• 18-02-2014
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Filmkritik: Dallas Buyers Club

Mit sechs Nominierungen für den Academy Award 2014 ist das AIDS-Drama "Dallas Buyers Club" einer der großen Favoriten der Saison. Kein Wunder: Das mit Matthew McConaughey, Jared Leto und Jennifer Garner hochklassig besetzte Stück Film-Gold ist ganz großes Schauspielkino und gibt einen schonungslosen Einblick in eine Welt, von der wir schon so oft glaubten, alles zu wissen. Zwanzig lange Jahre brauchte Drehbuchautor Craig Borton dafür, um sein Anfang der Neunziger Jahre geführtes Interview mit Ron Woodroof in ein ansprechendes Skript zu kleiden. Heute, im Jahre 2014, schafft es die Geschichte um den texanischen Cowboy und Lebemann, der 1985 an Aids erkrankte und 1992 an den Folgen starb, endlich auf die internationalen Leinwände. Das starbesetzte Drama behandelt ein Thema, das nach Filmen wie „Philadelphia“, „Engel in Amerika“ und „Zero Patience“ schon von allen Seiten beleuchtet und auserzählt schien. Doch „C.R.A.Z.Y.“-Regisseur Jean-Marc Vallée beweist mit „Dallas Buyers Club“ eindrucksvoll, von welch brisanter Aktualität die Themen HIV und AIDS, aber auch skrupelloser Schwulenhass sowie die Übermacht der Pharmaindustrie heute noch immer sind. Ihm zur Seite stehen mit dem einst für seine seichten Rollen belächelten Matthew McConaughey („Der Mandant“, „Magic Mike“) und dem Schauspieler und Musiker Jared Leto („Requiem for a Dream“, „Panic Room“) zwei Schwergewichte im Hollywood-Business, die in „Dallas Buyers Club“ nicht weniger als die beste Schauspielleistung ihres Lebens abliefern. Dallas im Jahre 1985: Als Elektriker und Hobby-Cowboy schlägt sich der gesundheitlich angeschlagene Redneck Ron Woodroof (Matthew McConaughey) durchs Leben. Aus seiner homophoben Einstellung und der Lust auf schnellen Sex macht er keinen Hehl, bis er nach einem Arbeitsunfall zusammenbricht und im Krankenhaus die Diagnose AIDS erhält. Angesteckt mit der „Schwulenkrankheit“ geben ihm die Ärzte noch dreißig Tage Zeit, um die Formalitäten zu klären und sich auf den nahenden Tod vorzubereiten. Doch Ron will sein Schicksal nicht annehmen. Als er von seinen einstigen Freunden immer weiter ausgegrenzt und als Schwuler beschimpft wird, erfährt er von dem in den USA noch nicht zugelassenen Medikament AZT. Im Ausland besorgt er sich die Pillen, muss nach der Einnahme jedoch schon bald feststellen, dass diese seinen Zustand nur noch verschlimmern. Nachdem er im Krankenhaus den ebenfalls an AIDS erkrankten Transsexuellen Rayon (Jared Leto) kennenlernt, begibt sich Ron auf eine Odyssee rund um den Globus, immer mit dem Ziel, endlich auf ein wirksames Anti-AIDS-Medikament zu stoßen. Bei einem alternativen Mediziner in Mexiko wird er schnell fündig. Er schmuggelt diverse Arzneien in die Staaten und startet ein fluorierendes Geschäft: Für einen monatlichen Beitrag vertickt er die Medikamente „kostenlos“ an andere Patienten. Doch je erfolgreicher die in einer rechtlichen Grauzone befindlichen Machenschaften werden, desto mehr rufen sie die Arzneimittelkonzerne auf den Plan. Denn die lassen sich ihre potentielle Kundschaft gar nicht gerne vor der Nase wegschnappen. Sie spielen um ihr Leben Schon während der Dreharbeiten sorgte das emotionale Drama für mächtigen Wirbel in Hollywood. So sah sich das Ensemble nicht etwa mit einer derart schwulenfeindlichen Haltung der Filmstudios konfrontiert wie zuletzt „Liberace“, stattdessen wurden die bis zur Selbstaufgabe dargebrachten Aufopferungen der Hauptdarsteller aufs Schärfste kritisiert. So hungerte sich Matthew McConaughey rund 25 Kilogramm herunter, um seine Figur des schwerkranken Cowboys glaubhaft und ohne allzu viel Nachhilfe von Make-Up und Computer darzustellen. Gleiches gilt für Leto. Doch so viel Aufopferungsbereitschaft hat auch ihr Gutes: Wie eingangs erwähnt leben die beiden Darsteller