit und der Egoismus, der Assange ausmacht wird deutlich: "It's all about you", sagt Cumberbatch alias Assange in die Kamera. Es wird deutlich, dass es sich dabei um eine nachempfundene Situation von Assange handeln soll, wie dieser in der ecuadorianischen Botschaft in London, wo er zurzeit Asyl gefunden hat, sitzt und ein Fazit über "Inside WikiLeaks" zieht. Mit selbstgefälligem Grinsen fügt er nach einer kurzen Pause hinzu: "And a little bit about me." Wen das Thema rund um WikiLeaks interessiert, sollte sich auf jeden Fall von Alex Gibney "We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks" zu Gemüte führen. In der über zweistündigen Dokumentation gibt der Regisseur ein umfassendes Abbild der Geschichte und dessen Gründer. Am Ende kann man sich selbst ein Bild darüber machen, ob man Assange nun als Helden oder Terroristen einstufen möchte - denn im Gegensatz zu Bill Condon lässt Gibney Assange selbst zu Wort kommen sowie Fürsprecher und Widersacher und hält zudem größtenteils die Neutralität aufrecht, die ein Film solchen Formats unbedingt braucht.

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  • 24-10-2013
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Filmkritik: Blackfish

Stellen Sie sich vor, sie würden auf engstem Raum mit mehreren anderen Menschen leben. Sie sprechen nicht die gleiche Sprache, sie stammen aus unterschiedlichen Regionen - und müssen sich miteinander arrangieren. Dass das bei den Menschen oft nicht klappt, beweisen die täglichen Nachrichten. Warum also sollte dies bei Tieren anders sein? Gabriela Cowperthwaites bewegende Dokumentation "Blackfish", das auf dem Sundance Filmfestival Premiere feierte und am 7. November in den deutschen Kinos anläuft, thematisiert unter anderem genau dieses Thema. Dreh- und Angelpunkt ist der mehrere Meter lange und einige Tonnen schwere Orca Tilikum. Dieser wurde in den 1980er Jahren seiner Freiheit beraubt, verbringt seitdem seine Zeit in viel zu kleinen Bassins in Sea World und Co. und hat inzwischen schon mehrere Trainer auf dem Gewissen. Gabriela Cowperthwaite geht in ihrer bewegenden Dokumentation den Gründen für das Verhalten des Tieres und auch das seiner Artgenossen auf die Spur und lässt dabei vor allem ehemalige Tiertrainer aus SeaWorld zu Wort kommen. Es klebt Blut an ihren Händen... SeaWorld gehört zu den größten Attraktionen in den USA. Täglich pilgern tausende Besucher in einen der Wasserparks, die sich in ganz Amerika finden. Neben Delfin- und Robbenshows gehört für viele der Besuch der Schwertwal-Show zum Highlight des Tages. Spätestens seit "Free Willy" und dessen tragischem Helden Keiko, der im Film zwar noch die Freiheit erlangte, im wahren Leben aber letztendlich an den Folgen der Gefangenschaft gestorben ist, sind auch die Schattenseiten der Gefangenschaft bekannt. Doch längst nicht alle, wie Gabriela Cowperthwaite zeigt. Sie lässt in ihrer Dokumentation ehemalige Waltrainer zu Wort kommen, die es inzwischen selbst bereuen jemals Teil dieses Geschäfts gewesen zu sein. Interviewgespräche wechseln sich in "Blackfish" mit Originalaufnahmen aus den Archiven von SeaWorld und Berichten aus den Nachrichten ab. Cowperthwaite selbst hört oder sieht man nicht. Sie lässt ihren Gesprächspartnern den vollen Raum: sie erzählen, sie lassen Revue passieren, sie weinen. Aus unterschiedlichen Perspektiven berichten die Trainer von ihrer Zusammenarbeit mit dem Orca Tilikum, der im Alter von zwei Jahren von seiner Familie getrennt und verschleppt wurde. Seitdem wird er von Wasserpark zu Wasserpark gereicht. Die Trainer waren