• 30-10-2014
  • KinoReviews

Gewinnspiel: „Irre sind männlich“

Zum Heimkinostarts der herzlichen Komödie "Irre sind männlich" verlost IOFP tolle Preise. Schnell die Quizfrage beantworten und einen der tollen Preise absahnen! Als Daniel (Fahri Yardim) wegen seiner krankhaften Eifersucht von Mia (Josefine Preuß) verlassen wird, legt sie ihm eine Therapie nahe. Sein bester Freund Thomas(Milan Peschel) nimmt aus Solidarität mit ihm an einer Familienaufstellung teil und entdeckt dabei einen willkommenen Nebeneffekt: Mit falschem Namen und erfundenen Problemen lassen sich von den beiden Therapietouristen reihenweise Frauen abschleppen. Auf einem Wochenendworkshop der Psycho-Koryphäe Schorsch Trautmann (Herbert Knaup) kommt die therapiesüchtige Anwältin Sylvie (Marie Bäumer) den beiden auf die Schliche. Von nun an werden die Sitzungen zur postkoitalen Belastungsprobe und das erklärte Ziel, die bekannte Schauspielerin Bernadette (Peri Baumeister) flach zu legen, rückt immer mehr in weite Ferne. IOFP.de zog zum Heimkinostart von „Irre sind männlich“ das Fazit, dass der Streifen gekonnt mit den Konventionen der Durchschnitts-RomCom zu kokettieren weiß. Zusammen mit den Darstellern ergibt sich so das Bild einer deutschen Komödie, wie es sie nur alle Jubeljahre mal zu sehen gibt. Damit sich unsere Leser selbst davon überzeugen können...  ... verlosen wir zweimal die DVD zum Film! Ihr wollt Euch "Irre sind männlich" auf gar keinen Fall entgehen lassen? Dann schnell folgende Frage beantwortet und die Lösung mit dem Betreff "Mauern" an win@iofp.de geschickt. Wer führte Regie bei "Irre sind männlich"? Teilnahmebedingungen: Der Einsendeschluss ist der 06.11.2014 23:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Pro Teilnehmer ist nur eine Mail / Einsendung gestattet. Mitarbeiter von iofp/ingame sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

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  • 21-08-2014
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Heimkino-Tipp: „The LEGO Movie“

Ein Film aus Bauklötzen? Ist das nicht total retro? Und wie! Und genau deshalb ist "The LEGO Movie" ein solches Erlebnis! Zum Heimkino-Start hat IOFP den kunterbunten Animationsspaß aus dem Hause Warner Bros. Animation für Euch gesehen und ist hellauf begeistert. Die Konkurrenz im seit Jahren tobenden Kampf um den Titel „erfolgreichstes Animationsstudio der Welt“ hat ab dieser Woche einen neuen Kandidaten hinzugewonnen. Während Pixar qualitativ nach wie vor das Maß aller Dinge ist und Walt Disney mit "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" derzeit den meistgesehenen Vertreter stellt, nehmen vor allem Illumination ("Ich – Einfach unverbesserlich 1 und 2") sowie die für "Ice Age" und "Rio" verantwortlichen Blue Sky Studios merklich die Verfolgung auf. Und selbstredend wird auch Dreamworks Animation weiterhin mitmischen; bereits im Sommer dieses Jahres erscheint der zweite Teil der hochgelobten "Drachenzähmen leicht gemacht"-Reihe. Um die Animationsschmiede Warner Bros. Animation entbrannte nie der Hype, der seinen Mitbewerbern vergönnt war. Zu den einzigen großen Hits von WBA gehörten bislang hauptsächlich "Space Jam" und "Looney Tunes: Back in Action" – letzterer liegt mittlerweile 11 Jahre zurück. So sah sich Warners Animation-Factory lieber in der Gestaltung bekannter Serien und ließ das Spielfilm-Segment über ein Jahrzehnt fast beiseite. Um sich mit "The LEGO Movie" in diesem Jahr mit einem Knall zurückzumelden. In den USA hielt sich das dreidimensionale Filmerlebnis wochenlang auf Platz eins der Kinocharts und spielte bei einem Budget von rund 60 Millionen US-Dollar fast das Siebenfache wieder ein – bislang. Die Einnahmen aus dem Merchandising und der DVD-Auswertung stehen noch aus. Der Erfolg der kleinen Steinchen Verwunderlich ist dieser Erfolg keineswegs. Seit der Firmengründung 1932 gehören die Sets und Bausteine des dänischen Konzerns LEGO zu den meistverkauften Spielwaren weltweit. Als Kind mündete die Entscheidung „Lego oder Playmobil?“ rasch in einen Gewissenskonflikt – und hielt schließlich ein Leben lang. Auch die mit viel Fanliebe selbst gedrehten Videos, bei Youtube derzeit rund 10.000.000 an der Zahl, erfreuen sich vor allem bei der älteren Generation einer immensen Beliebtheit. Sich dessen bewusst, kreierten die Regisseure von "The LEGO Movie", Phil Lord und Chris Miller ("22 Jump Street") eine dem Geschmack des LEGO-Fandoms entsprechende Welt, in der die Fantasie keine Grenzen kennt. Zu 100 Prozent aus (virtuellen) Legosteinen gebaut und mit seiner perfekt aufeinander abgestimmten Mischung aus Stop-Motion- und CGI-Technik lassen die Filmemacher den Traum eines jeden LEGO-Nerds wahr werden: "The LEGO Movie" sieht aus wie von Hand gebaut und live bespielt. Emmet (gesprochen von Patrick Schröder) ist ein ganz normaler, völlig durchschnittlicher Typ, der stets all die Regeln befolgt, die ihm der regierende Lord Business vorgibt. Durch ein Missverständnis hält ihn die rebellische Lucy alias Wyldstyle (gesprochen von Claudie Urbschat-Mingues) für „den Besonderen“ – einen außergewöhnlichen Helden, der als Einziger die Welt retten kann. Begleitet von einer Gruppe von Fremden, startet Emmet eine gewaltige Mission: Wird er es rechtzeitig schaffen, dem über alles herrschenden Tyrann Lord Business das Handwerk zu legen und die Welt vor ihrem immerwährenden Stillstand zu bewahren? Prominente LEGO-Fans In einem unterscheiden sich die US-amerikanische Fassung von der, die hierzulande in den Kinos gezeigt wird: die Promidichte unter den Synchronsprechern aus Übersee ist enorm. So kann "The LEGO Movie" in den USA im Gegensatz zu Deutschland zwar nicht mit dem Original Batman-Sprecher aufwarten (David Nathan ist in seiner Paraderolle einmal mehr hervorragend aufgelegt), doch mit Jonah Hill, Channing Tatum, Colbie Smulders, Elizabeth Banks, Morgan Freeman, Liam Neeson und Will Farrell als Oberschurke Lord Business ist das kunterbunte Baustein-Abenteuer ein einziges Schaulaufen von Hollywoods A-Riege. Auf deutschem Boden wird man jedoch nicht etwa mit einer schnöden Mittelklasse-Synchronisation abgespeist. Zwar ist selbst David Nathan allenfalls dem durchschnittlichen Synchro-interessierten Zuschauer ein Begriff; trotz ihres nicht vorhandenen Promi-Status machen sämtliche am deutschen Voice-Over beteiligten Sprecher einen großartigen Job. Patrick Schröder (u. A. Michael Sheen, John White) verleiht seinem Emmet, dem Paradebeispiel eines unauffälligen Durchschnittstypen, die perfekte Mischung aus Skepsis und Abenteuerlust, während Claudia Urbschat-Mingues (u. A. Jada Pinkett Smith und Jennifer Connelly) mit ihrer Stimme ordentlich rebellisch sein darf. Vor allem durch das Weglassen modern gewordener Promi-Sprecher bleibt der Fokus auf den Figuren selbst. Da braucht es keinen Manuel Neuer, keinen Boris Becker oder Roberto Blanco. Visuell spielt "The LEGO Movie" offenkundig in einer gänzlich anderen Liga als "Die Monster Uni" und Co. Nachdem das Animationsstudio Laika Animations 2012 mit "ParaNorman" die Stop-Motion-Technik wiedererweckte und Disney ein Jahr später mit "Frankenweenie" nachzog, bauen nun auch Phil Lord und Chris Miller auf den Retro-Look. Im Stile der eingangs erwähnten LEGO-Fanvideos lassen die Animatoren der australischen Firma Animal Logic (erweckten bereits "Happy Feet" und "Die Legende der Wächter" zum Leben) ihre LEGO-Männchen so über die Leinwand jagen, als hätte man diese Bild für Bild montiert. Dass der Film eigentlich aus dem Computer stammt, ist für das durchschnittliche Auge nur dann zu erkennen, wenn das Staunen über die komplexe Arbeit Überhand nimmt. Kurzum: Irgendwann muss einfach die digitale Technik nachgeholfen haben. Dieser ganz besondere Look Den über alle Maße beeindruckenden Bildern tut das Zurückgreifen auf computergenerierte Effekte jedoch keinen Abbruch: Die Welten, in die uns "The LEGO Movie" in seiner perfekt ausgenutzten Laufzeit von rund 100 Minuten entführt, sind von solch einem Detailreichtum, dass vor allem den LEGO-Konstrukteuren unter den Kinogängern der Mund offen stehen bleibt. Eines der Highlights bildet ein (selbstverständlich) ausschließlich aus LEGO-Steinen gebautes Meer; die unterschiedlichen Blau-Töne und sogar die einzelnen Schaumkronen, die sich wellenförmig ausbreiten, lassen in einem bisweilen den Wunsch aufkommen, mit solch einer Kreativität gesegnet zu sein, wie es augenscheinlich die verantwortlichen Animations-Designer sind. Perfekt gleichen sich atemberaubende Kulissen, die an fertige Bausets erinnern, mit denen aus, die auf den ersten Blick wahllos zusammengesetzt wurden. Doch der Schein trügt: Im hier erschaffenen Filmuniversum hat jeder Baustein seinen Sinn. Anders als in den USA kritisiert ist "The LEGO Movie" nicht die erwartete Selbstbeweihräucherung oder gar der raffinierte Werbe-Schachzug seitens des dänischen Spielekonzerns. Der Film ist eine Ode an die Kreativität. Nicht umsonst sorgt das Wort „Anleitung“ unter unseren gelben LEGO-Freunden im Film regelmäßig für Angst und Schrecken. "The LEGO Movie" lässt Themenwelten verschwimmen und überlässt es schlussendlich dem Zuschauer, seine ganz eigene LEGO-Welt zu kreieren. So kommt es auch, dass der Film sich nicht explizit an eine Altersgruppe richtet. Erst recht nicht an die augenscheinlich anvisierte der Unter-12-jährigen. Vor allem auf der Humor-Ebene ist "The LEGO Movie" erstaunlich erwachsen. Meta-Humor und solcher, der ein gewisses popkulturelles Vorwissen erfordert, sorgen ganz sicher nicht für Kinderlachen. Doch dies ist kaum von Bewandtnis; sind die Jüngeren unter den Zuschauern doch viel zu sehr damit beschäftigt, über wohldosierten Slapstick zu lachen und die faszinierenden Welten zu bestaunen. Fazit "The LEGO Movie" erweist sich als klarer Anwärter auf den Titel „Bester Animationsfilm 2014“. Um es mit den Worten von Emmet zu sagen: Hier ist alles super!