buchstäblich ihre Rollen. Sie leiden, lieben, vermitteln Hoffnung und lassen das Publikum unmittelbar an ihrer kaputten Gefühlswelt teilhaben. Die Emotionen sind echt, ungeschönt und von solch einer Intensität, dass man sich vor allem bei McConaughey bisweilen die Frage stellt, weshalb dieser beachtliche Mime sein Können so lange unter den Scheffel stellte und sich vornehmlich seichter Komödienkost wie „Zum Ausziehen verführt“ oder „Der Womanizer“ hingab. Der Golden Globe als bester Hauptdarsteller kam nicht von ungefähr und der Academy Award scheint für ihn in greifbarer Nähe. Jared Leto, der seit Jahren zwischen der Musikwelt, als Frontsänger der Alternative-Band "Thirty Seconds to Mars", und der Schauspielerei hin- und herwandert, gelingt ein ähnliches, wenn nicht noch stärkeres Stück Darstellkunst. So verkörpert er den transsexuellen Rayon nah an der Selbstaufgabe, kombiniert die Zerbrechlichkeit seiner Figur jedoch immer wieder mit der richtigen Menge Optimismus und sorgt dafür, dass sein Charakter nie zum stereotypen Abziehbild einer Klischee-Transe verkommt. Die Kämpfernatur, die lediglich körperlich nicht mehr in der Lage scheint, gegen den US-Amerikanischen Rechtsstaat aufzubegehren, nimmt man Leto ebenso ab, wie das im letzten Drittel des Films zusammenbrechende Häuflein Elend, das – konfrontiert mit dem nahenden Sterben – voll stiller Todesangst ist. Die Kombination dieser beiden Extreme fasst der 42-jährige Schauspieler so gekonnt in einer Figur zusammen, dass er die Szenerie bei jedem Auftreten seinerseits an sich reißt. Auch er darf zurecht auf einen Oscar hoffen und hat den goldenen Globus für die beste Nebenrolle bereits in der Tasche. Auf der Nebendarstellerebene ist es vor allem Jennifer Garner („Juno“, „Valentinstag“), die sich von ihren beiden männlichen Kollegen nicht gänzlich an die Wand spielen lässt. Die durch und durch sympathische Schauspielerin und Ben-Affleck-Gattin verkörpert eine toughe Ärztin, die sich kaum gegen ihre störrischen Patienten durchzusetzen weiß. Den glaubhaften Gesinnungswandel von der blind auf die Pharmaindustrie vertrauenden Medizinerin, hin zur hinterfragenden, sogar unbequemen Skeptikerin, vollzieht Garner glaubwürdig, schlüssig und lässt ihre Figur damit nachvollziehbar agieren. Im Zusammenspiel mit Dennis O’Hare („J. Edgar“, „Good Wife“) als strenger Oberarzt voll von bitterem Kalkül sind die scharfen Wortgefechte beider Darsteller von entscheidender Dynamik und halten dem Publikum mehr als einmal vor Augen, wie undurchsichtig die Machenschaften großer Pharmakonzerne wirklich sind. Die pure Geschichte Regisseur Jean-Marc Vallée verlässt sich inszenatorisch auf die pure Geschichte und greift dabei kaum auf dramaturgische Mittel zurück, die die Story in ihrer Reinform verfälschen könnten. Auf die Überhöhung durch filmische Stilmittel wie einen auffälligen Soundtrack, besondere Kameraeinstellungen oder eine klar erkennbare Dramaturgie mit Einführung, Höhepunkt und einem Happy oder Sad End verzichtet er gänzlich. Ähnlich Denis Villeneuves Entführungsdramas „Prisoners“ oder die dem Neo-Realismus des jungen 21. Jahrhunderts angehörenden Filmbeiträge wie „Winter’s Bone“ und „L.A. Crash“ mutet auch Vallées Werk stellenweise fast dokumentarisch an und bemüht sich zu keinem Zeitpunkt, Emotionen zu provozieren. Für diese sind einzig und allein die starken Darsteller zuständig, was „Dallas Buyers Club“ zu einem einzigartigen Schauspielerfilm macht. Fazit: „Dallas Buyers Club“ ist intensives Dramakino abseits des Hollywood-Mainstream. Während das qualitativ hochwertige Drehbuch und die phänomenalen Schauspielleistungen hier im Mittelpunkt stehen, gibt Jean-Marc Vallée nicht viel auf inszenatorische Rafinesse. Das muss er jedoch auch gar nicht. Die Geschichte trägt sich von allein und zeigt auf, dass guter Stoff am stärksten zu Herzen geht, wenn er pur erzählt wird.