Blauäugig und naiv Auch einer der damaligen Walfänger kommt zu Wort. Ein älterer Mann, tätowiert, mit Vollbart und längeren grauen Haaren - ein richtiger Seebär. Er berichtet davon, wie es für ihn damals nur ein Job war und er sich nichts dabei gedacht habe. Doch plötzlich bricht er in Tränen aus und schildert den tragischen Ablauf: Wie er das Walkalb von seiner Familie trennen musste und die gesamte Walfamilie in der Nähe des Kalbes blieb, Beistand leistete und heulte. Es ist die Illusion von SeaWorld und vergleichbaren Wassershows die nicht nur langsam zerbröckelt, sondern von Beginn an zerstört ist. SeaWorld und Co. haben schon länger mit ihrem Image zu kämpfen, doch spätestens nach Sichtung von "Blackfish" weigert man sich, jemals in eines dieser Attraktionen zu gehen. Die Bedingungen unter denen die Schwertwale gehalten werden, sind mehr als katastrophal und weit entfernt von dem, was noch ansatzweise mit artgerecht benannt werden kann. Falsche Informationen für Trainer und Besucher Doch nur die wenigsten wissen Bescheid über die akkurate Betreuung von Tieren in diesen Dimensionen - noch nicht einmal die Mitarbeiter werden darüber in Kenntnis gesetzt, geschweige denn geschult. Stattdessen gibt es von den Vorsitzenden falsche Informationen. Die abgeknickte Rückenflosse zum Beispiel werden alle noch von "Free Willy" im Hinterkopf haben. "Das ist ganz normal. In freier Wildbahn hat fast jeder zweite Wal eine abgeknickte Rückenflosse", erklärt eine SeaWorld-Mitarbeiterin den Besuchern. Cowperthwaite lässt direkt im Anschluss an diese Aussage einen Walforscher zu Wort kommen, der das entkräftet: "Ganz im Gegenteil. In freier Natur wurde noch nicht ein Wal mit einer solchen Rückenflosse gesichtet." Doch zurück zu Tilikum - dem tragischen Helden der Dokumentation. Mehrere Trainer hat er inzwischen attackiert oder gar getötet. Und er ist nicht der Einzige: Es existieren Listen, die sich über mehrere Seiten erstrecken und von Angriffen auf Tiertrainer berichten. Die Trainer selbst bekamen diese Listen nie zu Gesicht. Stattdessen wurden sie weiterhin mit den riesigen Meeressäugern ins Wasser geschickt. Zuletzt hat Tilikum 2010 seine Trainerin Dawn Brancheau getötet. SeaWorld bekam damals von allen Seiten harsche Kritik zu spüren - zu recht. Doch sie redeten sich raus, indem sie die Schuld auf die verstorbene Dawn abluden. Es sei ein Trainerfehler gewesen, hieß es von offizieller Stelle. Blackfish: Die Schuld liegt bei uns Gabriela Cowperthwaite zeigt in "Blackfish", dass diese Aussage absoluter Blödsinn ist, denn Schuld tragen vor allem die Betreiber von Parks wie SeaWorld und Co. Aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen in viel zu kleinen Becken und die Zusammenführung von Tieren, die in freier Natur niemals aufeinander treffen würden, kommt es immer wieder zu tödlichen Angriffen. Und wir als Besucher dieser Shows würdigen das auch noch - nur um unsere Schaulust exotischer Tiere zu befriedigen. Wen bereits in den 1990er Jahren die tragische Geschichte von Keiko aka Free Willy bewegt hat, der sollte sich unbedingt "Blackfisch" ansehen. Er gehört meines Erachtens zu den besten (Tier-) Dokumentationen des Jahres. Sie schockiert, rührt zu Tränen, regt zum Nachdenken an. Cowperthwaite klagt an, appelliert an die Menschen und zeigt, wie Unternehmen wie SeaWorld oder auch der Loro Park auf Teneriffa mit dem Leid der Tiere noch Millionen Dollar verdienen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass irgendwann der Appell auch in den Köpfen der verantwortlichen Parkbetreiber ankommt...