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  • 14-07-2014
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Filmkritik: „Transformers: Ära des Untergangs“

Die "Transformers"-Filme sind nicht gerade dafür bekannt, Kritikerlieblinge zu sein. Zurecht, möchte man meinen. Doch trotz aller Seelenlosigkeit ist auch "Transformers: Ära des Untergangs" ein einwandfreier CGI-Blockbuster geworden. Mehr zum Film lest Ihr bei IOFP. Sie sind wieder da! Im Rahmen des US-Starts von Michael Bays viertem Beitrag zum „Transformers“-Franchise nutzte der umstrittene Bombastregisseur die Gunst der Stunde, um einmal mehr gegen die internationale Filmpresse zu wettern. Ihm zufolge würde diese das Konzept seiner Unterhaltungsfilme schlicht nicht verstehen und sich dementsprechend zu Unrecht auf seine Werke einschießen. Ausschlaggebend seien ohnehin nur die Besucherzahlen und diese sprechen schließlich Bände: Mit einem Einspiel von über 300 Millionen Dollar am Startwochenende stellt „Transformers: Ära des Untergangs“ den bislang erfolgreichsten US-Kinostart des Jahres. Betrachtet man diese Aussage, so muss man neidlos anerkennen, dass der Filmemacher und Produzent zumindest in einem Punkt Recht hat: Die Zuschauerzahlen seiner letzten drei Hasbro-Blockbuster beweisen, dass es eine breite Masse an Kinogängern gibt, die gewillt ist, zweieinhalbstündige Materialschlachten auf der großen Leinwand zu verfolgen und dafür immer höher ausfallende Ticketpreise in Kauf zu nehmen. Inwiefern ebenjenes Publikum Bays Filme „liebt“, wie der Regisseur es im Zusammenhang des Kritiker-Rundumschlages behauptete, kann man im Nachhinein kaum rückverfolgen. Doch das Interesse an den Roboter-Blechbüchsen ist auch 2014 mehr denn je vorhanden. Auch muss man Michael Bay zugestehen, dass die Herangehensweise seitens der Journalisten oftmals die Falsche ist: Wer sich ein weitestgehend objektives Bild derartiger Filme machen möchte, kommt zwar unweigerlich zu dem Schluss, dass hinter der „Transformers“-Reihe weder charakterliche Tiefe, noch ein gelungenes Storytelling (geschweige denn eine bemerkenswerte Story) steckt. Konzentriert man sich jedoch darauf, den Film als das zu bewerten, das er ist – ein auf Schauwerte und Spektakel getrimmtes Effektfeuerwerk – muss man auch an dieser Stelle zugeben, dass es der Macher von Filmen wie „Armageddon“ und „Pearl Harbor“ wie keiner Zweiter versteht, massentaugliche Action zu konzipieren. „Transformers: Ära des Untergangs“ ist so präzise auf den Status „Bay-Blockbuster“ geeicht, dass der Streifen in seiner Dreistigkeit und Konsequenz ein Meisterwerk geworden ist; zumindest solange man nicht auf die Idee kommt, den Film mit dem zu vergleichen, was man in der Filmbranche als „echte Kunst“ bezeichnet. Cade (Mark Wahlberg) ist alleinerziehender Vater seiner 16-jährigen Tochter Tessa (Nicola Peltz) und kommt als erfolgloser Erfinder mehr schlecht als recht über die Runden. Sein Leben soll sich schlagartig ändern, als er zu Bastelzwecken einen alten Truck ersteht, der sich als Optimus Prime entpuppt – jenem Anführer der Autobots, der sich in vielen Schlachten bereits gegen die Angriffe der Decepticons zu Wehr setzte. Nach dem verhängnisvollen Battle in Washington DC hat sich ein Großteil der Menschen gegen sämtliche Transformers verschworen. Ohne zu wissen, worauf er sich einlässt, macht Cade Optimus Prime wieder flott und gerät alsbald ins Visier der Regierung. Diese hat auf die Ergreifung der Alien-Wesen eine hohe Belohnung ausgesetzt. Cade, Tessa und ihrem Freund Shane (Jack Reynor) gelingt es, zu fliehen; nicht wissend, dass eine Schlacht um die Erde einmal mehr unmittelbar bevorsteht… Spektakel in 3D Nehmen wir dieser Rezension das Unumgängliche einmal vorweg: „Transformers: Ära des Untergangs“ ist in seiner plotbedingten Banalität, aber auch in der inszenatorisch vorhersagbaren Erzählweise ein Paradebeispiel für belangloses Popcornkino. Als hätte sich Michael Bay an einer Strichliste entlang gehangelt, serviert der Filmemacher seine obligatorischen Sonnenuntergangsschwelgereien, 365-Grad-Kammeraschwenks, grimmig dreinblickende Bösewichte in schwarzen Anzügen und Sonnenbrillen, sexy in Szene gesetzte Blondinen und Explosionen im Minutentakt. Das mag billig und berechenbar sein; ungeachtet dessen hat es jedoch gerade deshalb einen enormen Unterhaltungswert, weil der klassische Michael-Bay-Blockbuster des neuen Jahrtausends nach diesen Versatzstücken funktioniert und die Fangemeinde der Actionfigur-Verfilmung ihr Franchise genau deshalb schätzt. Doch sogar der Gelegenheitskinogänger vermag sich vor allem dem visuellen Reiz derlei Produktionen nicht lange zu entziehen: Michael Bay gibt dem Begriff „Hochglanz-Look“ ein neues Gesicht. Vor allem die Aufnahmen in den durchgestylten Bürogebäuden werden selbst die Designer moderner Apple-Stores gelb – pardon – lackweiß vor Neid werden lassen! Nach Shia laBeouf, der sich neuerdings lieber dem Skandalkino eines Lars von Triers widmet, steht in „Ära des Untergangs“ ab sofort Mark Wahlberg („Pain & Gain“) im Mittelpunkt der Erzählung. Ganz gleich, ob das haltlose Skript (Ehren Kruger, „Ring“) dem Hollywoodmimen überhaupt die Gelegenheit gibt, Schauspielkönnen abzurufen: Als One-Man-Weltenretter funktioniert der ehemalige Ted-Buddy ganz ausgezeichnet. Nicht zuletzt, weil Wahlberg lange nicht mehr so gut in shape war wie zur Zeit und auch deshalb, da Michael Bay als Inszenator der Victorias-Secret-Werbespots genau weiß, wie er (halb-)nackte Körper vor der Kamera am besten zur Geltung bringt. Dass er auch vor der im Film sechzehnjährigen Teenagerin Tessa nicht Halt macht, ist grenzwertig, doch immerhin darf Nicola Peltz ihre Klamotten im Gegensatz zu ihren beiden Vorgängerinnen Megan Fox und Rosie Huntington-Whiteley anbehalten. Dass ein Film des „Transformers“-Franchises nicht mit tiefgehenden, oder überhaupt interessanten Dialogen aufwartet, erklärt sich von selbst. Auch das Skript des vierten Teils ist voll von Pathos und Belanglosigkeiten. Doch die trotz dessen in die Lichtspielhäuser strömende Zielgruppe wird wohl andere Gründe haben, zweistellige Summen für ein Kinoticket auszugeben. Bays 210 Millionen US-Dollar teure Materialschlacht hat selbstredend andere Stärken, die bei „Transformers: Ära des Untergangs“ für die Daseinsberechtigung sorgen. Der auf Blockbuster spezialisierte Kameramann Amir Mokri („Man of Steel“) fängt gigantische Bilder ein und inszeniert vor allem die Actionszenen wesentlich übersichtlicher als es in den drei Vorgängern der Fall war. Wie die Effektspezialisten ihre CGI-Orgien mit den Bombastsets verschiedener Großstädte verschmelzen lassen, ist gerade in 3D ein echtes Erlebnis und übertrumpft die ohnehin überbordenden Actionsequenzen aus „Transformers 1-3“ um Längen. Auch die Kurzweiligkeit ebenjener Krawumm-Orgien hat einen enormen Vorteil auf das Sehvergnügen: Trotz seiner geschlagenen 165 Minuten Laufzeit schaut sich „Ära des Untergangs“ kurzweilig und ist trotz der vielen, unterschiedlichen Erzählstränge nicht langweilig oder gar verwirrend – zugegebenermaßen möchte man einem Michael-Bay-Film Letzteres ohnehin nicht zutrauen. Des Weiteren kristallisiert sich alsbald Stanley Tucci als weiterer Pluspunkt des Actionstreifens heraus. Nachdem sich der Mime zuletzt durch seine Moderatoren-Rolle in „Die Tribute von Panem“ viele Fans machte, schlüpft er auch in „Transformers: Ära des Untergangs“ einmal mehr in die Rolle eines Exzentrikers. Dadurch werden ihm nicht nur die besten One-Liner zuteil, er sorgt auch für die Prise Witz, die im Vergleich zu den ersten drei „Transformers“-Filmen äußerst gering ausfällt; geschuldet vermutlich den kritischen Stimmen, die sich angesichts der humorvollen, ersten Stunde des dritten Teils unzufrieden zeigten. Fazit Transformers: Ära des Untergangs“ ist definitiv kein guter Film – solange man ihn an den gängigen Kritiker-Maßstäben misst. Für Fans des modernen (Bay-)Blockbusters, vornehmlich der ersten drei „Transformers“-Teile, bietet Part vier jedoch ein herausragendes CGI-Spektakel vor tollen Kulissen, auf technisch einwandfreiem Niveau und in brillantem 3D. Und nach wie vor haben auch solche Produktionen eine definitive Daseinsberechtigung!