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  • 17-02-2014
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Filmkritik: „American Hustle“

Zehn Nominierungen für den Oscar. Sieben Nominierungen für den Golden Globe, davon drei Auszeichnungen in zwei Darsteller- und einer Hauptkategorie als Beste Komödie. Dreizehn Nominierungen für den Critics‘ Choice Award, davon vier Auszeichnungen. Das sind nur drei von vielen Filmpreisen, bei denen David O. Russells Gaunerstück “Amercan Hustle” in der aktuellen Award-Saison mitspielt. Die Ode an die Siebzigerjahre gilt – vor allem in den Darstellerkategorien – als heißer Anwärter auf den einen oder anderen Goldjungen und nationale wie internationale Kritiker überschlagen sich vor Begeisterung. 2010 markierte das mit Oscar-Gewinner Christian Bale und Actionheld Mark Wahlberg prominent besetzte Boxerdrama “The Fighter” den Anfang einer lose miteinander verknüpften Filmreihe, die im vergangenen Jahr mit “Silver Linings” fortgesetzt wurde und mit “American Hustle” nun ihr formidables Ende findet. Die augenscheinlich zunächst vollkommen unterschiedlichen Streifen haben nicht nur einen Großteil ihrer Besetzung gemein, sondern thematisieren vor allem ein- und dasselbe Thema: O. Russell erzählt von Figuren, die versuchen, ihre aktuelle Lebenslage zu verändern und deren Weg zum „besseren Menschen“ mit vielen Hindernissen gespickt ist. Hindernisse, damit meint O. Russell zumeist andere Menschen, die unseren Protagonisten (Amy Adams, Christian Bale, Bradley Cooper und Jennifer Lawrence) das Leben schwer machen. Ob ein desillusionierter Boxer in “The Fighter”, eine psychisch angeknackste Witwe in “Silver Linings” oder ein kalkulierendes, jedoch liebenswertes Gaunerpärchen in “American Hustle”: Sämtliche Charaktere wachsen dem Zuschauer ans Herz. In “American Hustle” – ehemals “American Bullshit” – mehr denn je. New York City, 1978: Der windige Geschäftsmann Irving Rosenfeld (Christian Bale) besitzt mehrere Waschsalons und verdient sein Geld nebenher mit dubiosen Geldgeschäften. Als er auf einer Poolparty die verführerische Sydney Prosser (Amy Adams) kennenlernt, fühlt sich diese rasch von dem erfolgreichen Businessmann angezogen und beschließt, unter falschem Namen als britische Lady Edith an den Geschäften mitzuwirken. Als es scheint, als stünde ein weiteres Opfer kurz davor, zu Gunsten des gerissenen Paares seine Taschen zu leeren, entpuppt sich dieses als junger und überambitionierte FBI-Agent namens Richie DiMaso (Bradley Cooper). Er bewegt die beiden dazu, einen ungewöhnlichen Deal einzugehen: Um die Politprominenz von New Jersey der Korruption zu überführen, setzt er Irving und Sydney als Lockvögel ein. Dabei hat er es vor allem auf den Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) abgesehen, dessen Saubermann-Image ihn nur allzu verdächtig macht, mit der Mafia und anderen zwielichtigen Gestalten im Bunde zu sein. Doch ausgerechnet Irvings unberechenbare, herrschsüchtige Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) könnte dem ausgeklügelten Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen… Authentizität ist alles Im Zeitalter von Bombastkino, CGI und der Digitalisierung des Filmemachens scheint es zu einem schier unmöglichen Unterfangen geworden zu sein, einen Film den Atem der Vergangenheit atmen zu lassen. So sehr man sich auch bemüht: An den Charme alter Kinoperlen kann kaum eine Produktion des neuen Jahrtausends heranreichen. Ansatzweise gelang dies zuletzt Ben Afflecks “Argo”, der dafür mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet wurde. Doch selbst hochgelobten Filmdramen, die sich mit einer  oder mehreren bestimmten Zeitspannen befassen, wie etwa Stephen Spielbergs Lincoln-Biopic, sieht man ihre Gegenwarts-Herkunft überdeutlich an. Doch es geht auch anders! David O. Russell, allen voran jedoch Kameramann Linus Sandgren (“Promised Land”) sowie den Verantwortlichen für Kostüme (Oscar-nominiert: Michael Wilkinson) und Make-Up respektive Hairstyling gelingt die perfekte Illusion: “American Hustle” sieht aus wie ein waschechter Hollywood-Klassiker der späten Siebzigerjahre. Verspielte, jedoch übersichtliche Kamerafahrten, ein leicht fiebriger Sepiastich, der den Luxus und die Maßlosigkeit unterstreicht, dabei aber nie aufdringlich oder gestellt wirkt und das Schwelgen in Details – und seien es nur die prächtigen Kostüme – prägen das Bild eines Films, der sich seiner optischen Stärken überaus bewusst ist, sich jedoch nie darauf ausruht. Auch wenn “American Hustle” ein Augen- und Ohrenschmaus sondergleichen ist – Danny Elfman komponierte einen zur Verspieltheit der Bilder passenden Klimperscore unter Einbeziehung vieler 70s-Evergreens – ist es vor allem die Geschichte, die für ein kurzweiliges, gut zweistündiges Kinoerlebnis sorgt. Dabei setzt der Film, für dessen Drehbuch Eric Warren Singer (“The International”) und David O. Russell gleichermaßen verantwortlich zeichnen, vor allem auf die Komik im Detail. Für lauten Humor, gar Slapstick oder Hau-drauf-Comedy ist in “American Hustle” kein Platz. Es ist vielmehr die Absurdität der Prämisse, die dem Streifen durchgehend eine unterschwellige humoristische Auslegung verleiht. Doch auch die stimmige Chemie innerhalb des blendend aufgelegten Casts und die geschliffenen Dialoge sorgen für gleichermaßen anspruchsvolle wie lockere Unterhaltung. Denn auch, wenn “American Hustle” durch die Straffung einiger Plotelemente durchaus noch spritziger und dynamischer hätte ausfallen können, so macht die Interaktion unter den Ensemble-Mitgliedern ungeheuren Spaß. Da verzeiht man es dem Film auch, dass er sich mancherorts länger an einzelnen Szenen aufhält als nötig. They Love to Entertain Us Unter den Schauspielern ist es vor allem Jennifer Lawrence, die ihren Kollegen einmal mehr  die Show stiehlt. Ihre Darstellung einer Furie und eifersüchtigen Ehefrau findet ihren Höhepunkt in einer aggressiven Interpretation des Wings-Hits „Live And Let Die“, den sie, durch ihre Wohnung wirbelnd und wirre Grimassen schneidend, bis zur Ekstase performed – eine der besten Szenen des Films! Amy Adams verkörpert die kalkulierende Femme Fatale und versprüht eine ehrenwerte Erotik abseits billiger Sexiness, während Christian Bale hervorragend in seiner Rolle des berechnenden, aber irgendwie auch leicht verpeilten Geschäftsmannes aufgeht. Jeremy Renner gibt derweil glaubhaft einen undurchsichtigen Bürgermeister ab, der zunächst vor allem durch seinen authentischen Seventies-Look besticht, nach und nach jedoch auch schauspielerisch zur Höchstform aufläuft, die ihren Zenit in einem handfesten Streit mit Bale findet. Ein weiteres Highlight in “American Hustle”. Fazit: David O. Russell gelingt es nach “Silver Linings” ein weiteres Mal, die vier Darsteller-Kategorien des Oscars mit Schauspielern aus einem seiner Filme zu bestücken. Und dies völlig zu Recht. “American Hustle” ist spektakuläres Darstellerkino im Gewand eines wunderschönen Siebzigerjahre-Hollywoodfilms. Jedes noch so kleine Detail scheint bewusst platziert, die Dialoge sind gleichermaßen von stiller Tragik wie Komik geprägt und wenn der Film nach zwei Stunden auf sein Finale zusteuert, scheinen dem Rausch keine Grenze gesetzt. Auch wenn das Drehbuch schlussendlich einige kleine, unerwartete Haken schlägt, bewahrt “American Hustle” stets seine Glaubwürdigkeit und liefert dem Publikum ein rundum gelungenes Gaunerstück, auf das wir in einigen Jahrzehnten zurückblicken – dann allerdings bestimmt als echten „Klassiker“.