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  • 24-10-2013
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Filmkritik: Enders Game – Das große Spiel

Mit "Enders Game –Das große Spiel" kommt nun ein Sci-Fi-Blockbuster in die Kinos, welcher auf der preisgekrönten, in der Mitte der achtziger Jahre erschienenen vierteiligen Buchreihe von Orson Scott Card basiert und wie ein an ein jugendliches Publikum gerichteter Mix aus Full Metal Jacket und Starship Troopers anmutet. Ob es sich lohnt, ein Ticket für diese Military-Space-Opera der Marke „Intergalaktische Kammerjäger“ zu erwerben, erfahrt ihr in unserer Filmkritik. Mazers Erbe In "Enders Game - Das große Spiel" hat unsere Erde die besten Zeiten schon hinter sich. In naher, ferner, nicht ganz so ferner (?) Zukunft wurde sie das Ziel eines Angriffes durch eine feindliche, Ameisen ähnelnde, Formics genannte Alien-Rasse. Bei der Verteidigung ihrer Heimat hatte die Menschheit nicht gerade eine ihrer Sternstunden, so dass die Lage als prekär, aber nicht gänzlich ohne Hoffnung betrachtet werden kann. Die Handlung beginnt siebzig Jahre nach dem ersten Angriff der Formics, dass die Menschheit überhaupt überlebt hat, ist allein dem militärischen Genie des legendären Flotten-Kommandanten Mazer Rackham (Ben Kingsley) zu verdanken, der in einer selbstmörderischen Aktion das Mutterschiff der Formics vernichten und so den Angriff stoppen konnte. In Erwartung eines über kurz oder lang folgenden weiteren Angriffs durch die Formics werden in einer Militärakademie die verheißungsvollsten und talentiertesten Kinder darauf vorbereitet, in den Kampf gegen die intergalaktischen Insektenaggressoren zu ziehen. Eines dieser Kindern ist der schüchterne, aber in puncto militärisch-strategisches Denken brillante Ender Wiggin (Asa Butterfield). Ender soll die letzten Truppen der Menschheit in einer finalen Schlacht gegen die Formics führen, eine Schlacht, deren Ausgang das Schicksal der Menschheit endgültig besiegeln wird. Und so durchläuft Ender die kräftezehrenden Torturen des militärischen Drills, trainiert in der Eliteakademie und erstreitet sich so nach und nach den Respekt seiner Mitstreiter. Die entscheidenden Fragen lauten: Ist Ender dieser Verantwortung wirklich gewachsen, ist er dazu geschaffen, der nächste Mazer Rackham zu werden? Profis am Werk Regie führte der Südafrikaner Gavin Hood, der sich für geniale Filme wie Tsotsi (Oskar für den besten ausländischen Film!) wie auch eher desolate Blockbuster wie X-Men Origins: Wolverine verantwortlich zeigt und der für "Enders Game – Das große Spiel" ein Budget von ca. 110 Millionen US-Dollar zur Verfügung hatte. Das sieht man auch, denn "Enders Game" ist optisch fulminant in Szene gesetzt. Insbesondere die Teamkämpfe bei Schwerelosigkeit, sowie die simulierten und realen Weltraumschlachten, sind spannend inszeniert und sehen imposant aus. Letztere wirken bisweilen etwas wuselig, was aber eher dem Schwarmcharakter der Formics zuzuschreiben ist. Zudem ist das Sci-Fi-Epos mit Ben Kingsley als legendären Flotten-Kommandanten Mazer Rackham und Harrison Ford in der Rolle des Colonel Graff prominent besetzt. Auch der Ender Wiggin verkörpernde Asa Butterfield ist kein unbekannter im Filmgeschäft und stand bereits für Martin Scorcese in Hugo Cabret vor der Kamera. An den schauspielerischen Leistungen gibt’s nichts zu bemäkeln, Ford als Schleifer, der um jeden Preis darum bemüht ist, aus Kindern perfekte Soldaten zu schaffen, und Kingsley als esoterisch angehauchter, nicht zu durchschauender Mentor spulen ihr Repertoire gewohnt souverän ab. Asa Butterfield macht seine Sache ebenfalls klasse, so dass man ihm Enders Entwicklungsprozess vom genialen Außenseiter zum empathischen Anführer trotz einiger zu abrupter Entwicklungssprünge abnimmt. Erst die Ausbildung, dann die Action "Enders Game"  läuft