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  • 06-05-2014
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Blu-ray-Kritik: Lost Place

Fragt man Heimkinogucker nach einem guten deutschen Horrorfilm um Rat, so würde den meisten vermutlich nicht einmal ein einziger einfallen. Das Vorurteil, die Deutschen könnten keine vernünftigen Horrorstreifen produzieren, hält sich nach wie vor hartnäckig. Mit Lost Place will man nun diesem Vorurteil ein Ende bereiten, ob dies gelungen ist verraten wir euch in unserer Kritik. Geocaching ist eine Art virtuelle Schnitzeljagd bei der man mit Hilfe eines GPS-Gerätes besondere Punkte aufspüren und vor Ort dann Rätsel lösen muss, dessen Antworten einen dann zu einem neuen Ort führen. Der 17-jährige Daniel (François Goeske) und die gleichaltrige Elli (Jytte-Merle Böhrnsen) sind große Fans solcher Schatzsuchen für das 21. Jahrhundert. Die beiden haben sich in einem Internetchat kennengerlernt und führen ihre erst gemeinsame Schatzsuche zusammen mit ihren Freunden Thomas (Pit Bukowski) und Jessica (Josefine Preuß) durch. Die beiden Begleitet sind allerdings nur gezwungenermaßen und eher passiv bei der Sache. Die Suche nach neuen Hinweisen führt die vier in ein abgesperrtes Gebiet mitten im Pfälzer Wald. Nach erfolgreichem Fund des Finalen ´Schatzes´ wollen sich die abenteuerlustigen Teenager eine entspannte Zeit in dem abgelegenen und ruhigen Wäldchen machen. Als der Gruppe jedoch plötzlich ein Mann (Anatole Taubmann) in einem Strahlenschutzanzug gegenüber steht, wissen die vier das hier in etwas sehr bedrohlichem gelandet sind... Nicht wer sondern was. Lost Place ist ein sichtlich hochwertig produzierter Horrorfilm aus deutscher Hand. Naturaufnahmen sowie düstere Szenarien kommen besonders auf dem detaillierten Bildmaterial der Blu-ray Disc zum Vorschein. Schon seit der ersten Minute wird der Film von einem permanent düsteren Soundtack untermalt, so dass der Zuschauer nicht umhin kommt zu ahnen das sich etwas sehr unheilvolles zusammen braut. Regisseur und Drehbuchautor Thorsten Klein hat sich für sein Regiedebut etwas äußerst innovatives einfallen lassen. In diesem Horrorfilm sucht man massenmordende Einzelgänger wie den Kettensegenmörder vergebens. Bei dem Antagonisten handelt es sich hierbei nämlich nicht um eine Person sondern um das abgesperrte Gebiet selbst, dieses wurde in den frühen Jahren des Kalten Krieges nämlich vom amerikanischen Militär für diverse Testversuche verwendet... mit einigen Nebenwirkungen. Ebenfalls konzentriert sich der Film auf einen überschaubaren Cast, welcher zumeist nur aus den vier Teenagern und zwei bis drei weiteren Darstellern besteht. François Goeske (Besser als nix), Jytte-Merle Böhrnsen (Schutzengel) und Pit Bukowski (Der Samuari) können bereits einige Filmprojekte vorweisen, dennoch werden sie in den meisten Szenen von Josefine Preuß (Die Pilgerin) und ihrem schauspielerischem Talent sichtlich in den Schatten gedrängt. Die 28-jährige tritt in diesem Film zwar nur in einer Nebenrolle auf doch sobald sie auf dem Bildschirm zu sehen ist nimmt sie sämtliche Präsenz für sich ein. Zu guter letzt bringt Anatole Taubmann (Casino Royale) mit seinem kurzen Gastauftritt ein wenig Hollywood-Flair in diese deutsche Produktion. Horror mit Zulagen. Nach Ablauf der rund 101 Minuten vom Hauptfilm kommen zufriedenen Zuschauer noch ein wenig weiter in den Genuss des Filmes, denn in den Bonus-Features finden sich nochmal weitere 100 Minuten Extramaterial, darunter Interviews mit den Schauspielern, entfallene Szenen, Aufnahmen des Soundtracks sowie ein Video-Tagebuch. Abgerundet werden diese Extras durch eine ganzen Reihe von anderen Filmtrailern mit denen Anregungen für kommende Filmanschaffungen gefunden werden können. Desweiteren sollte unbedingt die Seite des Soundeffektes und des Soundtracks positiv hervor gehoben werden. Immerhin gehört Lost Place zum ersten Film, welcher eine neue Surround-Sound Technik namens Dolby Atmos einsetzt und bei der der Zuschauer mit mehreren Boxen von allen Seiten mit der permanent finsteren Hintergrundmusik beschallt werden kann. Zusätzlich einsetzende Soundeffekte bei Jumpscare-Momenten tragen da ihr übriges zu bei. Zudem wurde dieser Gruselstreifen mit einer Red-Epic-Kamera gedreht, welche auch schon bei Peter Jacksons ´Der Hobbit´-Trilogie zum Einsatz kam. Um das ganze technisch komplett zu machen kann Lost Place wahlweise auch in einem akzeptablem 3-D abgespielt werden. Fazit Wer bei diesem Horrorfilm ein Blutbad und klassisch sterbende Teenager erwartet, der wird bei Lost Place teilweise enttäuschend werden. Wer jedoch mal einen durchdachten, hochwertig produzierten Gruselstreifen aus deutscher Feder sehen möchte, der wird mit diesem Film auf seine Kosten kommen. Lost Place ist eine beispielhafte, für Deutschland mutige Filmproduktion, welche zwar mit ein paar kleinen Story-Holpern daher kommt, jedoch auch zeigt dass Film-Deutschland sehr wohl annehmbare Horrorfilme produzieren kann.