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  • 12-02-2014
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Filmkritik: „Winter’s Tale“

Pünktlich zum Valentinstag kommt "Winter's Tale" in die deutschen Kinos. Mit Colin Farrell in der Hauptrolle erwartet uns eine Fantasy-Romanze voll großer Gefühle. Ob der Film einen gelungenen Kinoabend zum Tag der Liebe bescheren kann, verrät Euch IOFP. Was kommt heraus, wenn man Fantasy, Romantik und Drama miteinander verbindet und mit einer deftigen Castmischung verrührt? In "Winter's Tale" können Kinobesucher das vielfältige Gericht ab dem 13. Februar selbst bewerten. Wir haben es aber schon vorher getan, um Euren Appetit entweder  anzuregen oder gegebenenfalls zu einem anderen Menüpunkt zu raten. Worum geht es? Die wundersame Geschichte von "Winter's Tale" spielt in einem mythischen New York und erstreckt sich über die Jahre 1895-2014. Von seinen Eltern in New York zurückgelassen, wird Peter Lake (Colin Farrell) vom Dämon Pearly Soames (Russell Crowe) aufgenommen und aufgezogen. Pearly tritt als gewöhnlicher Mensch auf, der sein wahres schreckliches Antlitz nur selten zeigt. Mit einer Schar düsterer Gestalten um sich ist er der Gangster-König der Stadt. Doch um das Jahr 1916 wendet sich Peter von ihm ab und verdingt sich fortan als Kleingauner. Da Pearly diesen Bruch nicht akzeptiert, trachtet er nun nach Peters Leben. Bei einem Zusammenstoß der beiden erscheint der weiße Hengst Athansor, der im weiteren Verlauf als Schutzengel des Kleingauners agiert. Peters schicksalhafte Begegnung Bei einem Einbruch in einer Villa trifft Peter auf die todkranke Beverly Penn (Jessica Brown Findlay) und sieht sich gezwungen, den Raub abzubrechen. Nicht nur die zufällige Begegnung, sondern auch eine für beide ungewohnte Zuneigung, verbindet sie fortan. Soames erkennt in einer Vision, dass das rothaarige Mädchen Peters Schwachpunkt ist, will sie entführen, wird jedoch vom ehemaligen Schützling daran gehindert. Peter und Beverly flüchten mit Athansors Hilfe zum Waisenhaus ihres Vaters Isaac (William Hurt). Die Kinder schließen Peter sofort ins Herz, vor allem die kleine Willa (Mckayla Twiggs). Das Paar verbringt nun jede Minute an dem abgeschiedenen Ort miteinander. Doch die Zeit läuft ab, denn Beverlys Schwindsucht gibt ihr kaum noch Zeit. Als seine große Liebe in seinen Armen stirbt, bricht für Peter die Welt zusammen. Er grenzt sich von Isaac und den Waisenkindern ab und trifft in der Stadt wieder auf Pearly. Dieser stößt den gebrochenen Mann nach einem Kampf von der Brücke und glaubt ihn getötet zu haben. Die dramatische Suche nach der Vergangenheit Peter taucht nach dem Zusammenstoß mit Pearly jedoch wieder auf und muss feststellen, dass er sich im Jahr 2014 befindet und sämtliche Erinnerungen verloren sind. Nur eines lässt ihn nicht los. Immer wieder zeichnet er eine rothaarige Schönheit, ohne zu wissen wer sie ist. Als er unerwartet Hilfe von Virginia (Jennifer Connelly) und ihrer Tochter Abby (Ripley Sobo) bekommt, kehrt seine Erinnerung zurück und mit ihr auch Pearly Soames... Mehr von "Winter's Tale" wird nicht verraten. Warum wir Euch den Film empfehlen und was eventuell besser sein könnte, lest ihr auf der nächsten Seite.

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  • 11-02-2014
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Review: „The Walking Dead“ Folge 9, Staffel 4