in drei Phasen ab: Militärische Ausbildung, Akzeptanz des Heilsbringer-Konzepts durch Ender selbst und die Stunde der Bewährung, die in einer fulminanten Weltraumschlacht mündet. Das Grundkonstrukt ist also denkbar simpel und nach Schema F gestrickt. Die Ausbildungsphase ist lang, wirklich sehr sehr lang (macht gut und gerne Dreiviertel der Gesamtspieldauer aus) und ist durchzogen mit Militärrhetorik und ritualisierten Abläufen. Trotz dieser Schwächen ist "Enders Game –Das große Spiel" weit davon entfernt ein schlechter Film zu sein. Kann ein Film, welcher wie ein Mix aus Paul Verhoevens Starship Troopers und Stanley Kubricks Full Metal Jacket wirkt, wirklich schlecht sein? Nein! Es fehlt zwar die satirische Komponente und der derbe Gewaltfaktor von Verhoevens Bug-Saga, vom kompromisslosen, wahrhaftigen Zynismus eines Kubricks ganz zu schweigen, dennoch handelt es sich bei "Enders Game" keineswegs um einen Kinderfilm, welches nach dem Schema „Ein Held wächst über sich hinaus und findet seine Bestimmung“ läuft. Der Film begleitet Ender zwar auf seiner charakterlichen Entwicklung hin zum perfekten Anführer, kontrastiert dies aber glücklicherweise mit den moralischen Fragen, wo im Krieg die Grenzen des Legitimierbaren zu ziehen sind und ob der Zweck wirklich alle Mittel heiligt. "Enders Game" überrascht zum Ende hin mit einem Ambivalenz und Tiefgründigkeit, die man im klassischem Blockbuster-Kino mittlerweile des Öfteren vermisst. "Enders Game" ist fulminantes Blockbuster-Entertainment für Jugendliche, trotz zu viel militärischen Pathos und einiger Längen in der Ausbildungsphase bleibt es ein spannendes, klasse getrickstes Weltraumspektakel, welches mehr Substanz bietet, als man es erwarten konnte. Bundesweiter Kinostart ist der 24. Oktober 2013.

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  • 23-10-2013
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Filmkritik: Machete Kills

Ab dem 19. Dezember 2013 sollten sich Kinogänger lieber Ersatzkleidung mitnehmen oder am besten gleich in einem Plastik Overall kommen, denn dann schickt Kultregisseur Robert Rodriguez seinen Lieblings-Mexikaner ein weiteres mal in einen Blut spritzenden Einsatz. Bei den Fans des raubeinigen Mexikaners dürften die Erwartungen an das Sequel besonders hoch sein. Ob Machete Kills seinen Erwartungen gerecht wird oder ob die Zuschauer eine lieblose Ausschlachtung erleben werden, verraten wir euch schon jetzt! Machete kills, thats what he does! Drei Jahre sind seit der lang erwarteten Kinoadaption des Fake-Trailers Machete ins Land gegangen. Drei Jahre, in denen wir auf einen weiteren Auftritt von Danny Trejo als Machete Cortez warten mussten. Doch nun hat das Warten endlich ein Ende und der pockennarbige Mexikaner schwingt ein weiteres mal sein namens gebendes Schneidwerkzeug. Im Moment seiner Hinrichtung wird Machete in letzter Sekunde durch einen Anruf gerettet. Am anderen Ende der Leitung ist niemand geringeres als der Präsident der Vereinigten Staaten, gespielt von keinem anderen als Carlos Estevez, besser bekannt als Saufnase und Hollywood Bad Boy Charlie Sheen. Aus höchsten Regierungskreisen wird Machete für einen Job angeheuert, welcher für einen Normalstreblichen und Nicht-Mexikaner unmöglich wäre. Er soll sich seinen Weg durch Mexiko bahnen um den Kartell Anführer Mendez (Demian Bichir) auszuschalten, denn dieser droht damit, Washington D.C. mit einem Raketenangriff dem Erboden gleich zu machen. Machete akzeptiert, denn im Gegenzug wird ihm das unbegrenzte Bleiberecht in den Vereinigten Staaten von Amerika angeboten. Der Einsatz läuft für Machete leider nicht ganz so wie geplant, gejagt von diversen Kopfgeldjägern und mit dem schizophrenen Mendez als Geisel, muss er es schaffen den Gangsterboss innerhalb von 24 Stunden zu dem internationalen Waffenhersteller Luther Vos (Mel