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  • 03-05-2014
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Filmkritik: „Nächster Halt: Fruitvale Station“

Wenn Fremdenhass und Polizeiwillkür aufeinandertreffen, ereignet sich das, was in der Silvesternacht 2008/2009 an der U-Bahnstation Fruitvale passierte. Damals erschoss ein weißer Polizist einen Schwarzen. Regisseur Ryan Coogler setzt dem Opfer mit seinem Drama "Nächster Halt: Fruitvale Station" nun sein filmisches Denkmal. Ohne auf Biegen und Brechen Wut zu schüren, dafür umso ergreifender gelingt dem Filmemacher ein großartiges Biopic. Das Schicksal des mit 22 Jahren Polizeiwillkür und Fremdenhass zum Opfer gefallenen Oscar Grant kennt in den USA so gut wie jeder, der sich auch nur ansatzweise mit Rassismus und Gewalt gegen Schwarze auseinandersetzt. Der sich in der Silvesternacht 2008/2009 an der Underground-Station Fruitvale ereignete Vorfall ließ die schwarze Gesellschaft schockiert zurück und gab der unkontrollierten Polizeigewalt Weißer gegen Schwarze ein Gesicht. Noch heute pilgern Tag für Tag Tausende Menschen zur Fruitvale Station in Oakland, legen Blumen nieder und gedenken Oscar Grant sowie seiner Witwe und Tochter, die er in dieser verhängnisvollen Nacht allein zurückließ. Der für den tödlichen Schuss auf Grant verantwortliche Polizist plädierte damals auf fahrlässige Tötung – habe er sein Elektroschock-Gerät doch versehentlich mit der Schusswaffe verwechselt. Der Richterspruch: 2 Jahre und 11 Monate Haft. Für viele bis heute unverständlich. Kurzfilm-Regisseur Ryan Coogler setzt dem Opfer in seinem Langfilm-Debüt “Nächster Halt: Fruitvale Station” ein filmisches Denkmal und beweist darin zum einen, dass Spekulationen um eventuelle Oscar-Nominierungen in der vergangenen Award-Saison nicht von ungefähr kamen, zum anderen aber auch, wie wenig Mittel es benötigt, um herzergreifendes Kino zu machen. Die letzten 24 Stunden im Leben des Oscar Grant Als Oscar Grant (Michael B. Jordan) am Morgen des 31. Dezember 2008 aufwacht, spürt er, dass etwas in der Luft liegt. Ohne genau zu wissen, was es ist, nutzt er die Gelegenheit, um endlich seine guten Vorsätze in die Tat umzusetzen: Als Vater, Partner und Sohn möchte er ein besserer Mensch werden. Für seine vierjährige Tochter Tatiana (Ariana Neal), die ihn trotz eines zweijährigen Gefängnisaufenthalts noch immer vergöttert, für seine Freundin Sophina (Melonie Diaz), mit der er nicht immer ganz ehrlich war, und für seine Mutter (Octavia Spencer), die an diesem Silvestertag Geburtstag hat. Freunde, Familie und Fremde kreuzen seinen Weg, doch im Laufe des Tages muss Oscar feststellen, dass Schwierigkeiten und Herausforderungen nicht ausbleiben, wenn man sich selbst und sein Leben verändern will. Von seinem Plan, ein besserer Mensch zu werden, will er sich trotzdem nicht abbringen lassen. Aber soweit kommt es nicht: nach einer fröhlichen Silvesternacht in San Francisco gerät er auf seinem Rückweg im Zug in einen Streit. Vollkommen unerwartet wird er von einem weißen Polizisten erschossen – in der U-Bahn-Station Fruitvale. Mit “Nächster Halt: Fruitvale Station” überrascht Ryan Coogler, der nicht nur auf dem Regiestuhl platznahm, sondern auch das Drehbuch schrieb, gleich auf mehreren Ebenen. Schon bei der Wahl des Hauptakteurs Michael B. Jordan, der mit seinen 27 Jahren perfekt auf die Rolle des nur fünf Jahre jüngeren, realen Vorbilds passt, beweist der Filmemacher Mut. Mit Jordan greift er auf einen Darsteller zurück, dessen Image des Teenie-Schwarms in der Vergangenheit durch Filme wie “Chronicle”, “Red Tails” und “Für immer Single?” unterstrichen wurde. In “Fruitvale Station” schlüpft der Schauspieler nicht nur in eine Figur gänzlich anderer Ausrichtung, sondern verkörpert die dabei auch derart glaubhaft, dass es ihm gelingt, die 85 Filmminuten in Gänze allein zu tragen. Ganz gleich ob Oscar Grant in der Realität tatsächlich ein derartiger Sympathling war, oder ob einige kritische Stimmen Recht behalten und Skript sowie Film dessen Lebensstil beschönigen: Michael B. Jordans nuancierte Spielweise verleiht seiner Figur eine ungeheure Intensität, die das Publikum nach und nach mit einer facettenreichen, ungeheuer interessanten Figur konfrontiert. Im Laufe der Zeit lernt der Zuschauer die Liebenswürdigkeit, aber auch die Schattenseiten Oscar Grants kennen und fühlt sich so schneller als erwartet wie ein enger Vertrauter. Ohne Effekthascherei, intensiv erzählt Zu einer solch intimen Sichtweise trägt vor allem die reduzierte Inszenierung bei. Technische Spielereien hat “Nächster Halt: Fruitvale Station” keine zu bieten. Ludwig Göransson, der bereits Filme wie “Wir sind die Millers” und Serien wie “Community” musikalisch ausstattete, kreiert hier einen solch zurückhaltenden Score, dass er bei all den vielen, emotionalen Eindrücken nahezu untergeht. Passend dazu dreht die so gut wie unbekannte Kamerafrau Rachel Morrison ihren Film fast durchgehend mit der Handkamera. Hochglanzaufnahmen oder ein typischer Hollywoodlook hätten “Nächster Halt: Fruitvale Station” niemals derart gut getan, wie es die unverfälschten, fast dokumentarischen Aufnahmen von Morrison tun. Sogar die obligatorisch gewordenen Aufnahmen von Stadt und Umgebung sind hier keine Lückenfüller, sondern dienen als bewusst gewählte Impressionen der Lebensumstände des Protagonisten. Mit ihrer Kamera stets ganz nah am Geschehen gerät der Einblick in Oscar Grants Leben so nahe und lebensecht, dass einen das Finale umso härter erwischt – auch wenn das Publikum durch Handybilder schon vor dem Vorspann über den Ausgang der Geschichte informiert wird. Gerade dieser inszenatorische Kniff beraubt “Nächster Halt: Fruitvale Station” jedoch auch um ein klein wenig Spannung. Obgleich die Macher die Kenntnis um die Hintergründe und Konsequezen der Geschichte augenscheinlich voraussetzen, hätte es dem Suspenseaufbau gut getan, auf das sehr frühe Verraten des Story-Ausgangs zu verzichten. So könnte sich ein Teil der Zuschauerschaft möglicherweise um eine Art Überraschungseffekt beraubt fühlen. Trotzdem manövriert Ryan Coogler seinen Cast so stilsicher durch die Geschichte, kehrt die einzelnen Charakterzüge so treffend heraus und setzt solch punktgenaue Plot-Akzente, dass der Schlussakt zu einem ungemein nahegehenden Kinoerlebnis gerät. Ganz so, als hätte man gerade von dem Verlust einer einem persönlich nahestehenden Person erfahren. Zusammen mit der absolut perfekt auf den Punkt gewählten Schwarzblende wirkt die Story auch noch Tage später nach. Neben Michael B. Jordon agiert der übersichtliche Cast ebenso berührend. Allen voran Melonie Diaz (“Save the Date”) durchläuft innerhalb der eineinhalb Stunden einen glaubhaften Wandel. Verurteilt sie ihren Lebenspartner zu Beginn noch für dessen Abdriften auf die schiefe Bahn, honoriert sie schließlich dessen Bemühungen darum, ein besserer Mensch zu werden. Das alles innerhalb eines auf knapp neunzig Filmminuten herunter gekürzten Tages glaubhaft darzustellen, ist beachtlich. Nachwuchsaktrice Ariana Neal (“Repentance”) komplettiert das junge Familienglück, während Octavia Spencer (“The Help”) als besorgte Mutter für einige der ausdrucksstärksten Szenerien verantwortlich ist. Wenn Spencer herzzerreißend um ihren toten Sohn weint, kommt man kaum mehr drum herum, nicht auch die eine oder andere Träne zu vergießen. Fazit “Nächster Halt: Fruitvale Station” ist trotz oder gerade wegen seines für viele bekannten Ausgangs das äußerst aufwühlende Portrait eines jungen Mannes, der dem Publikum entgegen der zweifelhaften Vergangenheit unweigerlich ans Herz wächst. Überragend gespielt wirft das Drama einen der intimsten Blicke der Filmgeschichte auf das Thema Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass – warum die Academy das nicht für auszeichnungswürdig hielt, wird wohl ein Rätsel bleiben.