Gestern Abend war es endlich soweit: Die neue Episode "After" ("Für Dich") lief nur 24 Stunden nach US-amerikanischer Erstausstrahlung in Deutschland auf Fox. IOFP berichtet über die neue Folge, aber Achtung - Spoiler enthalten! Das lange Warten hatte gestern um 21 Uhr schließlich ein Ende: "The Walking Dead" ist aus der Winterpause zurückgekehrt und alle deutschen Fans, die den Sender FOX empfangen, konnten so zeitnah wie noch nie, die brandneue Folge genießen. Zu Beginn der vierten Staffel lagen die Einschaltquoten bei 16,1 Millionen Zuschauern. Gestern schalteten 15,8 Millionen Fans ein. Mit solchen Zahlen kann die Zombie-Serie sogar mit dem Quoten-Hit Olympia mithalten (etwa 25,4 Millionen Zuschauer). Beachtet man dabei vor allem, dass Olympia eine weitaus größere Ziel- und vor allem Altersgruppe anspricht, ist das schon bemerkenswert. Die Gruppe rund um Rick wurde im Mid-Season-Finale durch den Angriff vom Governor und dem damit verbundenen Verlassen des Gefängnisses getrennt. In alle Himmelsrichtungen hat es die Gruppe verstreut. Man hat damals schon einen Einblick bekommen, wer mit wem unterwegs sein wird: Rick ist mit Carl, Daryl mit Beth und Glenn mit Maggie geflüchtet. Michonne ist auf sich allein gestellt. Im Zentrum von "After" stehen zum einen Rick und Carl und zum anderen Michonne. Die Folge beginnt auf dem Gelände vom Gefängnis. Dem Zuschauer wird versichert, dass der Governor wirklich tot ist - einen Kopfschuss kann selbst er nicht überleben! Dann liegt der Fokus auf Michonne, die sich noch auf dem Gelände befindet. Sie wandert zwischen den Leichen und Walkern herum ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Sie entdeckt Hershels abgetrennten Kopf, inzwischen ein Walker, und durchbohrt ihn mit ihrem Schwert. Dann wird allmählich klar, was Michonne dort noch sucht: Sie lockt zwei Walker in die aufgestellten Fallen und trennt ihnen sowohl Arme als auch Unterkiefer ab, um sie zur Tarnung benutzen zu können. Und so ist Michonne wieder die Einzelkämpferin, die wir Ende der zweiten Staffel kennengelernt haben. Weiter geht die Episode mit Rick und Carl. Der Governor hat Rick schwer verletzt. Rick hat kaum genug Kraft um zu laufen, geschweige denn mit Carls Tempo mitzuhalten. Vater und Sohn gehen von Haus zu Haus um Nahrung und hoffentlich eine Unterkunft zu finden. Dabei entsteht ein regelrechter Machtkampf zwischen den beiden. Rick sieht sich als Anführer und Vormund von Carl - immerhin ist er ja auch sein Vater - ist körperlich aber eigentlich nicht in der Lage das Kommando zu haben. Und Carl wittert seine Chance den Befehlshaber zu mimen und geht vermehrt gegen seinen Vater an. Die Rivalität zwischen Vater und Sohn zieht sich durch die ganze Episode. Außerdem müssen wir zusehends um Ricks Gesundheit bangen. Sein Zustand verschlechtert sich drastisch und der Zuschauer wird diesbezüglich mehrmals auf eine falsche Fährte gelockt. Wie gefiel Euch der Auftakt von "The Walking Dead" Staffel 4, Part 2? Und wie gespannt seid Ihr auf die nächste Folge?

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  • 22-01-2014
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Filmkritik: Devil’s Pass

Neues Jahr,  neue Filme: Schon im vorigen Jahr kam kaum ein Horrorfilm ohne den sogenannten Found-Footage-Stil aus, seit der erfolgreichen Paranormal Activity Reihe scheint eine verwackelte Kameraführung eine wahre Gelddruckmaschine für die Produktionsstudios zu sein. Somit erscheinen mehr und mehr Filme dieses Genres in den Kinos oder direkt im Handel. Wir verraten, ob euch bei Devil's Pass das Blut in den Adern gefriert, oder euch nur ein eiskalter Schauer der Scham über den Rücken läuft. Die jungen Wilden Wie es sich für einen Horrorfilm gehört, bildet auch in dem ersten Direct-To-DVD Streifen im Jahre 2014 eine Gruppe Studenten den Mittelpunkt … wie soll es auch anders sein. Für ihre Studienarbeit hat sich das wild durcheinander gewürfelte Team den mysteriösen Vorfall am Djatlow-Pass vorgenommen. Dort starben im Jahre 1959 in der Nacht vom 01. auf den 02. Februar neun Bergsteiger unter ungeklärten und äußerst  seltsamen Umständen. Entschlossen, diesem Mysterium auf den Grund zu gehen, reisen Gruppenführerin Holly, Kameramann Jesen, Tontechnickerin Denise, Bergführer Andy und Überlebensexperte John nach Russland um im nördlichen Ural der ungeklärten Todesursache auf den Grund zu gehen. Ein schönes Äußeres Während ihrer Reise nach Russland, dem Befragen von noch lebenden Augenzeugen  und dem Besteigen des Berges wird der Zuschauer vollends in die eisige Welt des Urals geworfen. Wo viele Found-Footage Filme gewollt mit dunklen, krissligen oder stark verwackelten Bildern damit drohen den Zuschauern übel werden zu lassen, fährt Devil´s Pass gekonnt mit einer ungewöhnlich guten Kameraführung auf. Besonders auf der Blu-ray Version überraschen fantastische, gestochen scharfe Landschaftsbilder, wie man sie sonst nur in bestimmten Dokumentationen zu sehen bekommt. Glücklicherweise haben Regisseur Renny Harlin (Deep Blue Sea, Exorzist: Der Anfang) und Chef-Kameramann Denis Alarkon-Ramires (Iron Spy) bei der Kameraführung ein echtes Händchen bewiesen. Verwackelte Bilder, statisches Rauschen oder gar ein unscharfes Bild gehören in Devil's Pass der Vergangenheit an und verstärken den Eindruck, bei diesem Streifen könnte es sich tatsächlich um eine echte Dokumentation handeln. Auch nach über 50 Jahren sind die Geschehnisse am Djatlow-Pass noch immer ungeklärt und es gibt keine zufriedenstellende Antwort, weswegen sich neun erfahrene Bergsteiger bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt komplett ausgezogen haben oder wieso eine der Leichen eine erhöhte, radioaktive Strahlung aufgewiesen hat. Eine wahre Goldgrube für Verschröhungstheoretiker und die ideale Grundlage für einen spannenden, nervenzerreißenden Horror-Thriller. Wie schon der Genre-Urfilm, Blairwitch Project, beginnt auch Devil's Pass eher ruhig und lässt dem Zuschauer viel Zeit die Charaktere kennenzulernen und sich mit ihnen zu identifizieren. Dies gelingt leider nur mäßig und die fünf Protagonisten sind letzten Endes nicht mehr als ersetzbare Schießbudenfiguren. An Spannung fehlt des dem Streifen jedoch nicht, je weiter das Team die Bergspitze aufsteigt, desto mysteriöser werden die Vorkommnisse. Durch große Fußabdrücke im Schnee, abgetrennte Zungen oder einen äußerst ungewöhnlichen Fund im Schnee baut sich die Handlung erwartungsvoll auf. Devil's Pass nutzt den Überraschungsmoment vollkommen aus, macht in einem ungeahnten Moment eine totale Kehrtwende und lässt Chaos und blanken Horror auf die Protagonisten herab regnen. Manch eine böse Zunge würde behaupten, ab dem Moment seien Drehbuchautor Vikram Weet die Ideen ausgegangen. Vorkommende Elemente wie ominöse Türen, Bunkeranlagen und Zeitreisen lassen vermuten, der Autor sei ein großer Lost-Fan. Spätestens ab diesem Zeitpunkt dürfte auch für den größten Horrorfan Schluss mit lustig bzw. gruselig sein, denn die Masse der auf den Zuschauer zurollenden, übernatürlichen Ereignissen kommt einer Lawine gleich. Das fast schon selbstverständliche Einschalten der Nachtsichtkamera kann da auch nicht von den sehr schlecht animierten Monstern ablenken. Fazit: Alles in allem ist Devil's Pass ein typischer Horrorfilm mit vielen, guten Landschaftsaufnahmen, einigen interessanten Elementen, aber einer lauen Handlung, bei der viel Potenzial verschenkt wurde und an dessen Ende etliche Fragen offen bleiben. Wer diesen Streifen vorher nicht auf dem Zettel hatte, der kann ihn sich durchaus mal anschauen … auch wenn es nur dafür dient, sich die Wartezeit auf den nächsten Paranormal Activity Film zu verkürzen.