Gibson) zu bringen. Dumm nur, wenn plötzlich ganz Mexiko hinter ihm her ist... Déjà-vu Geschnetzel Um den fiktiven US-Präsidenten zu zitieren: "Machete kills, thats what he does!" Und genau das macht der Protagonist auch. Wo der erste Teil 2010 aufgehört hat, da legt Machete Kills im Jahre 2013 nochmal so richtig einen drauf. Kaum ein Aufeinandertreffen mit Machete Cortez und seinen Widersachern endet mit einem gewöhnlichen Ableben der Feinde. In dem Streifen wird so gut wie jedes Objekt zweckentfremdet und zu einer tot bringenden Waffe gegen die Gegenspieler eingesetzt. Mit den Rotoren eines Motorboots wird ein Steg von schießenden Soldaten befreit, eine Schweizer Machete (in Anlehnung an das berühmte Schweizer Taschenmesser) dient zum Ausweiden feindlicher Körper und herausgerissene Eingeweide dienen dazu den anhängenden Feind in die Rotorblätter eines Helikopters zu ziehen. Wem einige dieser Arten des Ablebens bekannt vorkommen, der liegt gar nicht mal so verkehrt. Es scheint als hätte Regisseur Robert Rodriguez für Machete Kills ganz tief in die Trickkiste gegriffen und einige seiner beliebtesten Todesarten hervorgezaubert. Gehört der Mini-Gun BH von Madame Desdemona (Sofia Vergara) zu einer der neueren Waffen, gibt es allerdings auch ein Wiedersehen mit der aus From Dusk Till Dawn (1996) zum Kult gewordenen `Penis-Kanone`. Gehörte das herausziehen des Darmes im ersten Film noch zu einem der interessanteren Momente, wirkt diese Aktion in der Fortsetzung sehr abgedroschen und beim dritten mal sogar wirklich unnötig. Bei einer Story die so bei den Haaren herbei gezogen scheint und sogar sämtliche Wege zum finalen Teil dieser Trilogie (Machete Kills Again ... in Space) geebnet werden, schrammt der Streifen mehr als einmal scharf an der Grenze vorbei, um als vollkommener Blödsinn abgestempelt zu werden. Gerade gegen Ende hin macht es den Eindruck, als sei den Drehbuchautoren Marcel & Robert Rodriguez nichts gescheites mehr eingefallen und der Zuschauer fühlt sich zunehmend an den ersten Teil erinnert und bekommt das Gefühl das alles schon einmal gesehen zu haben. Auf den Leib geschrieben Für einfache Begeisterung beim Publikum sorgt nach wie vor Hauptdarsteller Danny Trejo, der für diese Rolle geboren zu sein scheint. Vor diesem 69 Jahre alten Schauspieler müssen auch seine Filmpartner wie Antonio Banderas (Irgendwann in Mexiko) oder Cuba Gooding Jr. (Men of Honor) ihren Hut ziehen und zumindest diese Performance in Machete Kills sollte für Danny Trejo ein Freiticket in den Cast eines möglichen The Expendables 4 bedeuten. Aber auch Mel Gibson (Braveheart) liefert als Antagonist nach langer Zeit mal wieder eine durchaus akzeptable Leistung ab. Weitere Darsteller wie William Sadler (Die Hard), Walt Goggins (Predators), Alexa Vega (Spy Kids 1-4) und sogar Popstar Lady Gaga komplettieren diesen Cast. Abgerundet wird das ganze noch von dem Auftreten von Jessica Alba (Sin City) und Michelle Rodrigues. Letztere dürfte in diesem Streifen erneut nur dabei sein, weil sie eine Verwandte von Robert Rodriguez ist und ihre schauspielerische Leistung könnte dem ein oder anderen Kinobesucher übel aufstoßen. Ist Machete Kills denn jetzt besser als der erste Teil? Ganz klar, nein! Der Film macht vieles richtig, bringt erneut den mexikanischen Flair und die mexikanische Mentalität so rüber, wie es eben nur ein Rodriguez Film machen kann. Obwohl es sich hierbei gewollt um Trash handelt und sich der Film zu keinem Moment wirklich ernst nimmt, gibt es zu vielen Szenen in denen sich selbst der größte Genre-Fan fragt, was der Regisseur sich dabei nur gedacht haben mag. Das Kennen des ersten Teiles ist daher Pflicht! Fans kommen sicherlich auf ihre Kosten, doch ahnungslose Zuschauer dürften an diesem 107 Minuten Gemetzel keinen Gefallen finden.

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