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  • 22-04-2014
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Blu-ray-Kritik: „The Borderlands“

Und nochmal ein Schwung Found-Footage-Horror. In "The Borderlands" wird in einer alten Kirche gespukt, doch ob ihr euch dabei gruselt oder kopfschüttelnd das Fernsehzimmer verlassen müsst, lest ihr in unserer Filmkritik. Bei der Taufe eines Kleinkindes spielen sich in einer ländlichen kleinen Kirche seltsame Dinge ab: Neben einem dumpfen Grollen sorgen umfallende Kerzen und sich verschiebende Kerzenleuchter für ungewollte Gänsehautstimmung unter den anwesenden Gästen. Die örtliche Diözese ist alarmiert und schickt drei kirchliche Ermittler zum Schauplatz des umstrittenen Ereignisses. Die verlassen sich aber nicht nur auf ihren guten Glauben, sondern wollen dem Phänomen mit moderner Technik zu Leibe rücken. Ausgestattet mit einer Kopfkamera – die nicht zuletzt beim Zuschauer für den mehr oder weniger beliebten Found-Footage-Blickwinkel sorgen soll – sowie diversen anderen Geräten zur Aufzeichnung paranormaler Erscheinungen, machen sich die drei ungleichen Talar-Detektive daran, das Geheimnis zu lüften. Nach einer holprigen Einführung der Charaktere in ihrem Hotelzimmer  - so eine amateurhaft wirkende Synchronisation wie in "The Borderlands" habt ihr sicher lange nicht gehört – geht es dann auch direkt zum Pfarrer der Kirche, der felsenfest behauptet, in seiner Kirche habe sich ein Wunder zugetragen. Wundern tut sich hier aber nur der Zuschauer: Die Verkleidung des Gottesmannes wirkt wie aus einem schlechten Kostümverleih und ist mindestens zwei Nummern zu klein geraten. Nur gut, das sich der Priester wenige Filmminuten später aus unerklärlichen Gründen vom Kirchturm stürzt – wahrscheinlich hatte er bis zu diesem Zeitpunkt endlich das komplette Drehbuch von "The Borderlands" gelesen. Bleiben unsere drei Ermittler, die sich eifrig daran machen, die Kirche mit Kameras und Mikrofonen auszustatten. Location „hui“, der Rest… „naja“ Und die Kirche selbst ist als Schauplatz von "The Borderlands" wirklich sehr gelungen. Ich kann mir gut vorstellen, das der Regisseur beim Location-Scouting an eben dieser Kapelle vorbeikam und sagte: „Das wird der Schauplatz für meinen neuen Film!“ Dunkle Ecken, eine äußerst karge Ausstattung und ein faszinierendes Schattenspiel an den weißgetünchten Wänden, lässt immerhin Gruselstimmung aufkommen – wenn auch nur für ein paar Sekunden. Denn schon im nächsten Moment sorgen unsere „Drei Stooges“ wieder mit hölzernen und unnötigen Dialogen für Fragezeichen in den Augen der Zuschauer. Das Ende ist nah So plätschert "The Borderlands" seinem Ende entgegen und das hat es wirklich in sich: Im negativen Sinne. Habt ihr euch bis dahin eigentlich nur geärgert, den falschen Film ausgeliehen zu haben, müssen sich selbst hartgesottene Trash-Fans ganz fest auf die Zunge beißen: Wir wollen nicht zu viel verraten, aber so etwas Dämliches habt ihr sicher schon sehr lange nicht mehr gesehen. War der Film bis hierhin eigentlich nur schlecht geschrieben, hanebüchen gedreht und furchtbar synchronisiert, tischt euch das Ende den größten Humbug auf, den jeder Zuschauer – der bis jetzt durchgehalten hat – überhaupt nur vorstellen kann. Fazit: Geht lieber zur nächsten Vorstellung des Schülertheaters von Castrop-Rauxel – da wird euch sicher mehr Spannung und Story vermittelt, als in diesem extrem amateurhaften Machwerk. Story, Charaktere, Handlung und das total verbockte Ende fügen sich aber immerhin zu einem Ganzen zusammen. Das ist allerdings derart schlecht, das selbst Gruselfans enttäuscht mit dem Kopf schütteln. Schade um die schöne Location – die kleine Kirche hätte durchaus das Zeug zum Star gehabt – allerdings mit einem anderen Regisseur hinter der Kamera. War „Frankenstein´s Army“ schon ganz ganz übel, ist „The Borderlands“ in fast allen Belangen noch schlechter. Wollen wir hoffen, das „Jug Face“ das Genre im ersten Quartal noch rausreißen kann.

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  • 15-04-2014
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Filmkritik: „Dom Hemingway“