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  • 20-01-2014
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Filmkritik: „Homefront“

Der neue Jason Statham-Film kommt diesen Donnerstag in die deutschen Kinos. Mit Actionikone Sylvester Stallone als Produzent und Drehbuchautor verspricht "Homefront" gutes "Hau-drauf". Ob der Film die Erwartungen erfüllt, verrät Euch IOFP. Zur Story: Phil Broker (Jason Statham) ist ein ehemaliger Agent der Drogenbehörde, der mit seiner Tochter Maddy (Izabela Vidovic) in eine ruhige und abgeschiedene Kleinstadt zieht. Beide erfüllen damit den Wunsch von Maddys verstorbener Mutter, die an genau diesem Ort ihr Leben verbringen wollte. Nach einem letzten großen, nicht unblutigen Undercover-Einsatz in der rauen Bikerszene, ist das idyllische Leben auch für Broker ein willkommener Ausgleich. Doch ganz kann er nicht von seinen alten Gewohnheiten lassen. Als Maddy sich eines Tages schlagkräftig gegen einen Klassenkameraden wehrt, gerät Broker mit dem Vater (Jimmy Klum gespielt von Marcus Hester) des Jungen aneinander und ist schon bald im ganzen Ort Gesprächsthema. Jimmys Frau Cassie Bodine Klum (Kate Bosworth) wendet sich an ihren Bruder Gator Bodine (James Franco) - seinerseits Meth-Koch - und bittet ihn darum, Broker als Rache ein wenig Angst zu machen. Als Broker und Maddy zu einem Ausritt aufbrechen, durchsucht Bodine deren Haus und findet die alten Polizeiakten. Für ihn ist klar: Broker steht seinem Geschäft im Weg und muss weg. Mit allen Mitteln. Bodine will hierfür die alten Beziehungen seiner Freundin Sheryl Mott (Winona Ryder) nutzen, um einen - seiner Ansicht nach - perfekten Plan zu schmieden. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Wer von Euch den Film unbedingt sehen will, sollte jetzt nicht weiterlesen, denn auf der nächsten Seite folgt die nicht spoilerfreie Kritik. Lasst Euch aber gesagt sein, dass Euch mit Homefront gute, bodenständige Action gepaart mit Spannung bis zum Schluss erwartet. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger, was den Film nichtsdestotrotz zu einem guten Statham-Stallone-Debüt macht.

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  • 13-01-2014
  • KinoReviews