Nach dem fulminanten “Drecksau” wagt sich nun Richard Shepard an das mutige Unterfangen, ein echtes Arschloch zum Star einer Krimi-Komödie zu machen. In "Dom Hemingway" wird Jude Law diese Ehre zu Teil. Als schmieriger Safe-Knacker begibt er sich auf eine Odyssee, die sich für das Publikum rasch zur Geduldsprobe entwickelt. IOFP verrät, warum. Im vergangenen Jahr sorgte Jon S. Bairds groteskes Krimi-Drama „Drecksau“ für massenhaft Schlagzeilen in einschlägigen Kino-Magazinen. Aus der Feder von „Trainspotting“-Autor Irvine Welsh erzählt der Film von einem korrupten, schottischen Cop, der Drogen und Alkohol am laufenden Band konsumiert, es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und Dienstvorschriften mit Füßen tritt. Während die Schotten reihenweise „Drecksau“-Tickets kauften, hielt sich der Erfolg hierzulande in Grenzen. „Filth“ – so der Originaltitel – kam nicht einmal über die 100.000-Besucher-Marke hinaus. Die Heimkino-Auswertung sowie der Soundtrack verkauften sich hingegen überdurchschnittlich. Ein Kult ward geboren. Kein Wunder: Ist das Gefühlsleben eines Scheusals doch durchaus interessanter als das eines Durchschnitts-Protagonisten. Das dachte sich wohl auch Richard Shepard. Der New Yorker Filmemacher, der vor einigen Jahren die US-Adaption der deutschen Erfolgsserie „Danni Lowinski“ inszenierte, lässt in „Dom Hemingway“ Hollywood-Beau Jude „Dr. Watson“ Law in die Rolle des Drecksacks schlüpfen. Auf seiner Odyssee durch eine nur lose durch einen roten Faden zusammengehaltene Handlung begibt sich Law mal mehr, mal weniger auf die Spuren von James McAvoy. Dieser gewann für seine abartig-großartige Darbietung des „Drecksau“-Scheusals bereits den London Film Critics Award als „British Actor of the Year“. Derartige Auszeichnungen werden der blassen Kopie Laws wohl nicht vergönnt sein. „Dom Hemingway“ ist weder mutig, noch von solch bitterbösem Zynismus wie sein augenscheinliches Vorbild. Ein Arschloch und Narzisst Nach 12 Jahren im Gefängnis will Safe-Knacker Dom (Jude Law) mit seinem Komplizen Dicki (Richard E. Grant) das Geld eintreiben, das ihm zusteht. Denn er hat all die Jahre den Mund gehalten und seinen Boss Mr. Fontaine (Demián Bichir) dadurch gedeckt. Eine Nahtoderfahrung bringt ihm seiner entfremdeten Tochter (Emilia Clarke) näher, aber schon bald wendet er sich trotzdem wieder der kriminellen Unterwelt zu – der einzigen Welt, die er kennt. Die Schrift der Produktionsschmieden ist noch nicht ganz verschwunden, da kommt das Publikum bereits in den Genuss eines Monologs von Jude Law, der über sein bestes Stück – in den folgenden 90 Minuten ausschließlich „Schwanz“ genannt – philosophiert. Das Setting erinnert bereits hier mehr denn je an „Drecksau“, „Dom Hemingways“ Bruder im Geiste. Scharfe Konturen und grelle Farben, Zeitlupen und eine deutliche Fixierung auf das widerwärtige Antlitz des zweifelhaften Antihelden machen schnell deutlich: Die kommenden Ereignisse an der Seite von Dom zu durchstehen, wird kein Zuckerschlecken. Wie soll man schließlich mit einer Figur sympathisieren, die man nicht einmal leiden kann? James McAvoys Charakter hatte in „Drecksau“ ein ähnlich schwieriges Los gezogen. Durch die Offenlegung sämtlicher Gefühlsregungen und die komplexe Auseinandersetzung mit der ambivalent gezeichneten Figur ergibt sich jedoch nach und nach ein wesentlich breiteres Spektrum an Emotionen, die man McAvoy entgegenbringen könnte. Dom Hemingway kann nicht einmal ansatzweise mit einem solch vielschichtig gezeichneten Charakter aufwarten. Trotz der Einstreuung familiärer Verwicklungen, die in Hemingway tatsächlich so etwas wie eine expressive Regung auslösen, kommt der Zuschauer nie wirklich an die Figur dieses schmierigen Proleten heran. Denn so ganz ohne Sympathie-hervorrufende Attribute werden die Eskapaden unseres Antihelden schnell nichtig und uninteressant. Drogen, Nutten, Alkohol Während Drehbuchautor sowie Regisseur Richard Shepard schon bei seiner Figurenzeichnung auf ein Minimum an Originalität und emotionale Tiefe setzt, verhält es sich mit der Geschichte ähnlich. Dom Hemingways Knastentlassung und ein Zusammentreffen mit dessen Kumpel Dickie (vortrefflich ironisch und voller Spaß bei der Sache: Richard E. Grant) geben eingangs ein hohes Tempo vor und dem Publikum einen Einblick in das von Nutten, Alkohol und Drogen dominierte Leben der beiden. Hier lässt die Regie ihre beiden Figuren noch ordentlich overacten und schildert augenzwinkernd, wie sich vor allem Dom den Sünden seiner Vergangenheit hingibt. Jude Law hat sichtlich Spaß daran, aus seinem gewohnt bodenständigen Beuteschema auszubrechen. Ganze 15 Kilo hat sich der britische Schönling für diese Rolle angefuttert. Keine Frage, dass er seinen nun etwas rundlicher gewordenen Traumkörper sogar vollkommen nackt in die Kamera halten darf. Für die Story sind derartige Sequenzen weniger von Belangen; dienen sie doch nur dazu, die Schamlosigkeit Hemingways so plakativ wie möglich zu unterstreichen. Leider nimmt Shepard schon sehr bald das Tempo aus seiner Inszenierung. Ab dem Moment, in welchem Dom auf seinen ehemaligen Auftraggeber Fontaine – einen x-beliebigen Ganoven in Gestalt eines Durchschnitts-Mafiosi – trifft, lässt der Filmemacher seine Charaktere erst minutenlang über wenig notwendige Dinge debattieren, um sie schließlich in einen Autounfall zu verwickeln. Die einzige Notwendigkeit dieser Szene ist die, dass aus der Geschichte ohne sie schon nach zwanzig Minuten die Luft raus wäre. So aber eröffnet Shepard die Story quasi ein zweites Mal und lässt Dom erneut allein und ohne Hab und Gut dastehen. Was nun folgt, sind die müden Versuche, aus der Hauptfigur doch noch so etwas wie einen Sympathling zu kreieren. Er trifft auf seine Tochter, schwadroniert über seine Vergangenheit, versucht, einen Sinn in all dem zu sehen und zugleich, Konsequenzen hieraus zu ziehen. Dass sich die Verantwortlichen ursprünglich dazu entschlossen, „Dom Hemingway“ als einen Film aufzuziehen, der aus dem Leben eines echten – pardon – Arschlochs erzählt, scheinen sämtliche Verantwortliche nach der Hälfte der Laufzeit vergessen zu haben. Dom wird zu einem Durchschnitts-Protagonisten; einzig die vulgäre Aussprache hat etwas mit der Figur gemein, als die er uns in der ersten Szene vorgestellt wurde. Lediglich in einer Szene darf Law schließlich doch nochmal die Sau rauslassen: Die Demonstration des Safe-Knackens wird für sämtliche Beteiligte zum anarchischen Comedy-Höhepunkt des Films und lässt erahnen, wo Richard Shepard mit seinem „Dom Hemingway“ ursprünglich hinwollte. Ebenjene Szene hätte 1:1 aus „Drecksau“ stammen können. Fazit Visuell beschränkt sich Kameramann Giles Nuttgens („Das Glück der großen Dinge“) darauf, besonders einprägsame Szenerien entsprechend auszuleuchten, den Rest der Laufzeit jedoch vornehmlich zurückhaltend zu agieren. Ähnlich verhält es sich bei der Musik. Rolfe Kent („Fight Club“) bevorzugt einen ruhigen Score, der allenfalls pulsiert, jedoch nie vorantreibt oder anderweitig auffällt. So ist „Dom Hemingway“ in jeder Hinsicht purer Durchschnitt, der an seinem großen Vorbild zerschellt – wenn er dieses denn je hatte.  

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  • 15-04-2014
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Blu-ray-Kritik: „Rigor Mortis – Leichenstarre“

Freunde des Horror-Genres haben in diesen Tagen wieder allerlei Grund, sich auf der heimischen Couch einen gepflegten Filmabend zu machen. Unter den Newcomern in dieser Woche ist auch der japanische Geister-Streifen "Rigor Mortis". Wir haben uns für euch in die Dunkelheit begeben und verraten ob der Film sein Geld wert ist. Willkommen in der Hölle. Mittelpunkt von Rigor Mortis ist der ehemals erfolgreiche Schauspieler Siu-ho (Siu-hou Ching), der nach dem brutalen Tod seiner Frau und seines Kindes jeglichen Lebenswillen verloren hat. Bereit, sich seines irdischen Körpers zu entledigen, zieht Siu-ho in ein Appartment einer heruntergekommenen Wohnanlage. Kaum in seinen neuen vier Wänden angekommen, versucht sich der junge Mann auch schon mit einem Strick das Leben zu nehmen, doch sein Suizid wird durch das Auftauchen eines mysteriösen Wesens unterbrochen. Vor einem weit aus schlimmeren Tod wird Siu-ho nur von dem ehemaligem Vampirjäger Yau (Anthony Chan) bewahrt. Zum gleichen Zeitpunkt wird ein anderer Bewohner des Hauses (Hi-Pang Lo) von dunklen Mächten ermordet. Seine anhängliche Frau (Hee Ching Paw) versucht Ihn mittels schwarzer Magie zurück ins Leben zu holen, doch ist sie sich der Konsequenzen nicht ganz klar. Der Versuch schlägt fehl und innerhalb kürzester Zeit versinkt das ganze Gebäude in Blut und Chaos. Der todeshungrige Sui-ho und der letzte Vampirjäger Yau tun sich zusammen um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Die Geister, die ich rief. Rigor Mortis schafft es ohne großartige Einleitung, den Zuschauer direkt in einen wahren Albtraum aus zersplitterten Knochen und Tod zu werfen. Ohne eine wirkliche Erklärung für das Gesehene zu bekommen, geben sich Dämonen, Geister und Vampire die Klinken in die Hand. Als Pate hierfür standen den Machern sämtliche Geister-Geschichten den japanischen Mythologie zur Verfügung. Gerade für die westlichen Zuschauer dürften einige der unliebsamen Gruselwesen sehr befremdlich wirken, doch ist dieser Film somit an Originalität und Einfallsreichtum nicht zu übertreffen. Wenn ein ermordetes Zwillingspaar auf Rachejagd nach Hausbewohner geht, Kinder als Opfer dargebracht werden und später als Untote zurückkehren, ist eine ordentliche Gänsehaut bei diesem Film keine kurzweilige Angelegenheit. Wie in alten Zeiten. Als Herr dieser exquisiten Grausamkeit zeichnet sich der erst 29 jährige Regisseur Juno Mark (Revenge - Sympathy Of The Devil) verantwortlich, welcher sich bei diesem Film mehr als deutlich an den japanischen Horrorfilmen der 80er Jahre orientiert hat. Ebenfalls dürfte auch Produzent Takashi Shimizu eine wichtige Rolle in dieser Produktion gespielt haben, dieser hat immerhin für den Kult-Horrorfilm Der Fluch – The Grudge hinter der Kamera Platz genommen und auch in diesem qualitativ hochwertigem Gruselstreifen für einen prägenden visuellen Input gesorgt. Etliche Liter an Kunstblut, fantastisch in Szene gesetzte Kämpfe, tolle Kamerafahren und Zeitlupenaufnahmen sowie eine permanente Finsternis, mittels eines Grau/Braun-Filters, sorgen für eine durchgehend schaurig schöne Stimmung. Das Leben danach. Auch nach den rund 100 Minuten des Hauptfilmes kann sich ein interessierter Zuschauer noch etwas in den Extras der Disc aufhalten. Unter anderem gibt es den Trailer zum Film im Original-Ton sowie in der deutsch synchronisierten Fassung, Artworks zu den Filmpostern sowie ein 11 minütiges Making of mit Interviews und Einblicke hinter die Kulissen. Dem noch nicht genug, denn als Sahnehaube gibt es noch eine Trailershow mit insgesamt 10 verschiedenen Trailer von z.B. Devil´s Pass, Frankenstein´s Army oder Savaged, bei denen Anregungen für kommende Filmabende geholt werden können. Fazit. Rigor Mortis als Trash zu bezeichnen wäre eine blanke Beleidigung. Es ist ein skurriler, mutiger J-Horror der etwas anderen Art. Auch erfahrene Genre-Liebhaber werden von diesem Film positiv überrascht sein, Neueinsteiger werden zunächst wohl nicht ganz verstehen, auf was der Film hinaus will. Bizarre Geistererscheinungen wechseln sich mit roher, primitiver Gewalt ab und vereinigen sich zu einer perfekten Mischung. Rigor Mortis ist ein wahres Geschenkt für das japanische Horror-Genre!

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  • 09-04-2014
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Blu-ray-Kritik: „Die Söhne des Generals Yang“

Seit dem 03. März können Fans asiatischer Filme wieder die Händlerregale plündern, denn "Die Söhne Des Generals Yang" ist endlich auf dem deutschen Markt erschienen und lädt auf DVD und Blu-ray zum Kurzurlaub im alten China. Ob die Fans allerdings enttäuscht sein werden, oder ob sich letzte Woche eine wahre Direct-to-DVD Perle auf den Markt geschmuggelt hat, verraten wir euch in unserer Review. Stolz & Ehre Angesiedelt ist "Die Söhne Des Generals Yang" im feudalen China des Jahres 986. Im Mittelpunkt dieses historischen Streifens steht der Yang-Clan mitsamt dem General und seinen titelgebenden Söhnen. Und General Yang war fleißig, denn er kann auf ganze sieben Stammhalter blicken. In Zeiten in denen Hochzeiten noch arrangiert wurden und Töchtern ihren Ehemännern schon im Kindesalter versprochen wurden, setzten sich der sechste und der siebte Sohn über diese Tradition hinweg und wollen mit einem Mitglied eines anderen Clans um die Gunst einer jungen Prinzessin kämpfen. Während des erbitterten Zweikampfes kommt es zu einem Unfall und das Mitglied des anderen Clans kommt ums Leben. Während die Beziehungen zwischen den beiden Familien zu eskalieren drohen, wird das Kaiserreich zu allem Überfluss auch noch von einer feindlichen Armee angegriffen. General Yang erfüllt seine kaiserliche Pflicht und zieht mit seinen Soldaten an die Front. Während des Kampfes wird er von der Armee des anderen Clans im Stich gelassen und muss sich schwer verwundet mit seinen Soldaten in eine Festung zurück ziehen. Nun liegt es an den sieben Söhnen und den zurück gebliebenen Truppen ihren Vater schnellstmöglich zu befreien. Was sie nicht wissen ist, dass der grausame Heerführer der feindlichen Armee sich für ein lange zurückliegendes Massaker rächen will und die sieben Brüder in einen Hinterhalt lockt. Die Söhne des Generals Yang sehen sich plötzlich einer Übermacht von 3.000 Kriegern gegenüber … Gewaltiges Säbelrasseln Kultregisseur Ronny Yu (Fearless, IP Man) hat sich nicht nur zusammen mit Edmond Wong für das Drehbuch verantwortlich gezeigt, sondern höchstpersönlich auf dem Regiestuhl Platz genommen. Dabei herausgekommen ist eine epochale Geschichte über Ehre, Familie und Rache. Wenn sich zwei verfeindete Armeen vor einer gigantischen Bergkulisse gegenüberstehen und beide Seiten bereit sind bis zum letzten Mann zu kämpfen oder sich zwei Bogenschützen und spannendes Duell in einem Kornfeld liefern, dann kommt man nicht drum herum diesen Streifen zu mögen. Auch der Verzicht auf modernste CGI-Effekte schadet "Die Söhne des Generals Yang" ganz und gar nicht. Die Spannung wird maßgeblich von der hausgemachten Action, den gut choreografierten Schwerkämpfen und gekonnt in Szene gesetzten Zeitlupenaufnahmen getragen und das funktioniert über weite Strecken des Films hervorragend. Auch optisch dürfte Kennern und Fans des Genres das Herz aufgehen, denn in permanent scharfen Bildern kommen die detaillierten Rüstungen, Waffen und Kulissen perfekt zum Einsatz. Gesamtpaket "Die Söhne des Generals Yang" ist ein sichtlich qualitativ hochwertiger Film, bei dem die harten Soundeffekte nur durch die ständig abwechselnden imposanten Bilder übertroffen werden. Lediglich den Soundtrack selbst hätten wir uns ein wenig wuchtiger gewünscht. Bei all dem Lob für das Film-Spektakel kommt die Blu-ray-Fassung allerdings nicht über ein passables Gesamtpaket hinaus. Extras wie etwa ein Making of, Interviews oder  Trailer suchen wir leider vergebens, was den durchaus positiven Gesamteindruck ein wenig trübt. Auf der anderen Seite hätte ein Making-of "Die Söhne des Generals Yang" aber auch ein wenig seltsam geklungen... Fazit Dennoch, wer asiatische Kampffilme liebt oder eine Schwäche für Ronny Yu hat, der wird "Die Söhne des Generals Yang" mögen. Während der gut 100 Minuten langen Laufzeit geben sich gewaltige Schlachten, epochale Kulissen und spannende Zweikämpfe einen Schlagabtausch nach dem anderen. Bei all der Action schafft es Yu aber stets, die interessante Geschichte nicht zu weit in den Hintergrund rücken zu lassen. Wer fehlendes Bonus-Material verschmerzen kann, darf guten Gewissens zugreifen.