Filmkritik: Anchorman 2

Wer sich über den ersten Teil von "Anchorman" schlapplachen konnte, der wird auch beim zweiten Teil: "Anchorman 2 - Die Legende kehrt zurück" nicht enttäuscht werden. Wie gewohnt gibt es flache Witze, Krawatten, Hemden und Anzüge im 70er-Look und die Verarsche der Medien- und News-Branche der aufkommenden 80er. Das der zweite Teil knapp 10 Jahre nach dem ersten abgedreht wurde tut der Sache keinen Abbruch. Anchorman 2 ist, was es ist, nämlich eine Fortsetzung des ersten Teils, was hier durchaus positiv gemeint ist. Die Story ist im Prinzip egal, dennoch wollen wir sie der Ordnung halber kurz zusammenfassen. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass es keine Rolle spielt, ob man Anchorman 1 schon gesehen hat, oder nicht. Der Zuschauer kann versichert sein, den zweiten Teil auch ohne diese Wissenslücke bis in seine ganze Tiefe greifen zu können. Ron Burgundy (Will Ferell) und seine Frau Veronica Corningstone (Christina Applegate) moderieren seit Jahren zusammen die News. Ron und Veronicas Chef Mack Harken (Harrison Ford), verlangt es nach Veränderung und so wird das News-Traumpaar in die Chefetage zitiert. Während Veronica den Job der Prime-Time Newssprecherin und damit des Anchorman ("Gesicht des Senders") bzw. der Anchorwoman erhält, wird Ron Burgundy gefeuert. Er stellt Veronica vor die Entscheidung "News oder ich?" und verliert. Nach Monaten des Selbstmitleids erhält er von einem Produzenten die Chance bei einem ganz neuen Konzept für Newssendungen mit dabei zu sein. Ein 24-Stunden-Newssender ist geplant und nachdem alle Jokes zu diesem Thema aus heutiger Sicht ausgeschlachtet sind, macht sich Ron auf , um sein altes Team wieder an den Start zu bekommen. Um es kurz zu machen, Ron Burgundy und seine Jungs sind wieder da wo sie hingehören, damit Lacher vor und hinter der Kamera garantiert sind. Dabei wird die Nachrichten-Branche ebenso durch den Kakao gezogen, wie die Afroamerikaner der 70er. Da der Autor Adam McKay und sein Mit-Autor Will Ferell bei ihren Witzen einfach niemanden auslassen, kann man hier von einer absoluten Gleichberechtigung der Zielgruppen sprechen. Es wird einfach alles aufs Korn genommen, was sich verarbeiten lässt. Dabei wird Adam McKay die Story zwischendurch gerne mal kurzfristig umschwenken, um ein paar Jokes mit zunehmen.

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  • 08-01-2014
  • KinoReviewsSpecials

Filmkritik: Paranormal Activity – Die Gezeichneten

Hört man den Namen "Paranormal Activity", so denkt man an eine verwackelte Kameraführung, ein paar durchaus effektive Schockeffekte sowie an eine nicht endenwollende Geschichte über einen missmutig gelaunten Hausgeist. Aber ebenso denkt man an eine äußerst erfolgreiche Filmreihe, welche das Found-Footage-Genre kinofähig gemacht hat und ohne das kaum ein Horrorfilm im vergangenen Jahr auskommen konnte. War bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts die SAW-Reihe der pure Geldgarant an den Kinokassen, wurde die Torture-Porn-Reihe im Jahr 2007 von einem neuen Horror-Franchise abgelöst: Paranormal Activity. Wie schon bei den SAW-Filmen kann man Oren Peli und Jason Blum, den Produzenten dieser übernatürlichen Filmreihe, eine gewisse Geldmacherei vorwerfen, immerhin sind die bisherigen vier Filme in den Jahren 2007, 2010, 2011 und 2012 in den Kino veröffentlicht worden. Was man Produzenten, Regisseur und Drehbuchautor mit dem neusten Teil allerdings nicht vorwerfen kann ist Einfallslosigkeit. Offiziell handelt es sich bei  dem neusten Paranormal Activity Streifen nicht um einen fünften Teil (dieser ist für 2014 geplant) sondern um ein sogenanntes Spin-Off, welches von der Handlung der bisherigen Filme losgelöst ist und seine ganz eigene Geschichte erzählt. Für Paranormal Activity – Die Gezeichneten hat Regisseur und Drehbuchautor Christopher Landon (Disturbia) das Setting und die Handlung nach Südamerika verlegt - hinein in eine Kultur, in der selbst zur heutigen Zeit noch Voodoo und okkulte Rituale praktiziert werden. Die Handlung: Zentrale Figur dieses Spin-Offs ist der junge Jesse (Andrew Jacobs), der zusammen mit seinen Freunden Hector (Jorge Diaz) und Ali (Molly Ephraim) in der Wohnung seiner ermordeten Nachbarin herum lungert, um heraus zu finden, was die Ursache für diesen unschönen Tod gewesen sein könnte. In einem verstecken Keller entdecken die adrenalingeilen Jugendlichen neben unzähligen okkulten Objekten auch Fotos von Jesse, die ihn in jüngster Kindheit zeigen. Zuschauer, die mit dem Franchise bekannt sind, wissen, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hat. So erwacht Jesse am nächsten Tag mit einer üblen und unerklärlichen Bisswunde am Arm. Von einer Nacht zum anderen bekommt Jesse übernatürliche Fähigkeiten und wird außergewöhnlich stark. Doch als die ersten mysteriösen Dinge im Haus des Jugendlichen passieren, entpuppt sich der vermutete Schutzengel als etwas völlig anderes... Ähnlich wie im ersten Teil von 2007 geht auch Paranormal Activity – Die Gezeichneten eher mäßig los, auf eine langwierige Einführung der Charaktere wird weitestgehend verzichtet, denn der Zuschauer wartet eh nur auf den einen "Hauptdarsteller" und zwar auf den schlecht gelaunten Dämon bzw. Poltergeist. Doch ausgerechnet dieser lässt wirklich mehrmals auf sich warten, nur um dann mit mehr oder minder guten Schockeffekten auf der Leinwand zu glänzen.   Nach Paranormal Activity 1-4 und einem 2010 erschienen japanischen Ableger namens Paranormal Activity – Tokyo Nights scheint mit Paranormal Activity – Die Gezeichneten sichtlich eine Art Verschleißerscheinung aufgetreten zu sein. Die bereits erwähnten Schock-Momenten treten nur vereinzelt auf und sind größtenteils sehr vorhersehbar. Für das veränderte und durchaus interessante Setting erhält der Film einen Pluspunkt, allerdings kann auch dies nicht darüber hinweg täuschen, dass Fans der Reihe wohl das Gruseln vergehen wird und lediglich Horror-Neueinsteiger das Blut gefrieren wird.