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  • 08-04-2014
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Filmkritik: „The LEGO Movie“

Ein Film aus Bauklötzen? Ist das nicht total retro? Und wie! Und genau deshalb ist "The LEGO Movie" ein solches Erlebnis! IOFP hat den brandneuen Animationsspaß aus dem Hause Warner Brothers Animation vorab gesehen und ist hellauf begeistert. Die Konkurrenz im seit Jahren tobenden Kampf um den Titel „erfolgreichstes Animationsstudio der Welt“ hat ab dieser Woche einen neuen Kandidaten hinzugewonnen. Während Pixar qualitativ nach wie vor das Maß aller Dinge ist und Walt Disney mit "Die Eiskönigin – Völlig unverfroren" derzeit den meistgesehenen Vertreter stellt, nehmen vor allem Illumination ("Ich – Einfach unverbesserlich 1 und 2") sowie die für "Ice Age" und "Rio" verantwortlichen Blue Sky Studios merklich die Verfolgung auf. Und selbstredend wird auch Dreamworks Animation weiterhin mitmischen; bereits im Sommer dieses Jahres erscheint der zweite Teil der hochgelobten "Drachenzähmen leicht gemacht"-Reihe. Um die Animationsschmiede Warner Bros. Animation entbrannte nie der Hype, der seinen Mitbewerbern vergönnt war. Zu den einzigen großen Hits von WBA gehörten bislang hauptsächlich "Space Jam" und "Looney Tunes: Back in Action" – letzterer liegt mittlerweile 11 Jahre zurück. So sah sich Warners Animation-Factory lieber in der Gestaltung bekannter Serien und ließ das Spielfilm-Segment über ein Jahrzehnt fast beiseite. Um sich mit "The LEGO Movie" in diesem Jahr mit einem Knall zurückzumelden. In den USA hielt sich das dreidimensionale Filmerlebnis wochenlang auf Platz eins der Kinocharts und spielte bei einem Budget von rund 60 Millionen US-Dollar fast das Siebenfache wieder ein – bislang. Die Einnahmen aus dem Merchandising und der DVD-Auswertung stehen noch aus. Der Erfolg der kleinen Steinchen Verwunderlich ist dieser Erfolg keineswegs. Seit der Firmengründung 1932 gehören die Sets und Bausteine des dänischen Konzerns LEGO zu den meistverkauften Spielwaren weltweit. Als Kind mündete die Entscheidung „Lego oder Playmobil?“ rasch in einen Gewissenskonflikt – und hielt schließlich ein Leben lang. Auch die mit viel Fanliebe selbst gedrehten Videos, bei Youtube derzeit rund 10.000.000 an der Zahl, erfreuen sich vor allem bei der älteren Generation einer immensen Beliebtheit. Sich dessen bewusst, kreierten die Regisseure von "The LEGO Movie", Phil Lord und Chris Miller ("Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen") eine dem Geschmack des LEGO-Fandoms entsprechende Welt, in der die Fantasie keine Grenzen kennt. Zu 100 Prozent aus (virtuellen) Legosteinen gebaut und mit seiner perfekt aufeinander abgestimmten Mischung aus Stop-Motion- und CGI-Technik lassen die Filmemacher den Traum eines jeden LEGO-Nerds wahr werden: "The LEGO Movie" sieht aus wie von Hand gebaut und live bespielt. Emmet (gesprochen von Patrick Schröder) ist ein ganz normaler, völlig durchschnittlicher Typ, der stets all die Regeln befolgt, die ihm der regierende Lord Business vorgibt. Durch ein Missverständnis hält ihn die rebellische Lucy alias Wyldstyle (gesprochen von Claudie Urbschat-Mingues) für „den Besonderen“ – einen außergewöhnlichen Helden, der als Einziger die Welt retten kann. Begleitet von einer Gruppe von Fremden, startet Emmet eine gewaltige Mission: Wird er es rechtzeitig schaffen, dem über alles herrschenden Tyrann Lord Business das Handwerk zu legen und die Welt vor ihrem immerwährenden Stillstand zu bewahren? Prominente LEGO-Fans In einem unterscheiden sich die US-amerikanische Fassung von der, die hierzulande in den Kinos gezeigt wird: die Promidichte unter den Synchronsprechern aus Übersee ist enorm. So kann "The LEGO Movie" in den USA im Gegensatz zu Deutschland zwar nicht mit dem Original Batman-Sprecher aufwarten (David Nathan ist in seiner Paraderolle einmal mehr hervorragend aufgelegt), doch mit Jonah Hill, Channing Tatum, Colbie Smulders, Elizabeth Banks, Morgan Freeman, Liam Neeson und Will Farrell als Oberschurke Lord Business ist das kunterbunte Baustein-Abenteuer ein einziges Schaulaufen von Hollywoods A-Riege. Auf deutschem Boden wird man jedoch nicht etwa mit einer schnöden Mittelklasse-Synchronisation abgespeist. Zwar ist selbst David Nathan allenfalls dem durchschnittlichen Synchro-interessierten Zuschauer ein Begriff; trotz ihres nicht vorhandenen Promi-Status machen sämtliche am deutschen Voice-Over beteiligten Sprecher einen großartigen Job. Patrick Schröder (u. A. Michael Sheen, John White) verleiht seinem Emmet, dem Paradebeispiel eines unauffälligen Durchschnittstypen, die perfekte Mischung aus Skepsis und Abenteuerlust, während Claudia Urbschat-Mingues (u. A. Jada Pinkett Smith und Jennifer Connelly) mit ihrer Stimme ordentlich rebellisch sein darf. Vor allem durch das Weglassen modern gewordener Promi-Sprecher bleibt der Fokus auf den Figuren selbst. Da braucht es keinen Manuel Neuer, keinen Boris Becker oder Roberto Blanco. Visuell spielt "The LEGO Movie" offenkundig in einer gänzlich anderen Liga als "Die Monster Uni" und Co. Nachdem das Animationsstudio Laika Animations 2012 mit "ParaNorman" die Stop-Motion-Technik wiedererweckte und Disney ein Jahr später mit "Frankenweenie" nachzog, bauen nun auch Phil Lord und Chris Miller auf den Retro-Look. Im Stile der eingangs erwähnten LEGO-Fanvideos lassen die Animatoren der australischen Firma Animal Logic (erweckten bereits "Happy Feet" und "Die Legende der Wächter" zum Leben) ihre LEGO-Männchen so über die Leinwand jagen, als hätte man diese Bild für Bild montiert. Dass der Film eigentlich aus dem Computer stammt, ist für das durchschnittliche Auge nur dann zu erkennen, wenn das Staunen über die komplexe Arbeit Überhand nimmt. Kurzum: Irgendwann muss einfach die digitale Technik nachgeholfen haben. Dieser ganz besondere Look Den über alle Maße beeindruckenden Bildern tut das Zurückgreifen auf computergenerierte Effekte jedoch keinen Abbruch: Die Welten, in die uns "The LEGO Movie" in seiner perfekt ausgenutzten Laufzeit von rund 100 Minuten entführt, sind von solch einem Detailreichtum, dass vor allem den LEGO-Konstrukteuren unter den Kinogängern der Mund offen stehen bleibt. Eines der Highlights bildet ein (selbstverständlich) ausschließlich aus LEGO-Steinen gebautes Meer; die unterschiedlichen Blau-Töne und sogar die einzelnen Schaumkronen, die sich wellenförmig ausbreiten, lassen in einem bisweilen den Wunsch aufkommen, mit solch einer Kreativität gesegnet zu sein, wie es augenscheinlich die verantwortlichen Animations-Designer sind. Perfekt gleichen sich atemberaubende Kulissen, die an fertige Bausets erinnern, mit denen aus, die auf den ersten Blick wahllos zusammengesetzt wurden. Doch der Schein trügt: Im hier erschaffenen Filmuniversum hat jeder Baustein seinen Sinn. Anders als in den USA kritisiert ist "The LEGO Movie" nicht die erwartete Selbstbeweihräucherung oder gar der raffinierte Werbe-Schachzug seitens des dänischen Spielekonzerns. Der Film ist eine Ode an die Kreativität. Nicht umsonst sorgt das Wort „Anleitung“ unter unseren gelben LEGO-Freunden im Film regelmäßig für Angst und Schrecken. "The LEGO Movie" lässt Themenwelten verschwimmen und überlässt es schlussendlich dem Zuschauer, seine ganz eigene LEGO-Welt zu kreieren. So kommt es auch, dass der Film sich nicht explizit an eine Altersgruppe richtet. Erst recht nicht an die augenscheinlich anvisierte der Unter-12-jährigen. Vor allem auf der Humor-Ebene ist "The LEGO Movie" erstaunlich erwachsen. Meta-Humor und solcher, der ein gewisses popkulturelles Vorwissen erfordert, sorgen ganz sicher nicht für Kinderlachen. Doch dies ist kaum von Bewandtnis; sind die Jüngeren unter den Zuschauern doch viel zu sehr damit beschäftigt, über wohldosierten Slapstick zu lachen und die faszinierenden Welten zu bestaunen. Fazit "The LEGO Movie" erweist sich als klarer Anwärter auf den Titel „Bester Animationsfilm 2014“. Um es mit den Worten von Emmet zu sagen: Hier ist alles super!

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