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  • 10-12-2013
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Filmkritik: Hooligans 3 – Never Back Down

Die Green Street Elite ist zurück! Acht Jahre nach Lexi Alexanders original Film erscheint Anfang Dezember schon das zweite Sequel, ebenfalls als Direct-to-DVD Version. Wir haben uns das Fan-Geprügel angesehen und verraten euch, ob Hooligans 3 Zeug für einen guten DVD-Abend hat. Der 2005 erschiene Film Hooligans gehört neben der Der Herr Der Ringe-Trilogie wohl zu den bekannteren Filmen mit Elijah Wood und erfreut sich einer großen Fangemeinde. Leider ist aber auch dieser Streifen 2009 einem ersten Sequel zum Opfer gefallen, der sich durch eine öde Story und schlechte schauspielerische Leistung nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat und nach dem Anschauen schnell wieder in Vergessenheit gerät. Umso überraschender ist da nach vier weiteren Jahren eine weitere filmische Fortsetzung. Nach Jesse V. Johnson (The Package) versuchte sich jetzt auch James Nunn (Cockneys vs. Zombies) an einer weiteren Erzählung über die Mitglieder der Green Street Elite (GSE). Und auch wie im zweiten Teil wird keinerlei Bezug auf den original Film genommen und auch auf Charaktere der vorigen Filme wurde verzichtet. Dafür trumpft Hooligans 3 – Never Back Down aber mit dem bekanntesten Hauptcharakter seit Elijah Wood auf, mit niemand geringerem als Scott Adkins! Auch das Drehbuch aus der Feder von Ronnie Thompson scheint dem Universal Soldier-Star auf den Leib geschrieben zu  sein. In dem dritten Streifen verkörpert der Stuntman und Kampfsportler das ehemalige GSE-Oberhaupt Danny, welcher sich von den kleinkriminellen Machenschaften der ´Firma´ abgewandt hat um sein Lebensunterhalt als Profi-Kämpfer zu verdienen. Als Danny die Nachricht erhält, sein Bruder sei während eines illegalen Kampfes getötet worden, sinnt dieser auf Rache und beschließt im Hooligan-Milleu die Mörder seines Bruders ausfindig zu machen. Von Green Street Elite wie wir sie 2005 kennengelernt haben ist heute nicht mehr viel übrig. Die Gemeinschaft aus prügelwütigen Fußballfans ist am Boden, die Kämpfe sind längst nicht mehr das, was sie einmal waren und wurden in Form von regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen in den Untergrund verlegt. Diese Turniere werden zwischen den einzelnen, verfeindeten Firmen ausgetragen und finden oft nachts oder in zwielichtigen Hinterhöfen statt. Die Austragungsorte sind wohl mit Bedacht gewählt, denn die Kämpfe, bei denen jeweils fünf Mitglieder aus einer Firma gegen eine andere antreten, sind nichts für Weicheier. Und genau hier zeigt Hooligans 3 – Never Back Down das, was er am besten kann: knallharte Mann gegen Mann Kämpfe, die Blut spritzend und Knochen brechend ausgetragen werden. Der genial besetzte Scott Adkins zeigt was in ihm steckt, liefert eine einwandfreie Performance ab und bringt so manchen gegnerischen Kiefer zum Knacken. Wer zumindest den ersten Film gesehen hat und die Formel kennt, den wird es nicht überraschen, dass Teil 3 mit dem Aufeinandertreffen der Green Street Elite mit dem ewigen Rivalen Millwall gipfelt. Hat man im zweiten Teil noch kläglich versucht, das Setting hinter die Mauern eines Gefängnisses zu verlegen, kehrt der dritte zurück zum Anfang. Mit Danny kehrt der Zuschauer zurück in die dreckigen Straßen eines Londoner Vorortes und auch zurück in den Pub, der der Green Street Elite als Basis dient. Der Regisseur hat sich sichtlich an dem ersten Film orientiert, zeigt die raue Welt der Londoner Hooligans, legt viel Wert auf die Beziehungen der einzelnen Charaktere und steuert von Beginn an auf die Begegnung mit dem Erzrivalen zu. Nach einer weiteren Fortsetzung von `Hooligans` hat nun weiß Gott keiner geschrien und besonders nach dem grausigen zweiten Teil dürfte so manch einer mit dieser Filmreihe abgeschlossen haben. Doch gegen alle böse Vorahnungen hat Hooligans 3 - Never Back Down die tiefe Wunde gestopft, die Hooligans 2 verursacht hat. Eine Rückkehr zu den Wurzeln war denkbar ratsam und dank Scott Adkins und weiteren, gut ausgewählten Schauspielern sind dieses Mal sogar die einzelnen Charaktere recht interessant gestaltet. Abwechslung in die eher einfach gestrickte Rache-Story bringt da Kavey Barnfield (Resident Evil: Afterlife) als Inhaberin des Pubs und kleines Liebesintermezzo von Danny. Fazit: Hooligans 3 - Never Back Down ist brutaler, gnadenloser und tiefgründiger als seine Vorgänger. Das Konzept einer simpel gestrickten Rache-Story reicht für diese Art Film absolut aus, doch leider zündet ein spät auftauchender Twist so gar nicht und der Streifen geht ohne jegliche Besonderheit zu Ende. Regisseur James Nunn hat einen Film geschaffen, der definitiv besser ist als Teil zwei und auch den ersten Film mit Respekt behandelt, doch Hooligans 3 - Never Back Down ist und bleibt ein weiteres Sequel und ist daher nur Liebhabern des Originals zu empfehlen.

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